Pfungen

Kirchenpflege erteilt Sunrise eine Absage

Im Kirchturm von Pfungen wird es vorerst keine Handyantenne geben.

Der Kirchturm der reformierten Kirche Pfungen, im Hintergrund ist die Gemeinde Dättlikon zu sehen.

Der Kirchturm der reformierten Kirche Pfungen, im Hintergrund ist die Gemeinde Dättlikon zu sehen. Bild: Johanna Bossart

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Kirchtürme sind als Mobilfunkstandorte gut geeignet. Sie liegen meist zentral, sind leicht erhöht, so dass die Sendeleistung optimal ist. Ausserdem sind die Antennen von aussen nicht sichtbar, stören das Ortsbild nicht und sind daher besser akzeptiert. Es erstaunt deshalb nicht, dass Mobilfunkanbieter immer öfter Kirchgemeinden anfragen.

Das war auch bei der reformierten Kirchgemeinde in Pfungen so. Sunrise habe angeklopft, informierte Pflegepräsident Peter Weskamp an der Juni-Gemeindeversammlung. Man wolle im Juli über das weitere Vorgehen entscheiden. Das hat die Behörde mittlerweile getan und die Antwort lautet «Nein», wie Weskamp auf Anfrage sagt.

100000 Franken für eine Laufzeit von 15 Jahren

Insgesamt 100000 Franken hätte die Gemeinde von Sunrise für eine Laufzeit von 15 Jahren erhalten. Doch gerade wegen dieses hohen Betrages habe die Kirchgemeinde nicht alleine entscheiden wollen, sagte Weskamp im Juni vor der Versammlung. Die Kirchenpflege hat darum mit rund 30 Anwohnern gesprochen. Die Reaktionen waren schon damals mehrheitlich negativ.

«Wir haben nochmals alle Pros und Contras gegeneinander abgewogen», sagt Weskamp. «Die Argumente, die dagegen sprachen, haben überwogen. Eine Antenne kommt nicht infrage.» So sei neben der Strahlenbelastung etwa auch das Argument ins Feld geführt worden, dass Swisscom den Ausbau des Glasfasernetzes zurückstelle, wenn sich das Unternehmen vermehrt auf den Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes konzentriere. «Diese Entwicklung wollten wir nicht beeinflussen», sagt Weskamp. Swisscom bestreitet dies allerdings. «Unser Ziel ist es, bis 2021 jede Schweizer Gemeinde und 90 Prozent der Haushalte und Geschäfte mit Ultrabreitband, also der neusten Glasfasertechnologie zu erschliessen», sagt Mediensprecherin Sabrina Hubacher. Zudem sei die Mobilfunkinfrastruktur auf dem Festnetz aufgebaut. Jeder Mobilfunkmast müsse mit einer Glasfaserleitung erschlossen werden.

Keine theologischen Gründe ins Feld geführt

Eine Ablehnung aus theologischen Gründen war in Pfungen kein Thema, wie Kirchenpflegepräsident Weskamp sagt. Anders etwa in Kriegstetten (SO). Dort fasste es ein Gemeindemitglied laut «Solothurner Zeitung» folgendermassen zusammen, nachdem die katholische Kirchgemeinde mit der Swisscom einen Vertrag abgeschlossen hatte: «Die Seele ist verkauft, nun haben wir den Teufel im Haus.»

Swisscom und Sunrise betreiben laut eigenen Angaben schweizweit rund 70 Antennen auf Kirchen. In der Region um Winterthur gibt es derzeit noch keine. 2013 hätte in Wiesendangen die erste gebaut werden können. Doch wegen zahlreicher Gegner und Verzögerungen, verzichtete die Swisscom schliesslich auf den Standort.

Immer noch pendent ist eine Anfrage von Swisscom bei der reformierten Kirchgemeinde Kyburg. Wegen eines Ressourcenengpasses habe man das Thema bisher nicht weiter bearbeiten können, heisst es in der Juli-Beilage des Mitteilungsblattes «reformiert». «Das Thema wird uns bestimmt noch einige Zeit beschäftigen», schreibt Kirchenpflegepräsidentin Dunja Roshard weiter.

Erstellt: 03.09.2019, 16:53 Uhr

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