Wirtschaft

Landis stimmen Grossfusion zu

Die drei Landi-Genossenschaften Weinland, Dägerlen und Umgebung und Schlatt TG und Umgebung haben mit grossen Mehrheiten einer Fusion zugestimmt. Ein Standort wird 2018 nun definitiv geschlossen.

Hauptsitz der fusionierten Landi wird der Standort in Marthalen. Das Einzugsgebiet reicht bis nach Winterthur und über die Thurgauer Grenze.

Hauptsitz der fusionierten Landi wird der Standort in Marthalen. Das Einzugsgebiet reicht bis nach Winterthur und über die Thurgauer Grenze. Bild: Urs Jaudas

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Vor drei Jahren hatte die Landi Dägerlen noch Nein zu einer Fusion mit der Landi Weinland gesagt. Und vor einem Jahr sagte die Landi Stammertal Nein zur Landi Schlatt TG und zur Landi Untersee und Rhy. Vergangene Woche aber gab es drei deutliche Ja und damit kommt es zu einer Grossfusion im Weinland.

An der Ge­neralversammlung in Dägerlen stimmten 54 Mitglieder einer Fusion zu, 9 waren dagegen. In Schlatt sagten 48 Ja und 4 Nein. Die Weinländer Genossenschafter mussten zweimal abstimmen: 78 Ja zu 2 Nein gab es für einen Zusammenschluss mit Dägerlen, 77 Ja zu 2 Nein für Schlatt. Sehr erfreulich sei die deutliche Zustimmung überall, sagte Leo Schmid, Präsident der Landi Weinland, gestern an einer Pressekonferenz.

Lieferdienst wird ausgebaut

Die fusionierte Genossenschaft wird Landi Weinland heissen, 930 Mitglieder haben und 220 Angestellte auf 150 Vollzeitstellen. «Damit sind wir wohl einer der grössten Arbeitgeber im Weinland», sagte Geschäftsleiter Christian Lutz. Der Gesamtumsatz 2017 der drei Genossenschaften zusammengezählt beträgt rund 100 Millionen Franken. Der Hauptsitz der fusionierten Landi bleibt in Marthalen, wo die grösste Infrastruktur vorhanden ist. Ausserdem wird sie mit 90 Prozent der Stimmen Mehrheitsaktionärin der Landi Neftenbach AG.

«Ich bin nicht nur glücklich, aber als Präsident sehe ich  das Geschäft.»Walter Monhart, 
Präsident Landi Schlatt TG

Schlechte Neuigkeiten sind das für den Agrostandort Schlatt. Er wird Ende 2018 geschlossen. Gründe sind die wirtschaftliche Situation und grössere Investitionen, die anstünden. Auch die Getreidesammelstelle in Schlatt schliesse man, teilte Schmid mit.

Ab 2019 könnten die Landwirte ihre Ernten in Marthalen abgeben, wo Kapazität vorhanden sei. Zur Kompensation will die Landi ihren Lieferdienst im ganzen Gebiet ausbauen. «Das soll so gut funktionieren, dass die Landwirte möglichst keinen Unterschied merken», sagte Lutz.

Walter Monhart, Präsident der Landi Schlatt, bedauerte diesen Entscheid: «Ich bin nicht nur glücklich, aber als Präsident sehe ich natürlich das Geschäft.» Die Schliessung bringe Unsicherheit mit sich und die Ansprüche an die Folgelösung seien gross. Insgesamt sei er aber überzeugt, dass die Fusion eine gute Lösung sei und man habe heute schon Beziehungen nach Marthalen. «Wichtig ist, dass wir jetzt nicht noch mehr Eigenkapital ausgeben für Investitionen, die später überflüssig sind.»

Entlassungen ziehe die Schliessung in Schlatt keine nach sich, sagte Lutz. Die Mitarbeiter in der Administration beschäftige man in Marthalen weiter.

«Nun sind wir wohl einer der grössten  Arbeitgeber  im Weinland.»Christian Lutz, 
Geschäftsleiter Landi Weinland

Der Volg in Schlatt bleibt bestehen, genauso wie die weiteren 19 Volg-Läden, die zur fusionierten Landi Weinland gehören. Einzig in Gütighausen sei schon vor diesem Entscheid klar gewesen, dass der Volg geschlossen wird, sagte Schmid. Ebenfalls weitergeführt werden die vier Landi-Läden in Diessenhofen, Marthalen, Rickenbach und Rutschwil sowie die Topshops und Tankstellen.

«Wir können keine Standorte garantieren», relativierte Lutz gestern. Auf die nächsten ein bis zwei Jahre seien keine weiteren Schliessungen angedacht, aber die kleineren Läden seien ein Verlustgeschäft, das sei klar.

Gespräche mit Mitarbeitern

Die Fusion gilt rückwirkend auf den 1. Januar 2018, umsetzen wolle man sie auf Anfang 2019, sagte Lutz: «So eine Zusammenführung ist nicht ganz einfach.» Als Erstes werde man nun Gespräche mit den Mitarbeitern führen: «Es gibt sicher solche, die mit ihren neuen Aufgaben nicht einverstanden sind.»

Man wolle mit allen korrekt umgehen, aber auch keinen Umsatz einbüssen, damit sich die Fusion finanziell lohne. Lutz bleibt Geschäftsleiter der neuen Landi Weinland. Der neue Vorstand setzt sich aus je zwei Dägerlern und Schlattern sowie aus sechs Weinländer Mitgliedern zusammen.

(landbote.ch)

Erstellt: 25.05.2018, 10:46 Uhr

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