Pfungen

Menschenrechtspreis aus Kurdistan

Für seine Hilfe an Flüchtlinge im Nordirak gibt es je einen Menschenrechtspreis für Pfarrer Andreas Goerlich und Pfungens Reformierte Kirchgemeinde. Die Stiftung, die den Preis verleiht, wurde von Flüchtlingen gegründet.

Auf seiner letzten Reise brachte Pfarrer Andreas Goerlich mit Begleitschutz Hilfsgüter in die jesidischen Dörfer der Sindjar-Ebene.

Auf seiner letzten Reise brachte Pfarrer Andreas Goerlich mit Begleitschutz Hilfsgüter in die jesidischen Dörfer der Sindjar-Ebene. Bild: pd

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Die Reformierte Kirchgemeinde Pfun­gen und Pfarrer Andreas Goer­lich haben vor wenigen Tagen von der grössten Menschenrechtsorganisation im Nordirakje einen Menschenrechtspreis ver­liehen bekommen. Die Stiftung «Ahmad Bonjaq human rights organisation», die 2013von syrischen Kurden in einem Flüchtlingscamp im Nordirak gegrün­det wurde, hat ihnen die soge­nannten Shield-Preise verliehen.

Mit den beiden Auszeichnungen in Form von Plastikschutzschildern bedanke man sich für «den mutigen Gang in gefährliche Gebiete, die unkomplizierte Hilfe, ohne nach religiöser Herkunft zu fragen, und den Einsatz für die Wahrung der Menschenrechte», teilte die Stiftung mit. Kirchenpflegepräsident Guido Aregger und Andreas Goer­lich waren über die Ehrung überrascht «Wir freuen uns, dass das Engagement unse­res Pfarrers wertgeschätzt wird», sagt Aregger. Die Kirch­gemeinde stehe voll hinter sei­ner Flüchtlingsarbeit, die der Pfarrer in seiner Freizeit leiste.

Hand in Hand

Seit drei Jahren arbeitet die «Syrien­hilfe Pfungen» mit «Ahmad Bonjaq human rights organisation» zusammen. Diese wurde von einer syrischen Kurdenfamilie gegründet, deren Sohn, Ahmad Bonjaq, 2013 im Alter von 18 Jahren vom syrischen Geheimdienst auf offener Strasse erschossen wurde, wie Goer­lich erklärt. Die Familie sei daraufhin in den Nord­irak ins Flüchtlingslager Kawergosk geflüchtet, eines von vier permanenten Camps bei Erbil.

Durch diese nordirakische Menschenrechtsorganisation habe die Syrienhilfe Zugang zu fast allen Camps und zu christlichen wie jesi­dischen Dörfern erhalten. «Wir können mit ihrer Hilfe auch an Aktionen des Hochkommissariats der Vereinten Nationen und des kurdischen Präsidenten Barzani teilnehmen», sagt Goer­lich.

So war der reformierte Pfarrer am 9. April erneut für eine Woche im Nordirak, wo er ein ganz frisches Flüchtlingsnotcamp im Sindjargebirge aufsuchte. Dorthin waren die Jesiden vor dem Terror des Islamischen Staats geflohen, der die religiöse Minderheit als «Ungläubige» mit besonderem Hass verfolgt. Goer­lich drang nun mit Begleitschutz zu den jesidischen Flüchtlingen vor und verteilte zusammen mitder Barzanistiftung Hilfsgüter in gros­sen Mengen.

«Es herrschen dort schlimme Zustände, es gibt keine gute medizinische Hilfe, und niemand hilft dort, weil es gefähr­lich ist», sagt Goer­lich, der inzwischen wieder in der Schweiz weilt. Er gehe nicht in den Irak, weil es ihm hier etwa langweilig wäre, «sondern, um zu leben, was wir sonntags predigen», sagt er. (Der Landbote)

Erstellt: 26.04.2016, 19:24 Uhr

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