Dägerlen

Nach zwölf Jahren zieht der Pfarrer weiter

Pfarrer Marcel Schmid verlässt Ende Juni die reformierte Kirchgemeinde Dägerlen. Er habe viel Kostbares erlebt, sagt er.

Pfarrer Marcel Schmid zieht es mit seiner Familie weg von Dägerlen.

Pfarrer Marcel Schmid zieht es mit seiner Familie weg von Dägerlen. Bild: Enzo Lopardo

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In einem Familiengottesdienst hat die reformierte Kirchgemeinde Dägerlen gestern Sonntag von ihrem Pfarrer Marcel Schmid Abschied genommen. Nach zwölf Jahren in der Gemeinde zieht der 42-Jährige Ende Juni mit seiner Frau Isabel und den drei Kindern nach Frauenfeld weiter. Dort übernimmt er eine 100-Prozent-Stelle. Am 19. August wird er im Amt eingesetzt. In seiner Predigt sprach Schmid von einem Bild im Alten Testament, das besagt, dass das Lebenswasser von dem Ort ausgeht, wo Gott ist. Und wo immer es hingehe, gebe es Leben. «Die Kirche ist ein Ort, wo die Menschen gestärkt werden, auch wenn sie es nicht so einfach haben», sagte er. Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Mittagessen.

Er habe in den letzten zwölf Jahren zu vielen Leuten einen guten Kontakt aufbauen können, sagt Schmid. «Ich habe viel Wohlwollen gespürt.» Dass man nie alle erreiche, gehöre aber dazu. Die Tatsache, dass man sich in Dägerlen kennt und füreinander da ist, die Gemeinschaft also pflegt, empfand er als sehr kostbar.

«Als ich in Dägerlen ankam, fühlte ich mich in die Zeit zurückversetzt, in der mein Vater aufgewachsen ist.» Alle würden sich kennen und am Samstag putzten die Einwohner die Strassen, damit sie am Sonntag sauber seien. Vereine hätten einen hohen Stellenwert. Schmid selbst ist in Rümlang aufgewachsen. Die Menschen lebten damals schon anonymer. «Ein Zusammenleben wie auf dem Land kannten wir bei uns nicht», sagt er.

Marcel und Isabel Schmid hätten in den letzten Jahren viel aufgebaut, heisst es in der aktuellen Ausgabe der «Dägerler Poscht». Dazu gehört etwa der sonntägliche «Chilekafi». Früher fand dieser nur einmal im Monat statt. Schmid fand: «Das geht für mich nicht, denn ich brauche die Gemeinschaft.» Etwa drei Viertel der Gottesdienstbesucher würden sich heute zum Kafi treffen. «Die Menschen schätzen das», sagt Schmid.

Kinderwoche initiiert

Sehr engagiert hat sich das Paar auch für die Kinder und Jugendlichen. So rief es etwa die Kinderwoche ins Leben. Das ist ein mittlerweile sehr beliebtes Sommerferienprogramm, an dem bis zu 70 Kinder teilnehmen. Auch hat das Paar eine neue Cevi-Abteilung gegründet, die rund 20 Mitglieder umfasst.

Es sei Zeit, etwas anderes zu sehen, gibt Schmid als Grund für seinen Wechsel an. Dägerlen war seine erste ordentliche Pfarrstelle. Zuvor hatte er in Winterthur- Seen vikarisiert. Nun möchte er in einem städtischen Umfeld neue Projekte initiieren.

Bis eine neue Pfarrperson die Stelle in Dägerlen antritt, wird eine Stellvertretung die pfarramtlichen Tätigkeiten übernehmen. (Der Landbote)

Erstellt: 17.06.2018, 18:03 Uhr

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