Region

Um die Ecke beginnen die Ferien

Flugscham oder «es muss nicht immer Meer sein»: Es gibt viele Gründe, weshalb man den Sommer über zu Hause bleibt. Jedenfalls gibt es in der Region um Winterthur genügend Orte, die sich nach Ferien anfühlen. Eine kleine Auswahl.

Wie grosse Tourismusregionen haben auch die Geheimtipps der «Landbote»-Redaktion stimmige Werbeplakate.

Wie grosse Tourismusregionen haben auch die Geheimtipps der «Landbote»-Redaktion stimmige Werbeplakate. Bild: Ruedi Widmer

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Eine Erfrischung in Tonis «Pfütze»

Beim Badeplatz «Toni Gunten» befindet sich eine der wenigen Stellen, an denen man in der Töss richtig Baden kann. Bild: Googlemaps.

Die Töss ist oft nur knöcheltief. Selten ist es möglich, ganz einzutauchen. Klar, es gibt die Affenschlucht zwischen Stadt und Neftenbach. Einen deutlich saubereren und weniger überlaufenen Ort gibt es aber im Tösstal zwischen Tablat und Au bei Saland: Der Toni Gumpen, bei dem man von der Tössschwelle reinspringen kann. Für jeden, der im Tal auf dem Veloweg unterwegs ist, eine willkommene Erfrischung. Das Gumpen im Namen steht übrigens nicht für «Reinspringen» (obwohl man das natürlich kann), sondern ist Zürcher Oberländerisch für «Pfütze». Deshalb nennen Bewohner nordwärts von Wila den Ort auch Toni Gunten und outen sich so als Auswärtige. Wieso die «Pfütze» Toni gehört, ist unklar. Othmar Breitenmoser vom Ortsmuseum weiss aber, dass auf alten Karten neben der Töss früher noch ein «Toniberg» eingetragen war. Ausserdem sei es früher üblich gewesen, Parzellen nach dem Vornamen des Besitzers zu benennen. (gab)

Unter der Woche ist es am See am schönsten

Der Nussbaumersee ist am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel, unter der Woche hingegen findet man auch Privatsphäre. Bild: hd

Der Nussbaumersee ist ein Fall für Paare, die sich in der Wahl des Verkehrsmittels einig sind. Von Winterthur aus ist das Thurgauer Gewässer nahe Oberstammheim mit dem Velo in eineinviertel Stunden erreicht. Mit dem Auto in weniger als einer halben Stunde, dafür aber ohne das Gefühl, sich die Abkühlung verdient zu haben. Und auch erwandern oder mit dem E-Bike erradeln kann man den See. Wie die meisten kleinen Gewässer ist er in der ersten Sommerhälfte noch schön frisch. Im Vergleich zum Husemersee bei Ossingen, dem ähnlichsten Konkurrenten, ist der Nussbaumersee nicht von Wald eingefasst und erlaubt darum einen weiten Blick auf die Landschaft. Nebst einer kostenlosen Badi mit Sprungturm, aber ohne WC, gibt es zwei etwas abgeschiedenere Badeplätze. Privatsphäre findet man vorwiegend unter der Woche und wenn ein paar Wolken am Himmel stehen. Ist der See einmal überlaufen, kann man an den benachbarten Hüttwilersee ausweichen, dort wird es nicht weniger Leute haben, dafür aber ein Badirestaurant. (des)

Auf den Spuren von Ferdy Kübler Zu Ehren des 100. Geburtstag wurde das Orstmuseum in Marthalen zum Ferdy Kübler Museum. Bild: mas

Wer noch nie in Marthalen war, der sollte das nachholen. Mit seinen malerischen Riegelhäusern, den Gärten und den verwinkelten Strassen würde das Weinländer Dorf in jedem Tourismusprospekt eine gute Falle machen. Besonders empfehlenswert ist eine Velotour ins Ortsmuseum, denn dieses wartet derzeit mit einer liebevollen Sonderausstellung zur Schweizer Radsportlegende Ferdy Kübler auf. Er wurde vor genau hundert Jahren in Marthalen geboren. Das Museum hat jeweils am ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Aber auch wenn es geschlossen hat, lohnt sich ein Ausflug nach Marthalen. Man kann im Dorf einkehren und dann auf einem der zahlreichen Velowege weiterradeln. Und sollten plötzlich die Waden brennen, ist es nicht allzu weit bis an den Rhein: Reinspringen, abkühlen. (roh)

Eine Badi für Badi-Phobiker Der Pfäffikersee lädt zum Verweilen ein. Bild: PD

Ich hasse Badis. Abgrundtief. Und habe zudem geradezu eine Badi-Phobie. Die Gründe sind vielschichtig. Tiefenpsychologisch durchaus interessant. Doch ich weiss auch: Ich bin nicht allein. Noch besser zu wissen ist deshalb: Es gibt eine Badi auch für Badi-Phobiker. Sie liegt versteckt und hat den Charakter einer «wilden Badi». Sie ist nur zu Fuss oder mit dem Velo zu erreichen – die Badi Seegräben am Pfäffikersee. Natur pur. Eine Gratis-Oase des Glücks mit einfachster Infrastruktur. Unter der Woche kann man schon mal der einzige Besucher sein. Also kommen Sie gar nicht erst hierher! Und wenn doch, dann nur ein paar Stunden. Bitte! Wie sie dort hinkommen? Hm...also gut: Mit der S14 nach Aathal und von da 20 Minuten Gehweg nach Seegräben – und dann noch fünf Minuten runter zum Seeufer. (tm)

