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Je teurer, desto attraktiver

Auf dem alljährlichen Gemeinderanking der Weltwoche landet Winterthur auf Platz 60. Das ist ein Fortschritt – und auch sonst war es für die Region bezüglich Ranking ein gutes Jahr. Doch was ist von diesen Vergleichen zu halten? Und wie kommen sie zu Stande?

Auf dem Vormarsch: Die Weltwoche bewertet Winterthur dieses Jahr stolze 45 Plätze besser als noch im letzten. Doch weshalb nur?
Auf dem Vormarsch: Die Weltwoche bewertet Winterthur dieses Jahr stolze 45 Plätze besser als noch im letzten. Doch weshalb nur?

Der Mensch vergleicht sich bekanntlich gern mit seiner Umgebung: Fährt das Gegenüber ein teureres Auto? Ist die Freundin dünner? Haben die Nachbars-Kinder die besseren Schulnoten als die eigenen?

Das jährliche Gemeinderating der «Weltwoche» ist hinsichtlich der Vergleichsmöglichkeiten ein Lesespass, jedoch mit einigen begrenzt erklärbaren Ausreissern.

Bereits zum zehnten Mal in Folge hat das Magazin 921 Gemeinden anhand von sieben Kategorien und 50 Einzelindikatoren geratet (oder geraten?). Es geht um Fragen wie: Wo ist die Sicherheit hoch, die Steuerbelastung niedrig? Welche Arbeitsplätze liegen in der Nähe? Wie lange dauert die Reise zur nächsten Grossstadt?

Region klettert nach oben

2018 ist ein gutes Jahr für die Region Winterthur: Sie schneidet deutlich besser ab als 2017, als Rickenbach auf Rang 99 der Spitzenreiter war und es als einzige Gemeinde unter die Top 100 schaffte.

Seuzach ist nun die attraktivste Gemeinde der Region

Neu ist die attraktivste Gemeinde in der Region mit Rang 50 (trotz kürzlicher Steuererhöhung) Seuzach. Sie hat gegenüber dem Vorjahr stolze 77 Ränge gutgemacht.

Auch Winterthur ist aufgestiegen und liegt neu auf Rang 60 (2017: 105). Die Stadt punktet laut «Weltwoche» mit guter Erreichbarkeit, attraktivem Wohnen und guter Versorgung. Danach folgen Lindau (62, 2017: 105), Russikon (77, 2017: 108), Lufingen (84, 2017:153) und Bassersdorf (90, 2017: 147).

Geradezu kometenhaft aufgestiegen ist Andelfingen: Während es letztes Jahr noch auf Rang 211 dümpelte, kann es sich dieses Jahr mit Rang 91 zu den Top 100 zählen.

Wie ist es möglich, dass Gemeinden in einem Land, in dem Veränderungen bekanntlich — nun ja — länger dauern als sonst wo, über 100 Plätze gut machen können? Ein Nobelpreisträger als neue Lehrperson? Busverbindungen im Fünf-Minuten-Takt zum Winterthurer Hauptbahnhof? Nicht eine einzige Straftat im Jahr?

Am wichtigsten ist Wohnen

Antworten dazu gibt es nur auf Anfrage. Bei IAZI, dem Immobilien-Beratungsunternehmen, welches die Studie im Auftrag der «Weltwoche» erstellt hat. Und hier liegt auch der Grund, wieso man dieses Schulzeugnis für Gemeinden nicht überbewerten darf.

Ausschlaggebend für das Rating der Gemeinden sind vor allem die — Überraschung! — Immobilienpreise. Sie werden nämlich gleich stark gewichtet wie alle 49 anderen Faktoren zusammen. «Wer viel für eine Immobilie zahlt, tut dies, weil er den Standort attraktiv findet», begründet das CEO Donato Scognamiglio.

Je teurer, desto attraktiver also. Das erklärt auch die Übermacht der teuren Seegemeinden in den Top Ten: Zollikon, Rüschlikon, Männedorf, Thalwil liegen alle am Zürichsee, Meggen am Vierwaldstättersee, Zug und Cham am Zugersee.

Die attraktivste Gemeinde der Schweiz ist laut der «Weltwoche» Meggen in Luzern. «Eine Gemeinde, in der sich mondäne Villen mit alten Bauernhöfen abwechseln», schreibt das Magazin. Meggen stehe für Erholung, Lebensqualität und eine revolutionäre Ortsplanung. Meggen steht übrigens auch für die teuersten Mietpreise im Kanton.

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