Seuzach

Manege frei für Laserman und Tigerscheckenponys

Der Zirkus Steygastiert ab heute in Seuzach. Beim Schulhaus Halden haben die Artisten gestern das viertürmige Zelt aufgebaut.

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Hoch über den Dächern von Seuzach prangt der Schriftzug und lässt schon von fern erkennen: Der Zirkus Stey ist im Dorf. Früh am Montagmorgen haben die Artisten und Arbeiter des Traditionszirkus aus dem Thurgau die vier Masten für das Hauptzelt aufgerichtet und das Logo festgespannt.

Nun, um 11 Uhr, legen sie die Zeltplane auf der noch kühlen Wiese aus, während sich die Sommerhitze langsam bemerkbar macht. Schnell bauen sie das Vorzelt auf. Hier im Schatten, wo bald Zuckerwatte, Popcorn und Hotdogs verkauft werden, planen sie die weiteren Aufbauarbeiten.

Jede Bewegung sitzt

So ein Zirkusaufbau geht beeindruckend schnell. Schon stehen die Wohnwagen auf der Wiese hinter dem Schulhaus Halden, ein Kind badet in einem Planschbecken, Wäsche ist zum Trocknen aufgehängt.

«Dass wir wegen Hitze eine Vorstellung absagen, das hat es noch nie gegeben.»Martin Stey,
Zirkusdirektor

Am Rande des Geländes weiden Kühe, Geissen, Miniponys und Tigerscheckenponys, die alle ihren Auftritt in der Manege haben werden. Zirkusdirektor Martin Stey eilt vom Wohnwagen zum Bürowagenund zum Kassenhäuschen und schaut, dass administrativ alles läuft. Für den Zeltaufbau braucht es ihn nicht. Das Team ist eingespielt, jede Bewegung sitzt.

Stey ist im Zirkus aufgewachsen und seit 2011 Direktor. Der 41-Jährige tritt nach wie vor selber in der Manege auf: «Dieses Jahr mache ich eine Clownnummer.» Auch seine Familie ist in den Zirkusalltag involviert.

Seine Frau und seine fünfjährige Tochter haben diese Saison eine Tiernummer mit den Kühen und Geissen im Programm. Nur der zweijährige Sohn macht nicht mit. «Der klettert im Moment noch lieber auf dem Traktor rum als in der Manege.»

Dass der Zirkus seine Leidenschaft ist, merkt man Stey im Gespräch an. Er ist aber auch Alltag und Arbeit. Das ständige Herumreisen gehöre einfach dazu, viel zu erzählen gebe es gar nicht. Er könne aber beobachten, dass sich der Zirkusalltag aus wirtschaftlicher Sicht verändert habe.

Das Konkurrenzangebot sei gerade in der Sommerzeit sehr gross, in jedem Dorf gebe es mittlerweile ein Festival oder ein Open-Air-Kino. Und es werde nicht einfacher, Stellplätze zu finden. «Zum Teil auch aus dem ganz banalen Grund, dass viele der früher freien Flächen heute verbaut sind.»

Flüchtiges Zirkusuniversum

Stey will aber nicht klönen, sondern freut sich auf die Vorstellungen in Seuzach. «Wir werden in Seuzach immer ganz herzlich aufgenommen, die Anwohner sind interessiert und wohlwollend», sagt er und fügt mit einem Lachen an: «Und der Vorverkauf ist gut angelaufen.»

Der Sommerhitze werden die Artisten mit einem gut belüftbaren Zelt und zwei grossen Ventilatoren trotzen. «Dass wir eine Vorstellung wegen Hitze abgesagt haben, das hat es noch nie gegeben», sagt er. Die diesjährigen Höhepunkte im Programm: «Der Laserman. Der Künstler zeigt eine spektakuläre Lasershow», sagt Stey. «Und die Tiernummern sind immer ein Publikumshit.»

Auf der Wiese tut sich wieder etwas. Die Artisten haben die Zeltplane fertig ausgelegt. Schnell wird sie mit einer Luftdruckpumpe hochgezogen, mit Stangen und Seilen werden die Aussenwände fixiert, Stromkabel verlegt, Lampen aufgehängt.

Auch das Eingangstor steht jetzt, «Grüezi» heisst es darauf, es ist mit Lichterketten geschmückt und bereit, die Gäste in diesem flüchtigen Zirkusuniversum für ein paar Stunden willkommen zu heissen.

Stey: Heute 14 Uhr und 19.30 Uhr, morgen 14 Uhr. Schulhaus Halden. (Der Landbote)

Erstellt: 10.07.2018, 09:15 Uhr

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