Pfungen

«Jetzt geht es ums Ganze»

Der Gemeinderat Pfungen will an einem Workshop, an dem die Bevölkerung teilnehmen kann, die Entwicklung der Gemeinde zur Debatte stellen. Gemeinde­präsident Max Rütimann hat keine Angst vor utopischen Ideen.

Will am Workshop debattieren, wie städtisch Pfungen im Kern sein soll: Gemeindepräsident Max Rütimann.

Will am Workshop debattieren, wie städtisch Pfungen im Kern sein soll: Gemeindepräsident Max Rütimann. Bild: dc

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Herr Rütimann, Sie studieren schon lange am Areal beim Bahnhof Pfungen herum. Am Samstag findet ein Workshop dazu statt, wie sich das Gebiet dort entwickeln soll. Ist der ­Gemeinderat ratlos oder ausser­ordentlich demokratisch?
Max Rütimann: (lacht) Wir sind nicht ratlos, sondern wir möchten tatsächlich in einem demokratischen Prozess die Meinung der Bevölkerung abholen. Wir wollen wissen, wie das Volk zu unserem grossen Wachstum steht. War es zu viel? Behagt es euch hier? Im Endeffekt geht es ja bei diesem Workshop um die künftige Bau- und Zonenordnung.

An solchen Zukunftsworkshops kommen aber in der Regel auch unrealistische Ideen.
Warum nicht? Wir denken an ein Brainstorming. Auch Unrealistisches enthält immer einen Funken Wahrheit. Wenn zum Beispiel ein Hochhaus beim Bahnhof vorgeschlagen würde, wäre das zwar illu­sorisch. Es wäre aber ein Hinweis darauf, dass man einen hohen Grad an Verdichtung befürwortet. Und darum geht es schliesslich: Wie hoch sollen wir wo verdichten können? Denn in Pfungen gibt es praktisch kein Bauland mehr. Unser Raumplaner wird am Samstag aufzeigen, was geht und was nicht.

Ist die Gemeinde Pfungen nun also ausgewachsen?
Das kann man so sagen. Wir rechnen in den nächsten Jahren noch mit etwa 350 zusätzlichen Einwohnern anhand der wenigen Bauzellen und des Verdichtungspotenzials.

Was ist mit dem Masterplan Bahnhof passiert, der schon vor Jahren angekündigt wurde und die Entwicklung beim Bahnhof definieren sollte?
Der Masterplan Bahnhof steht immer noch zur Debatte. Aber jetzt geht es ums Ganze, also das ganze Zentrumsgebiet einschliesslich des Ziegeleiareals. Da wir als Gemeinde, bis auf die Riedäcker­strasse, beim Bahnhof kein Land besitzen, hängt der Masterplan nicht von uns ab. Vergessen wir nicht: Es handelt sich hier um SBB-Gebiet, also um eine spezielle Zone, die mit einer Reservezone vergleichbar ist.

Wie viele Teilnehmer erhoffen Sie sich für den Workshop?
Schön wäre, wenn zwischen 50 und 70 Personen kommen würden. Das entspricht etwa der ­Anzahl Leute an einer normalen Gemeindeversammlung.

Ist es dieses Genre Einwohner, an welches Sie sich mit dem Workshop adressieren?
Wir möchten am Samstag all ­jenen eine Stimme verleihen, die sich mit Pfungen und seinen Werten identifizieren, sich Gedanken zur Entwicklung unseres Dorfes machen und Ideen dazu einbringen möchten.

Befasst sich der Workshop auch mit dem Verkehrsproblem an der Weiacherstrasse? Dort gibt es ja Schwierigkeiten, vom ­Migros-Parkplatz aus und aus der Wanistrasse abzubiegen?
Nein, das wird kein Thema sein.

Ein Kreisel könnte das Problem lösen. Weiss man schon mehr?
Zu diesem Thema existiert ein Projekt, und wir haben in diesen Tagen eine Sitzung mit dem Kanton und dem Planungsingenieur. Der Gemeinderat ist der Meinung, dass dort ein Kreisel hin­gehört, und rechnet damit, dass er innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre realisiert werden wird. (Landbote)

Erstellt: 16.03.2016, 22:51 Uhr

Workshop mit Leitplanken

Wie sich Pfungen rund um den Bahnhof entwickeln soll, ist das Thema des Workshops, den der Gemeinderat am kommenden Samstag, 19. März, von 8 bis 13 Uhr im Singsaal Schulhaus Seebel durchführt. Im Hinblick auf die kommende Teilrevision der Nutzungsplanung will die Exekutive die Themen Wachstum im Allgemeinen, Zentrumsentwicklung, Nachverdichtung und Um­zonung der Reservezone beim Bahnhof zur Diskussion stellen und vertiefen. Ein einführendes Referat mit Informationen zur Raum- und Nutzungsplanung informiert die Teilnehmenden zunächst über die planungsrechtlichen Leitplanken, die bisherige ortsbauliche Entwicklung und die wichtigsten Absichten der Revision. In anschliessenden Diskussionen will der ­Gemeinderat «ein erstes Meinungsbild» aus der Bevölkerung ergründen. Die Beteiligten ­können dabei eigene Inputs und Anliegen einbringen. dt

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