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Junge Musik unter freiem Himmel

Das hat es in Seuzach noch nie gegeben: Ein Rap- und Rock Openair. Und dazu noch von Jugendlichen organisiert. Die Vorbereitungen haben es für die jungen Organisatoren in sich.

Freuen sich auf das Openair-Konzert auf der Rietacker-Wiese: Kin Reinhard, Jugendarbeiterin in Ausbildung, OK-Präsident Nicolas Hollenstein und Tontechniker Marco Künzler (v.l.).
Freuen sich auf das Openair-Konzert auf der Rietacker-Wiese: Kin Reinhard, Jugendarbeiterin in Ausbildung, OK-Präsident Nicolas Hollenstein und Tontechniker Marco Künzler (v.l.).
Johanna Bossart

Für die Idee waren sie sofort Feuer und Flamme, die Jugendlichen von Seuzach. Oder zumindest einige von ihnen. Ein Openair-Konzert mit Hip-Hop-, Rap- und Rock-Bands in der Gemeinde, das gab es noch nie. «Das wäre doch eine coole Sache», fand der 17-jährige Nicolas Hollenstein im vergangenen September. Und mit ihm Michele, Lars, Susana, Nadja und Georgios.Die jungen Leute sind zwischen 17 und 19 Jahre alt und bilden seitdem das Organisationskomitee des Openairs Seuzach. Marco Künzler, der in Seuzach aufgewachsen ist und sich als Tontechniker zur Verfügung stellt, hilft ebenfalls mit. «In nur einem Abend hatten wir das OK beisammen», sagt Elisa Simcik, Leiterin der offenen Jugendarbeit Seuzach, anerkennend.

Jugendliche hatten Idee

Die Idee hätten die Jugendlichen gehabt, sagt sie. Die Jugendfachstelle unterstützt, wo es nötig ist. Etwa beim Erstellen eines Konzepts und eines Budgets oder beim Einholen der nötigen Bewilligungen. Denn: «Sie sind Neulinge, so etwas haben sie noch nie gemacht», sagt Simcik. Der Zeitplan ist eng, das Konzert soll bereits am 26. August auf der Rietackerwiese stattfinden – neben der Primarschule, angrenzend an ein Wohnquartier.

«In nur einem Abend hatten wir das OK beisammen.»

Elisa Simcik, Leiterin der offenen Jugendarbeit Seuzach

«Wir hatten zwei Daten zur Auswahl, sagt Kim Reinhard, die eine Ausbildung zur Jugendarbeiterin macht und das Projekt begleitet. «Und dann haben wir jenen Tag genommen, an dem das Wetter in den letzten Jahren besser abgeschnitten hat.» Dafür hätten sie eine Statistik der Meteorologen beigezogen. Gutes Wetter sei für die erfolgreiche Durchführung des Anlasses sicher ein Faktor, sagt Reinhard. Aber nicht nur. Ein gutes Konzept sowie eine gesicherte Finanzierung spielten eine wichtige Rolle.

Zumindest den Gemeinderat hat das Konzept überzeugt. Vergangene Woche entschied er, 1500 Franken an den Anlass beizusteuern, nachdem die Jugendlichen ihr Projekt präsentiert hatten. Sie wollen das Konzert in der Gemeinde etablieren. Und bei künftigen Durchführungen noch mehr Verantwortung übernehmen, sodass die Jugendfachstelle nicht mehr so sehr unterstützen, sondern nur noch beraten wird.

Budget von 8000 Franken

Gesamthaft kommt der Anlass auf rund 8000 Franken zu stehen. Einiges an Sponsorengeldern und Arbeitsleistung oder Naturalien haben die Jugendlichen schon beisammen. Noch fehlen etwa 2000 Franken. Diese wollen sie über Freunde und Bekannte sowie Aktionen wie das Verkaufen von selbst gebackenen Kuchen auftreiben.

Türöffnung ist am Samstag, 26. August, schon um 15 Uhr. Ein Gumpischloss sowie ein Spielprogramm der Cevi wird das jüngere Publikum unterhalten. Das Abendprogramm startet um 18 und dauert bis Mitternacht. Insgesamt neun Bands treten auf, darunter einige aus Seuzach wie etwa Flashdigga und Firestroke. Ein Mitglied des Duos SchärerBommer hat als Kind sogar die Primarschule Rietacker besucht. Es sind aber auch Musiker aus Zürich dabei wie Max Apollo, Aby’s Dice oder Low Battery.

Alle Künstler arbeiten ohne Gage. Der Anlass soll selbsttragend und kostendeckend sein. Das haben sich die Jugendlichen ebenfalls zum Ziel gesetzt. Der Eintritt ist frei. In einer Festwirtschaft werden Süssgetränke und Bier ausgeschenkt. Im Einsatz stehen rund 15 Helfer.

Das OK erwartet 300 bis 400 Besucher. Im Einsatz stehen deshalb auch zwei Sicherheitsleute, wobei eine der beiden Personen gratis arbeitet. «Es war sehr schön, zu sehen, wie sich Firmen und Einzelpersonen nach einem Spendenaufruf sofort bereit erklärt haben, die Jugendlichen und ihr Projekt zu unterstützen», sagt Simcik von der Jugendfachstelle. Ende nächste Woche sollen Anwohner über den Anlass informiert werden. Sie erhalten wie die Sponsoren einen Getränke- und Essensbon als kleine Entschädigung für allfällige Unannehmlichkeiten. «Sie sind alle herzlich ans Konzert eingeladen», sagt Nicolas Hollenstein. Für ihn hat sich die Organisation bereits gelohnt: «Es ist eine vollkommen neue Erfahrung, die grossen Spass macht, vor allem dann, wenn man das Ergebnis sieht.»

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