Buch am Irchel

Landwirte fordern Rabatt bei Wassergebühren

An der Gemeindeversammlung am Freitagabend sorgte die neue Verordnung der Wasserversorgung für Diskussionen. Über das Geschäft wird nun später abgestimmt.

Die ersten 5 Traktanden wurden mit grosser Mehrheit angenommen.

Die ersten 5 Traktanden wurden mit grosser Mehrheit angenommen. Bild: Keystone

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Nach sechs Traktanden deutete alles darauf hin, dass es eine kurze Gemeindeversammlung werden würde, alle Geschäfte wurden mit grosser Mehrheit angenommen. Dann kam das siebte und letzte Traktandum, und das wurde nicht so schnell durchgewinkt, wie von Seiten des Gemeinderats gewünscht. Die Totalrevision der Verordnung der Wasserversorgung sorgte für Diskussionen, vor allem seitens der Landwirte.

Gemeindepräsident Hansruedi Mosch stellte im Detail die neue Verordnung und das neue Gebührenmodell vor, die für die meisten der 67 Anwesenden unumstritten war. Nachdem auch die Rechnungsprüfungskommission den Antrag zur Annahme empfohlen hatte, meldete sich jedoch ein Bürger zu Wort und zeigte ein auf Karton gezeichnetes Diagramm. «Die Landwirtschaft ist in diese Berechnungen nicht einbezogen worden», sagte er. Er und andere Landwirte aus Buch am Irchel fanden, dass sie bei den Wassergebühren speziell behandelt werden sollten. Konkret forderte er: «Den Landwirtschaftlichen Grossverbrauchern ist ein Mengenrabatt von 50 Prozent ab 1000 Kubikmeter pro Anschluss zu gewähren.»

Mit diesem Antrag bezog er sich auf den Punkt «besondere Verhältnisse» im neuen Gebührenreglement. Ein anderer Landwirt fügte hinzu: 10 bis 15 grosse Bauern in der Gemeinde trügen beinahe einen Drittel der Kosten, die fürs Wasser anfallen. «Es kann nicht sein, dass 15 Bauern Hunderte Einwohner durchfüttern!»

Verständnis für Landwirte

Gemeindepräsident Hansruedi Mosch wies die Anwesenden darauf hin, dass die Kosten – würde die Gemeinde den gewünschten Rabatt gewähren – auf die anderen Einwohner abgewälzt würde. Es folgte eine lange Diskussion. Der Grundtenor war: Der Wunsch der Landwirte ist nachvollziehbar, aber bevor darüber abgestimmt werden kann, müsste klar sein, was das für jeden Einzelnen genau bedeute. Zahlen wurden zwar genannt, konnten aber nicht belegt werden und genügten deshalb den meisten nicht als Entscheidungsgrundlage.

«So können wir nicht abstimmen», fand einer und stellte einen Verfahrensantrag. Das Geschäft solle zurückgestellt werden und erst dann wieder vor die Versammlung kommen, wenn klare Zahlen ausgerechnet wurden. Vergeblich wies Hansruedi Mosch darauf hin, dass die Versammlung auch erst einmal die Totalrevision an sich annehmen könne und man auf den anderen Antrag zu einem späteren Zeitpunkt zurückkommen könne. Schliesslich stimmten 35 Anwesende dafür, das ganze Geschäft zurückzustellen, was ganz knapp der Mehrheit entsprach.

Kollektoren für Irchelhalle?

Wortmeldungen gab es sonst vor allem, als es um die Irchelhalle ging. Der Kredit des Neubaus wurde unterschritten, die Abrechnung angenommen. Jemand fand, dass man doch auf der Südseite noch Sonnenkollektoren installieren könne, wenn der Bau schon günstiger ausgefallen sei. Hochbauvorsteher Gerhard Weilenmann sagte, dass der Gemeinderat offen für einen entsprechenden Antrag sei.

Mit dem Bau der Halle wurden Schulden angehäuft, die nun abgebaut werden müssten. Die Gemeinde möchte deshalb den bisherigen Schulhausparkplatz verkaufen, und zwar dem Meistbietenden ab einem Minimalpreis von 500 Franken pro Quadratmeter.

Erstellt: 01.12.2019, 15:51 Uhr

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