Eulachtal

«Milde Winter sind schlecht fürs Geschäft»

2017 war für die Landi Eulachtal insgesamt ein gutes Jahr. Umsatz eingebüsst haben aber die beiden Volgläden in Hagenbuch und Wiesendangen und das neue Online-Geschäft funktioniert auch noch nicht überall.

Die Landi in Räterschen mit Tankstelle und Shop schrieb auch 2017 gute Zahlen. Grund dafür sind wahrscheinlich eher jüngere Kunden.

Die Landi in Räterschen mit Tankstelle und Shop schrieb auch 2017 gute Zahlen. Grund dafür sind wahrscheinlich eher jüngere Kunden. Bild: Johanna Bossart

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Ist das Wetter schön, zieht es die Menschen in die Gärten – und in die Landis. Das Konsumverhalten sei stark witterungsabhängig, heisst es im Geschäftsbericht der Landi Eulachtal.

Der Umsatz in den Landi-Läden in Räterschen und Wiesendangen habe 2017 trotz Wetterkapriolen gesteigert werden können. «Wenn es im Frühling schön ist, explodieren in den Landi-Läden die Kundenzahlen», sagt Geschäftsleiterin Monika Müller.

Bei schlechterem Wetter würden weniger Gartenarbeiten ausgeführt und die Zahlen sinken. Ebenfalls eher schlecht wirken sich milde Winter aus: «Dann brauchen die Leute keine Schneeschaufeln oder Streusalz.»

Junge Kunden fehlen

Nach einem guten Jahr 2016 ging es für die Landi Eulachtal 2017 positiv weiter. Das sei immer noch zum grössten Teil auf den neuen Standort in Räterschen mit Landi, Shop und Tankstelle zurückzuführen, heisst es im Geschäftsbericht.

Den gesamten Umsatz steigerte die Genossenschaft von 19,2 Millionen Franken auf 21,1, was einem Wachstum von rund 10 Prozent entspricht. Der Bruttogewinn wuchs weniger stark als noch im Jahr zuvor, aber immerhin von 3,01 Millionen Franken auf knapp 3,3 Millionen Franken.

«Jüngere Leute bleiben in den Dörfern als Kunden aus, weil sie dort einkaufen, wo sie arbeiteten.»

Präsident Hansueli Sommer schreibt im Vorwort des Berichts: «Der vorliegende Abschluss der Jahresrechnung 2017 übertrifft sogar unsere hochgesteckten Ziele.»

Weniger positiv sieht es für die Volgläden in Hagenbuch und Wiesendangen aus: «Beide Läden haben, im hart umkämpften Lebensmittelhandel, Umsatz eingebüsst», heisst es im Bericht – von 3,11 Millionen Franken auf 2,99 Millionen Franken.

Müller sieht die Herausforderung nicht nur bei der Konkurrenz, sondern vor allem in der Bevölkerungsstruktur: «Es sind die älteren Generationen, die in den Volgläden einkaufen.» Die jüngeren Leute blieben in den Dörfern als Kunden aus, weil sie dort einkauften, wo sie arbeiteten.

«Das sieht man auch daran, dass die Läden am Winterthurer Bahnhof jeweils aus allen Nähten platzen.» Der demografische Wandel in ländlichen Gebieten komme den Volgläden nicht entgegen, sagt Müller. So hätten über die letzten Jahre die Grösse der Haushalte abgenommen, was sich teilweise ebenfalls stark auswirke. «Ich habe früher auch für die ganze Familie eingekauft und heute nur noch für meinen Mann und mich.»

Kein Lieferservice im Volg

Mitte 2017 ist die Landi Eulachtal in den Onlinehandel eingestiegen – mit bisher gemischten Ergebnissen. Während das Angebot in den Landis gut angelaufen sei, werde es in den Volgläden nicht genutzt, heisst es im Geschäftsbericht. «Ich glaube, das hat mit den Produkten selbst zu tun. Lebensmittel will man sehen, bevor man sie kauft», sagt Müller.

Die Landis böten Produkte an, die man gut online bestellen könne. Auch existiert dort ein Lieferservice. Im Volg können die Kunden ihren Einkauf zwar vorbestellen, müssen ihn aber vor Ort abholen.

Ein gutes Jahr hatten die Landi-Tankstellen. Vor allem der Shop in Räterschen komme wohl jungen, spontanen Kunden entgegen, die alles auf einmal erledigten wollen, sagt Müller.

Am 17. Mai findet die Generalversammlung in Elgg statt. Es wird die letzte für Präsident Sommer, der nach 20 Jahren zurücktritt.

(Der Landbote)

Erstellt: 04.05.2018, 17:53 Uhr

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