Wiesendangen

Jubel und grosse Enttäuschung

An der Alten Frauenfelderstrasse wird es bis auf weiteres keine Gewerbebauten geben. Das Stimmvolk von Wiesendangen hat die Einzonung eines Arbeitsplatzgebiets heute knapp abgelehnt.

An der Alten Frauenfelderstrasse bei Wiesendangen bleiben die Felder grün. Foto: Heinz Kramer

An der Alten Frauenfelderstrasse bei Wiesendangen bleiben die Felder grün. Foto: Heinz Kramer

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Drei Mal durften die Stimmberechtigten von Wiesendangen über die Einzonung von zwölf Hektaren Gewerbeland entscheiden. Heute – als sie zum dritten Mal zu dem Geschäft befragt wurden – schickten sie es an der Urne endgültig bachab. Nur 100 Stimmen entschieden über das Ergebnis, denn 1434 sagten Ja, 1533 Nein.

Bei der ersten Abstimmung an der Gemeindeversammlung im Herbst 2017 gab es 299 Nein- zu 164 Ja-Stimmen. Der Gemeinderat brachte das Geschäft im Herbst 2018 in geänderter Form wieder an die Versammlung: Damals sagten dann 431 sagten Ja zur Einzonung, 414 Nein. Die Beteiligung lag bei rekordverdächtigen 20 Prozent.

«Wir sind die Gewinner»

Besonders gefreut hat sich heute GLP Co-Präsident Thomas Fischbacher. Seine Partei bekämpfte die Einzonung seit Beginn der Diskussionen als einzige der politischen Parteien im Dorf. «Ungeachtet des Resultats finde ich es gut, dass dieses Mal so viele Leute über das Geschäft abgestimmt haben.» Denn Fischbacher hatte an der Gemeindeversammlung vom November 2018 eine Urnenabstimmung beantragt, weil ihm das Ja zu knapp erschien.

«Wir sind ein Dorf und alle in diesem Abstimmungskampf wollten nur das Beste für
Wiesendangen.»
Ruedi Meier,
Der Bäcker und Präsident des Wiesendanger Gewerbevereins war für die Einzonung.

Heute war das Resultat mit nur 100 Stimmen Unterschied zwar auch knapp, aber die Stimmbeteiligung lag bei über 62 Prozent. «Wir sind die Gewinner», sagt Fischbacher. Solange Gewerbeland andernorts noch schlecht oder gar nicht genutzt sei, müsse man kein neues einzonen.

Auch der Wiesendanger Christoph Herzog zeigt sich «glücklich» über das Ergebnis. Er hatte die Einzonung mit einem Flugblatt und einer Präsentation an der letzten Gemeindeversammlung bekämpft. Der Gemeinderat habe das klare Nein im Herbst 2017 nicht zur Kenntnis genommen. Jetzt habe sich gezeigt: «Wiesendangen will keine Gewerbebauten am Dorfeingang.» Herzog träumt nun von Hochstammobstbäumen, die dort einst «zwischen Stadt und Land» wachsen könnten.

Ein Bier mit den Gegnern

«Extrem enttäuscht» war heute Ruedi Meier, Bäcker und Präsident des Gewerbevereins. «Ich brauche schon einen Moment, um das Ergebnis zu verdauen. «Ängste zu schüren war scheinbar einfacher, als sachlichen Argumenten zu folgen», sagt er. Doch die Gewerbler seien Unternehmer und diese würden Lösungen finden: «Vielleicht dann einfach ausserhalb von Wiesendangen.» Doch grundsätzlich sei die Abstimmung nun vorbei. «Wir sind ein Dorf und alle in diesem Abstimmungskampf wollten nur das Beste für Wiesendangen», sagt Meier. Er werde jedenfalls mit fast allen Gegnern auch in Zukunft ein Bier oder eine Cola trinken.

Auch Stimmbürger Kurt Meier, der sich für die Einzonung eingesetzt hatte, ist enttäuscht. Er könne zwar mit dem Ergebnis leben, aber Lebensqualität erreiche man nicht durch Verhindern, sondern auch mit kurzen, ökologischen Arbeitswegen.

Erstellt: 10.02.2019, 17:49 Uhr

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