Weltpfadilager

Mit Fonduegabeln nach West Virginia

Nächste Woche reist auch ein Trupp aus der Region, die Wintiloiä, ans World Scout Jamboree in West Virginia.

Die Wintiloiä verkauften Kuchen in der Stadt, um tauschbare Gadgets fürs Weltpfadilager zu kaufen.

Die Wintiloiä verkauften Kuchen in der Stadt, um tauschbare Gadgets fürs Weltpfadilager zu kaufen. Bild: pd

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Alle vier Jahre treffen sich Pfadis aus aller Welt zu einem Jamboree, was sich mit «friedliches Treffen aller Stämme» übersetzen lässt. Dieses Jahr laden die Verbände der USA, Kanada und Mexiko in eine renaturierte Tagebaumine in West Virginia zum 24. Weltpfadilager.

Die Schweizer Delegation umfasst 1150 Pfadis, verteilt auf 26 Trupps: «Damit man möglichst viele verschiedene Kulturen kennen lernt, werden die Trupps eines Landes auf verschiedene Subcamps verteilt», sagt Anna-Kathrin Maier alias Kepaia.

Die Wölflileiterin aus Hettlingen nahm bereits am letzten Jamboree in Japan teil und ist dieses Mal als Leiterin des Wintiloiä-Trupps dabei.

4500 Franken pro Kopf

Zu den Wintiloiä respektive zum Trupp 7 gehören insgesamt 34 Pfadis im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie vier Leiterinnen und Leiter der Abteilungen Dunant, Waldmann, Eschenberg, Pulacha, Altburg und Bubenberg.

Alles in allem zahlen die Schweizer Pfadis 4500 Franken pro Kopf. Nicht weil das Lager so teuer wäre, sondern um es auch Pfadis aus ärmeren Ländern zu ermöglichen, dabei zu sein.

«Wir sind alle jung und wollen Spass. Das verbindet.»

Seit einem Jahr bereiten sich die Wintiloiä auf das Weltpfadilager vor, das am 22. Juli beginnt und am 3. August endet. Es begann mit gemeinsamen Übungen und Wochenenden, um die Truppe zusammen zu schweissen, gefolgt von Elternabenden und Finanzaktionen: «Wir haben Geld gesammelt für die gewünschten Gadgets», sagt Maier.

Auch gemeinsam Kochen schweisst zusammen.

Mit dem Erlös aus Kuchenverkäufen und einer intensiven Zopfbackaktion kauften sie etwa Fonduegabeln und kleine Löwenanhänger, die sie am Jamboree tauschen wollen. Anders als in früheren Jahren stellen die Gastgeber Zelte und Matten zur Verfügung.

Trotzdem gab es für die Leiter einiges zu organisieren: Bei den Eltern mussten Bewilligungen für die Flüge eingeholt, das viertägige Nachprogramm des Trupps (ein Städtetrip nach Washington) geplant und die Teilnehmer in je zwei Achter- und zwei Neunergruppen eingeteilt werden, die am Jamboree zusammen unterwegs sein werden.

In West Virginia werden die Wintiloiä das Lager zwischen Pfadis aus Brasilien und Saudi-Arabien beziehen.«Wenn man genug aktiv auf die Leute zugeht, kann man auch mit einem Hello-how-are-you-Englisch mühelos neue Kontakte knüpfen», ist Maier überzeugt. «Wir sind alle jung und wollen Spass haben. Das verbindet.»

Bleibende Kontakte

Ein erstes Highlight stellt die grosse Eröffnungsfeier mit allen 45000 Teilnehmern dar. Für die meisten Aktivitäten und Workshops in kleinerem Rahmen kann man sich über die offizielle App anmelden.

Ein persönliches Highlight war für Maier der International Food Day des letzten Weltpfadilagers: «Jeder Trupp kocht eine Spezialität seines Landes, dann geht man herum und kann überall schnoigge.» Besonders gut sind ihr die scharfen Süssigkeiten der Japaner in Erinnerung geblieben.

Nicht nur die Erinnerungen, sondern auch die Bekanntschaften bleiben manchmal über das Lager hinaus bestehen. So hielt Maier nach dem Jamboree von 2015 noch über ein Jahr mit zwei Pfadis aus den USA und Indonesien den Kontakt.

Erstellt: 18.07.2019, 17:01 Uhr

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