Zell

Mit Genossenschaften gegen moderne Gessler

SP-Nationalrätin Jacqueline Badran interpretierte die Geschichte um die Schlacht am Morgarten genossenschaftlich.

SP-Nationalrätin Jacqueline Badran überzeugte auf dem Land mit ihrer Festrede.

SP-Nationalrätin Jacqueline Badran überzeugte auf dem Land mit ihrer Festrede. Bild: Markus Brupbacher

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Am 1. August besinne man sich auf das, «was uns ausmacht, die Schweiz, die wir alle so lieben, ob von rechts, links, oben, unten». SP-Nationalrätin und Unternehmerin Jacqueline Badran hielt im ländlichen Langenhard in der Tösstaler Gemeinde Zell eine gekonnte­ Festrede. Der Applaus nach der Rede war stark und lang. Sie erzählte die Geschichte der Schlacht am Morgarten von 1315.

Basis der direkten Demokratie

Da war auf der einen Seite das Kloster Einsiedeln als Grossgrundbesitzer, auf der anderen Seite die Bauern, die dem Kloster den Zehnten ablieferten. Um das Land gemeinsam zu nutzen, schlos­sen sie sich zu sogenannten Genossamen zusammen – heute würde man Genossenschaften sagen. Es entbrannte ein Streit, das Kloster holte die Habsburger zu Hilfe, und es kam zur Schlacht.

«Ohne gemeinsamen Bodenbesitz keine direkte Demokratie.»Jacqueline Badran

«Das Kapital von früher und heute ist der Bodenbesitz», sagte Badran. Damals habe das Prinzip des Gemeinnutzes gegen jenes des Eigennutzes gewonnen. Anders als im übrigen Europa mit den feudalen Grossgrundbesitzern hätten sich in der Schweiz Kooperationen durchgesetzt. Dies habe die ersten demokratischen Strukturen entstehen lassen, da es Regeln für den gemeinsam genutzten Boden­ brauchte. «Ohne gemeinsamen Bodenbesitz keine direkte Demokratie.» Nur wer mitbesitze, der könne auch demokratisch mitbestimmen. Ob Schulen, Stras­sen oder Spitäler: Hierzulande gehöre vieles dem Volk, der Allgemeinheit. «In der Schweiz von heute weht der Geist von Morgarten.» Das halte das Land im Innern zusammen. «Ob links oder rechts, da dürfen wir uns nicht auseinanderdividieren lassen.» (Landbote)

Erstellt: 02.08.2018, 08:53 Uhr

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