Turbenthal

Museumsverein hofft auf eine definitive Bleibe im Stiefelhaus

Ein Verein setzt sich seit 30 Jahren vergeblich für ein Ortsmuseum in Turbenthal ein. Nach einem weiteren Rückschlag hofft er auf eine Lösung im Stiefelhaus. Doch dafür braucht es den Gemeinderat.

Fritz Fuhrimann im Stiefelhaus an der Tösstalstrasse 20: Er hofft, dass aus dem Lager ein Museum entstehen kann.

Fritz Fuhrimann im Stiefelhaus an der Tösstalstrasse 20: Er hofft, dass aus dem Lager ein Museum entstehen kann. Bild: Madeleine Schoder

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In einem Regal im Stiefelhaus liegen alte Werkzeuge. Fritz Fuhrimann zieht einen Hobel heraus, um ihn sich genauer anzuschauen. Feine Linien und Löcher sind im Holzgriff zu sehen. «Er ist wurmstichig», sagt Fritz Fuhrimann, Vorstandsmitglied im Verein für ein Ortsmuseum. «Wie viele andere Gegenstände hier müsste er dringend besser gelagert werden.»

Im provisorischen Ortsmuseum an der Tösstalstrasse 20 fehlte bisher aber der Platz dafür. Es ist in einem ehemaligen Stall eingerichtet, der so gross ist wie andernorts eine Stube. Zwar führt eine Treppe in ein luftiges Dachgeschoss (im Bild). Doch der Zugang ist so steil, dass ihn wohl nicht alle erklimmen können. Alte Schlitten, Gespanne oder Werbetafeln stapeln sich dort oben. Der Raum ist eine Fundgrube für Geschichten, die Fritz Fuhrimann und andere aus dem Verein für ein Ortsmuseum gerne einem breiteren Publikum zugänglich machen würden.

Über zwanzig Jahre lang hat der Verein deshalb darauf hingearbeitet, Ausstellungsräume im Schlossguet einrichten zu können, unzählige Stunden Fronarbeit wurden investiert. Seit der Gemeinderat aber kürzlich einen erneuten Anlauf zur Sanierung des historischen Gebäudes im Ortskern gestoppt und eine neue Arbeitsgruppe eingesetzt hat, setzt der Museumsverein nun auf eine andere Lösung: Der Vorstand will im Stiefelhaus eine definitive Lösung anstreben.

«Es steckt so viel Herzblut im provisorischen Museum. Es wäre schade, wenn das verloren ginge.»Fritz Fuhrimann, 
Vorstandsmitglied im Verein für ein Ortsmuseum.

Fuhrimann sieht darin Potenzial, denn nebenan steht ein ungenutzter Schopf, der wie die gesamte Liegenschaft der Gemeinde gehört. Würde man diesen Schopf und das Hauptgebäude sanieren, wäre ein Ortsmuseum mit einfachem Café und einem Raum, den auch andere Vereine nutzen können, denkbar. Die Gegenstände, die nicht dort ausgestellt werden, kann der Verein in der Zivilschutzanlage Risi fachgerecht lagern, ohne dass sie dabei Schaden nehmen. Der Verein für ein Ortsmuseum hat bereits eine Anfrage an den Gemeinderat gestellt, die Räume im Stiefelhaus längerfristig nutzen zu können.

Die Antwort steht noch aus. In welche Richtung es gehen könnte, ist völlig offen. «Wir klären derzeit grundsätzlich ab, wie es mit der Liegenschaft an der Tösstalstrasse 20 weitergeht», sagt Gemeindepräsident Georg Brunner auf Anfrage. In spätestens zwei Monaten könne der Gemeinderat mehr dazu sagen. Weiter will er derzeit dazu keine Auskunft geben. So will er auch nicht sagen, welche Optionen der Gemeinderat konkret prüft und ob vielleicht auch ein Verkauf der Liegenschaft in Erwägung gezogen wird.

Keine Informationen gibt es seit einiger Zeit zum Schlossguet. Die mit dem Thema beschäftigte Arbeitsgruppe arbeitet bisher lieber im Stillen.

Aufgeben ist kein Thema

Für den Verein für ein Orstsmuseum wäre es bitter, wenn er das Stiefelhaus nach so vielen Jahren verlassen müsste. Seit der Gründung 1988 ist er auf der Suche nach einem Standort für ein definitives Ortsmuseum und musste dabei immer wieder Rückschläge hinnehmen. Aufgeben kommt für Fritz Fuhrimann aber nicht in Frage. «Es steckt so viel Einsatz und Herzblut im provisorischen Museum. Es wäre schade, wenn das verloren ginge.» Zudem fasziniere ihn die Geschichte des Tösstals immer mehr, je länger er sich damit beschäftige. Warum ist die Tösstalbahn entstanden und wie die Tössbegradigung? Oder: «Haben Sie gewusst, dass man viele Hügel einst grossflächig wieder aufgeforstet hat, um das Trinkwasser und die Hänge zu sichern?»

Ziel sei es, in einem definitiven Museum Zusammenhänge aufzuzeigen, die sich bis heute auswirken. Eines ist klar: Fritz Fuhrimann glaubt weiterhin an ein Turbenthaler Ortsmuseum mit regionaler Ausstrahlung.

Erstellt: 19.08.2019, 17:47 Uhr

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