Unaufgeregt im Tösstal: Ein Lob der Langweile Die Töss, hier bei Kollbrunn, sei angenehm durchschnittlich, schreibt unser Redaktor und meint dies als Kompliment. Bild: mas

Ferien sind wie Seifenblasen, wenn man mit zu viel Druck dahintergeht, platzt das Ganze. «Geheimtipp»? Pha! Zu viel Erwartung. Ich für meinen Teil bin ein vehementer Vertreter der «ziemlich okayen Ferientage». Angenehm durchschnittlich und ohne Druck. Das fängt bei der Wahl des richtigen Ortes an. Schön, aber ohne viel zu versprechen: das Tösstal. Von Zell nach Turbenthal zu spazieren, selbstverständlich nicht auf der Seite der Autostrasse, kann ein meditativer Akt sein. Baden Sie ihre Füsse ab und zu in der Töss, lächeln Sie die Hunde und ihre Halterinnen und Halter an, flanieren Sie so langsam wie noch nie. Und falls sich Ihr Feriengefühl trotz allem nicht einstellen will: Kein Grund sich selbst die Schuld zu geben. Schieben Sie es auf den unaufgeregten Ort, dafür ist er ja da. (lio)

Abkühlung – nicht nur für die Fische Der Rhein ist Naturspektakel, Abkühlung und Sehnsuchtsort in einem. Bild: hd

Wenn es heiss ist, gibt es fast nichts schöneres, als sich im Rhein abzukühlen. In der Region ist das an ganz verschiedenen Stellen möglich. Wer baden gerne mit Glacé essen verbindet, kann etwa in die Badi nach Dachsen oder Flaach gehen. Dort gibt es nicht nur einen Badikiosk und einen Pool, sondern es ist auch ein Schwumm im Rhein möglich. Wer die Ruhe mag, fühlt sich aber an diesem besonders idyllischen Ort wohl unbeschreiblich glücklich: an der Chuetränki. Der Badeplatz liegt zwischen Rheinau und Ellikon am Rhein. Es gibt sogar einen kleinen Kiesstrand und eine Feuerstelle. Auch die Fische erholen sich übrigens dort von der Hitze, denn es fliesst kühles Grundwasser in den Rhein. Letzten Sommer wurde eine Stelle als Erholungszone für die Fische abgesperrt, an der man aber locker vorbeischwimmen konnte. (ea)

Ein von Gletscher geschaffenes Kleinod Ein Gletschersee mitten in der Region. Der Gurisee ist eine Oase der Ruhe, auch im Sommer. Bild: hd

Der Gurisee entstand vor über 10000 Jahren, als die eiszeitlichen Gletscher Mulden schufen, die sich mit Schmelzwasser füllten, gefroren und später wieder auftauten. Er liegt in einem Naturschutzgebiet im Wald, halb auf dem Gemeindegebiet von Dinhard und halb auf jenem von Dägerlen. Vom Bahnhof Dinhard aus ist er in zehn Minuten zu erreichen. Wir aber dehnen die Wanderung aus und starten in Oberwinterthur, bei der Endstation des Einer-Buses. Von dort marschieren wir via Mörsburg in gut einer Stunde zum Bahnhof. Auf der Terrasse des gleichnamigen Restaurants gegenüber kehren wir ein, bevor wir den See umrunden. Wir spazieren über Holzstege, an einer Feuerstelle vorbei und setzen uns auf eine Bank in der Sonne. Wir wollen gar nicht mehr weiter. Erst später lesen wir die Tafeln des Cevi-Naturlehrpfades und erfahren, dass hier neben Bergmolchen auch Blutegel leben. Das Baden lassen wir nicht nur deswegen, sondern auch wegen des schlammigen Bodens sein. (neh)

Vom Schauenberg in die Berge schauen

Der Name ist Programm: Vom Schauenberg kann man in die Ferne schauen, hier Richtung Churfirsten. Bild: PD

Diese kleine Wanderung, fast mehr schon diesen Spaziergang, unternehmen wir sommers wie winters, bei Schnee und bei Hitze. Am liebsten laufen wir beim Gyrenbad los, denn dort lässt sich im Hofladen der Räucherei Fuster noch feiner Wanderproviant posten: ein bisschen Speck, aber auch ein feines Stück Kuchen. Brot und Getränk nehmen wir jeweils von zu Hause mit. Zunächst gehts ein paar Minuten auf der Krete dem Waldrand entlang, bis wir zum nächsten Hof kommen, wo Gänse, Pferde, Most und Konfitüre warten. Weiter Richtung Wald gewandert, dort zehn Minuten steil bergauf und schon sieht man den Gupf mit der Burgruine und nebenan den Triangulationsspitz. Das ist der Schauenberg, vielleicht eine halbe Stunde Fussmarsch ab Gyrenbad. Und eine Aussicht ist das da oben! Glärnisch, Speer, Churfirsten: Wer sie nicht kennt, für den gibts einen ganz cleveren handylosen Peakfinder. Piekfein, sowas. Jetzt ist Zeit, das Fuster-Fleisch zu geniessen. (mgm)

Erstellt: 12.07.2019, 15:45 Uhr

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