Seuzach

Kleine Spatenstiche für ein grosses Vorhaben

Der Startschuss zum Bau der Altershochburg auf der Schneckenwiese ist gefallen.

Ein Augenblick für die Erinnerung: Die Kinder beim Spatenstich auf der Schneckenwiese. Foto: Marc Dahinden

Ein Augenblick für die Erinnerung: Die Kinder beim Spatenstich auf der Schneckenwiese. Foto: Marc Dahinden

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«Auf gehts.» Das lassen sich die 15 kleinen Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter der Kita Sommervogel und des Horts nicht zweimal von der Gemeindepräsidentin sagen. In ihren gilets jaunes legen sie los, schaufeln, hacken und graben dort, wo später einmal die Tiefgarage für die drei Gebäude liegen soll. «Vielleicht werden sie sich in 70 Jahren, wenn sie sich selbst für eine Alterswohnung anmelden, an diesen Tag erinnern», sagte Marco Oss, Präsident der Winterthurer Genossenschaft für Alters- und Invalidenwohnungen (Gaiwo).

Offiziell übergeben

Für ihn war gestern ein guter Tag. Die Gemeinde übergab ihm respektive der Gaiwo offiziell die Schneckenwiese. Es handelt sich dabei um das Stück Wiese nahe Migros, Kindergarten, Post und Bushaltestelle.

Darauf will die Gaiwo im Baurecht mit der Gemeinde Seuzach bis Frühjahr 2021 für rund 23 Millionen Franken drei Gebäude mit insgesamt 56 Alterswohnungen samt Bibliothek, Tagesstrukturen und Spitex erstellen. Entwickelt haben das Bauprojekt die Winterthurer Architekten Hinder Kalberer.

«Die nächsten Jahre werden wohl ungemütlich und laut. Davor graut mir ein bisschen.»Eine Anwohnerin

Unter den rund 50 Gästen, die zum Spatenstich gekommen sind, befinden sich neben Schaulustigen, Vertretern von Gemeinde und Bauherrschaft auch Anwohnerinnen und Anwohner. «Ich finde gut, was hier entsteht», sagt eine Frau. Doch es werde die nächsten Jahre hier ungemütlich werden und lärmig sein, sagt sie. «Davor graut mir ein bisschen.»

Gemeindepräsidentin Katharina Weibel lässt die Entstehungsgeschichte Revue passieren. Das Mikrofon knistert und raschelt zwischendurch. Doch das Wichtigste versteht man: «Ich freue mich ungemein, dass wir der Gaiwo das Land heute offiziell übergeben können.» Sie hoffe auf unfallfreie Bauarbeiten und positive Überraschungen.

Positiv überrascht wäre sie zum Beispiel, wenn die Baukosten geringer ausfielen als veranschlagt. Dadurch würden auch Erwerb und Ausstattung der Räumlichkeiten für Bibliothek und Tagesstrukturen günstiger ausfallen, wofür die Stimmbürger vor einem Monat 6,5 Millionen Franken bewilligt haben.

170 Anmeldungen

Wer eine Wohnung in einem der drei fünfgeschossigen hohen Gebäude mieten möchte, muss zehn Jahre in Seuzach wohnen und über 55 Jahre alt sein. So lauten die Regeln.

«Die Mietverträge werden wir erst ein halbes Jahr vor Bauende erstellen», sagt der Gaiwo-Präsident. So werden sich die 170 Personen, die bereits eine Anmeldung für eine Wohnung ausgefüllt haben, wohl bis Mitte 2020 gedulden müssen, bis sie wissen, ob sie zu den glücklichen Mietern einer der lichtdurchfluteten 2½- oder 3½-Zimmer-Wohnungen in Südwest- oder Nordostlage zählen und fortan in Seuzachs neuem Zentrum leben.

(Landbote)

Erstellt: 13.03.2019, 10:11 Uhr

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