Elgg

Kläranlage könnte künftig Häuser heizen

Die Überbauung Äntenschnabel neben dem Bahnhof Elgg könnte vielleicht mit Abwärme aus der Kläranlage geheizt werden.

Die geplante Überbauung neben dem Elgger Bahnhof. (Visualisierung)

Die geplante Überbauung neben dem Elgger Bahnhof. (Visualisierung)

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Umweltfreundlich heizen hat Zukunft. Mit Wärmepumpen kann ohne Verbrennung Heizenergie gewonnen werden – zum Beispiel aus Abwasser.

Die Gemeinde Elgg prüft derzeit, ob die Abwärme von der Abwasserreinigungsanlage (ARA) künftig zum Heizen von Gebäuden genutzt werden kann. Es könnte ein sogenanntes Anergienetz entstehen, bei dem aus niedrigen Temperaturen mittels Wärmetauscher Energie gewonnen wird.

«Noch ist alles offen», sagt Herbert Güttinger, der in der Kommission Technische Betriebe sitzt und das Projekt führt. Bereits 2011 hat die Gemeinde die mögliche Abwärmenutzung der ARA im Energieplan festgehalten und ein Prioritätsgebiet westlich der Kläranlage definiert. Es geht dabei um den östlichen Teil von Neu-Elgg und das Gebiet an der St. Gallerstrasse.

Ist die Elgger Kläranlage bald auch eine Heizung für die neue Überbauung?

Mit Bauherrin in Kontakt

Die geplante Überbauung Äntenschnabel nahe dem Bahnhof wurde damals nicht markiert, liegt aber mitten in dem Prioritätsgebiet. Dort werden in den nächsten Jahren acht Mehrfamilienhäuser mit 141 neuen Wohnungen entstehen.

Eine Projektgruppe ist darum mit der Bauherrin, der Mabag AG, in Kontakt. «Im Gestaltungsplan für die Überbauung ist nur festgelegt, dass die Wärmeversorgung möglichst erneuerbar sein soll», sagt Güttinger. Es bestehe für die Bauherren keine Pflicht, sich einem allfälligen Verbund anzuschliessen.

Resultate im Sommer

«Wir prüfen nun aber, ob es überhaupt möglich und sinnvoll wäre, einen solchen Verbund zu realisieren», sagt Güttinger. Und ob es genügend Bezüger gäbe. Allerdings sei man für den Äntenschnabel etwas spät dran, denn die Baubewilligung ist erteilt, die Planung läuft.

Im Bericht zum Energieplan wurde für die Abwärmenutzung der ARA ein Potenzial von 2500 Megawattstunden errechnet, mit der sich rund 40 000 Quadratmeter Fläche beheizen liessen.

Sollte sich das Projekt als nicht realisierbar erweisen, werde es aus dem Energieplan gestrichen, sagt Güttinger. Konkrete Resultate über die Machbarkeit des neuen Wärmeverbunds erwartet er im Lauf des Sommers.

Erstellt: 11.04.2019, 18:23 Uhr

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Gemeinde spart mit kleinen Massnahmen Energie

Die Prüfung eines Abwärmenetzes von der ARA Elgg hatte die Energiekommission angestossen. Damit soll der Energieplan der Gemeinde umgesetzt werden. Die Kommission hat daneben beim Gemeinderat weitere Massnahmen beantragt, die nun bereits umgesetzt wurden: Per 1. Januar haben alle Abteilungen der Gemeinde den Beschaffungsstandard von Energie Schweiz eingeführt. Dieser gibt Richtlinien für eine nachhaltige Beschaffung in Gemeinden. «Jede Abteilung muss dort erst schauen, welche Produkte darin empfohlen sind, bevor sie etwas einkauft», sagt Christoph Ziegler, Gemeindepräsident und Präsident der Energiekommission. Vom Druckerpapier über Reinigungsmittel bis hin zu Fahrzeugen. Weiter wurde am Gemeindehaus ein Windfang gebaut, und die Lamellenstoren schliessen bereits um 18.30 statt um 22 Uhr. Das spart Heizenergie. Der Wasserspender im Sitzungszimmer wurde zugunsten von Leitungswasser abgebaut. (rut)

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