Skilager

«Nachts rausschleichen gehört im Lager dazu»

Die Sportferien sind Lagerzeit. Andreas von Ballmoos, Schulleiter der Sek Seuzach und Schulpräsident der Sek Elgg, war in vielen Lagern mit dabei und weiss, worauf es ankommt.

Sportferien bedeuten für viele Schulkinder Skilager-Zeit.

Sportferien bedeuten für viele Schulkinder Skilager-Zeit. Bild: pd

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Sind Sie selbst ein begeisterter Schneesportler?
Andreas von Ballmoos: Ja.

Ski oder Snowboard?
Ski.

Warum?
Ich bin aus einer Generation, in der man grundsätzlich Ski gefahren ist, und ich hatte immer sehr viel Spass damit auf oder vor ­allem neben der Piste.

Ach, dürfen denn die Schüler auch abseits der Piste fahren?
Nein, wir legen sehr grossen Wert darauf, dass die Regeln einge­halten werden. Wenn viel Neuschnee auf den Pisten lag, gab es auch schon Ausnahmesituationen. Aber das, was ich früher ­gemacht habe, nennt man heute Freeride und ist in den Lagern kein Thema.

Was ist bei den Schülern ­beliebter: Ski oder Snowboard?
Ouh, jetzt mach ich mich alt. Als ich angefangen habe, fuhren noch alle Ski. Dann kam der Snowboardhype, und praktisch alle fuhren Snowboard. Nächste Woche nehmen 46 Schüler am Lager teil, und davon fahren noch neun Snowboard.

«Früher mühten wir uns mit zwei Meter langen Spargelski ab.»Andreas von Ballmoos, 
Schulleiter Sek Seuzach

Sie als begeisterter Skifahrer wissen natürlich, warum die Mehrheit auf den richtigen Weg zurückgefunden hat.
Ich glaube, das hängt mit der technischen Entwicklung der Ski zusammen. Heute kann die Qualität des Materials gut mit den Snowboards mithalten. Kein Vergleich zu früher, als wir uns mit zwei Meter langen Spargelski abmühten. Heute lernen Kinder in wenigen Tagen ganz passabel Ski zu fahren. Früher war man wochenlang im Stemmbogen unterwegs. Auch die Entwicklung der Pisten, flachgewalzt und kunstbeschneit, kommt eher den Skifahrern entgegen.

Auf der Piste halten sich die Teilnehmer also an die Regeln. Wie siehts sonst im Lagerleben aus?
Im verantwortbaren Rahmen ­gehört es dazu, dass man sich nachts etwa mal rausschleicht und Schneebälle ans Leiterfenster wirft. Abends gibt es immer ­einige, die über die Nachtruhe hin­aus schnörrlen müssen. ­Ansonsten gelten die gleichen ­Regeln wie im Schulalltag auch. Ganz klar verboten sind Drogen oder andere Genussmittel. Nach der zweiten, dritten Nacht sind die meisten dann auch zu müde, um viel länger aufzubleiben.

Wer abends länger aufbleibt, schafft es morgens nichtaus dem Bett.
Eine unserer Regeln ist, dass wir alle miteinander aufstehen und zusammen Zmorge essen. Das setzen wir auch durch. Im Lagerhaus gibt es keine Zweierzimmer, und die Schüler helfen sich dann schon gegenseitig beim Wecken.

Was ist ein Muss für Sie?
Miteinander Sport zu machen und Spass zu haben, ist ein absolutes Muss. Skifahren ist eigentlich ein Einzelsport, die meisten machen es sonst nur mit ihren Eltern. In einer Gruppe von Gleichaltrigen ist das etwas ganz anderes. Da muss man dann auch einmal schauen, wer der Schnellere ist oder wer weiter springen kann. Und auch neben dem Sport sind in einem solchen Lager die Klassen und Jahrgänge für einmal durchmischt. Schüler lernen neue Kollegen kennen oder kommen sich in der Disco näher, das gehört dazu.

In den letzten Jahren haben die Teilnehmerzahlen in Seuzach abgenommen, dieses Jahr mussten Sie sogar eine ­Warteliste anlegen. Weshalb?
Ich habe keine direkte Erklärung dafür. In Elgg waren die Lager über alle Jahre populär. In Seuzach findet plötzlich eine Trendumkehr statt. Ich freue mich einfach, dass wieder mehr Lehrpersonen bereit sind, mitzumachen. Das tut der Stimmung gut. Mit einer externen Leitung hat man nicht den gleichen Groove.

Findet das Lager immer am gleichen Ort statt?
Wenn man ein geeignetes Haus gefunden hat, schaut man eigentlich, dass man es behalten kann. Wir mussten einige Male wechseln, weil wir weniger Teilnehmer hatten. Jetzt geht es wieder in die andere Richtung, das Haus ist komplett gefüllt.

Schicken die Eltern heute immer noch Fresspäckli?
Routinierte Lagerleiter schreiben bereits in die Anmeldung, dass man darauf doch verzichten soll. Und wenn, dann bitte Kuchen und Dessert für alle – nicht nur für die eigenen Kinder. Wenn man das Päckli vorher noch ankündigt, ist es sogar doppelt willkommen. (Der Landbote)

Erstellt: 02.02.2018, 15:13 Uhr

Andreas von Ballmoos hat als Schulleiter der Sek Seuzach schon so manches Lager erlebt.

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