Elsau

Kinder und Pferde zügeln

Das Kinderheim Pestalozzihaus in Räterschen hat ein erstes Etappenziel erreicht: Morgen findet die Einweihung des neuen Schulhauses und des neuen Therapiezentrums statt. Das nächste Bauprojekt startet bereits im Juli.

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«Ui, das musst du wegmachen für den Samstag», sagt René Albertin zu einer Lehrerin und deutet auf Katzenkleber, die das Fenster eines Klassenzimmers zieren. Die Architekten des neuen Schulhauses wären davon gar nicht begeistert, erzählt der Leiter des Pädagogischen Zentrums Pestalozzihaus, das Kinder mit psychosozialen Schwierigkeiten aufnimmt.

«Da ist so viel Licht im neuen Schulhaus, das wirft einen fast um.»

Morgen werden die zwei neuen Gebäude auf dem Areal in Räterschen – das Schulhaus und das Therapiezentrum mit den Tieren – offiziell eingeweiht und sollen einen guten Eindruck machen. Danach dürfen die Katzen wieder an die Scheibe.

Kurz nach Auffahrt haben Lehrer und Schüler das Schulhaus bezogen. «Einen Tag bevor die Feuerpolizei da war, sie war nicht so begeistert», sagt Albertin schmunzelnd. Bis es so weit war, brauchte es ein gutes Jahr Bauarbeit und davor eine noch längere Planungszeit.

Neue Turnhalle geplant

Für insgesamt 7,3 Millionen Franken baut das Pestalozzihaus aus. Darin eingeschlossen ist der Umbau des jetzigen Therapiezentrums in eine Aula, der im Juli starten und bis September 2019 dauern soll. «Es wäre einfacher und günstiger gewesen, das Therapiezentrum zu sanieren und eine neue Aula mit Turnhalle zu bauen», sagt Albertin.

Doch weil sich die Schule in der Landwirtschaftszone befindet, dürfen nur Gebäude für landwirtschaftliche Zwecke neu gebaut werden. Es entstand also ein neuer Stall und das Therapiezentrum mit Pferden und Jungvieh musste zügeln. An seiner statt kann nun eine Aula in das bestehende, denkmalgeschützte Haus gebaut werden.

Mehr Platz, mehr Licht

Er sei sehr zufrieden mit den neuen Gebäuden, sagt Albertin: «Da ist so viel Licht im neuen Schulhaus, das wirft einen fast um.» Bisher habe der Unterricht in ehemaligen Wohnräumen stattgefunden, die zwar heimelig, aber auch eher dunkel und klein gewesen seien.

Nun lernen die Kinder in Klassenzimmern mit hohen Decken und grossen Fensterflächen. Die Räume seien alle gleichartig gehalten, das habe den Vorteil, dass man sie einfach umnutzen könne, sagt Albertin.

Das Lehrerzimmer könnte man zu einem weiteren Klassenzimmer umfunktionieren und das Büro der Schulleitung kann auch ein Gruppenraum sein. «Es ist keine Erweiterung im eigentlichen Sinne, weil wir immer noch gleich viele Kinder betreuen, es ist ein Qualitätssprung», sagt Albertin.

Budget eingehalten

Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten habe grösstenteils sehr gut funktioniert, sagt Albertin. Bund und Kanton, die zusammen rund 60 Prozent der Kosten tragen, hätten das Projekt gestützt und auch die Gemeinde habe Wohlwollen gezeigt. Die restlichen 40 Prozent der Kosten finanzierte das Pestalozzihaus je hälftig aus eigenen Mitteln und über eine Spendenkampagne.

Eine Einweihung mit «Pauken und Trompeten»

Laut Bauabrechnung sei das Budget bis jetzt gut eingehalten worden, sagt Albertin. Das Schulhaus habe 65 000 Franken weniger gekostet als geplant, das Therapiezentrum 225 000 Franken mehr. «Das ist noch innerhalb der zehn Prozent Limite, die als normal gilt.» Die Baukommission habe deshalb den Bau der Aula mit den restlichen 3,65 Millionen Franken bewilligt.

Nur kleinere Sachen gebe es noch zu klären. So sei der Boden im Pferdestall uneben, das müsse man mit dem Bauleiter anschauen, sagt Albertin. Zuerst will man nun aber feiern. Um elf Uhr startet morgen die Einweihung mit «Pauken und Trompeten», ab 13.30 Uhr folgt das traditionelle Pestalozzifest.

Samstag, 26. Mai, ab 11 Uhr öffentliche Einweihung des neuen Schulhauses und Therapiezentrums in Räterschen mit anschliessendem Apéro. Ab 13.30 Uhr Pestalozzifest mit Spielangeboten und Musik. (Der Landbote)

Erstellt: 24.05.2018, 17:47 Uhr

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