Fusionen

Kirchenrat: «Wir lernen laufend dazu»

Die Kirchgemeinden sollen bis 2023 zusammenrücken, um der Zukunft gewachsen zu sein. Der Weg dorthin erweist sich als holprig. Der Kirchenrat wehrt sich aber gegen Vorwürfe, auch aus Dättlikon und Pfungen, es fehle ihm eine klare Strategie.

Bis 2023 sollen die Kirchgemeinden eng zusammenarbeiten.

Bis 2023 sollen die Kirchgemeinden eng zusammenarbeiten. Bild: ALESSANDRO DELLA BELLA

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Pfungen und Dättlikon hätten «doppeltes Pech» gehabt, sagt Matthias Bachmann. Der Projektleiter von Kirchgemeinde plus nimmt Stellung zum Vorwurf, der Kirchenrat habe keine Strategie für die erwünschte Zusammenarbeit zwischen reformierten Kirchgemeinden.

Der Vorwurf wurde in Dättlikon und Pfungen laut, nachdem der Kirchenrat verkündete, bis im August keine Zusammenarbeitsverträge mehr zu bearbeiten. Mit dem Moratorium will er sich Zeit verschaffen, um Musterverträge auszuarbeiten, die von den Gemeinden übernommen werden können. In Dättlikon und Pfungen fühlten sich die Behörden vor den Kopf gestossen. Im August reiche die Zeit nicht mehr aus, einen Vertrag abzuschliessen, bevor im Frühjahr mit den Neuwahlen personelle Wechsel anstehen.

Projektleiter Bachmann glaubt, es bleibe nach Ablauf des Moratoriums genügend Zeit, die Zusammenarbeit unter Dach und Fach zu bringen. «Pfungen und Dättlikon werden nicht umsonst gearbeitet haben», sagt er. Das Moratorium betrifft auch andere Gemeinden in der Region, wie jene des Verbunds Weinland Mitte. Wie eine Vernehmlassung des Kirchenrats jüngst ergeben hat, will die Mehrheit der Gemeinden keine Fusion, sondern eherZusammenarbeitsverträge. «Wir lernen laufend dazu», sagt Bachmann. Das sei bei Umstrukturierungen dieser Dimension üblich. «Wir wollen alle mitnehmen.»

Manifest fordert«prägnantere» Kirche

Das Fehlen einer «basisnahen» Gesamtschau für Kirchgemeinde plus beklagt auch die Arbeitsgruppe «Kirche für alle». Sie hatte mit einem Manifest und 350 Un­terschriften vom Kirchenrat verlangt, eine neue Strategie für die Kirche zu entwickeln, auf der Grundlage des christlichen Auftrages. Reformen dürften sich nicht auf die strukturelle Ebene be­schränken. Die Gruppe forderte, die Kirche solle in der Öffentlichkeit «prägnanter» eintreten für Werte wie Menschenwürde, Solidarität und Versöhnung.

Von der vor einigen Tagen eingetroffenen Antwort des Kirchenrates ist die Gruppe enttäuscht. Dieser zähle zwar viele Veranstaltungen im Zusammenhang mit Kirchgemeinde plus auf, aber keine Erkenntnisse. «Enttäuschend ist, dass ein überzeugendes Bild dessen, wie die Kirche künftig die Gesellschaft mitgestalten will, fehlt», schreiben die Initianten.

Laut dem Kirchenrat besteht ein «weitgehender Konsens» darüber, dass Kirchgemeinden nur nah bei den Menschen sein könnten, wenn sie regional aufgestellt seien. Struktur, Inhalt und Kultur liessen sich dabei nicht getrennt betrachten. (Der Landbote)

Erstellt: 19.07.2017, 21:02 Uhr

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