Tour de Suisse

Nagra wegen drohender Demo unerwünscht

Die Nagra wollte im Etappenort Oberstammheim Werbung für sich machen. Das rief Atomkritiker auf den Plan – mit Erfolg.

Im atomaren Zwischenlager wird ein Transportbehälter mit hochradioaktiven Abfällen umgeladen (linkes Bild). Rechts eine Szene von der Tour de Suisse.

Im atomaren Zwischenlager wird ein Transportbehälter mit hochradioaktiven Abfällen umgeladen (linkes Bild). Rechts eine Szene von der Tour de Suisse. Bild: Comet Photoshopping/Marc Dahinden

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Am Montag macht der Tross der Tour de Suisse Halt in Oberstammheim. Es ist erst das zweite Mal nach Ossingen 2014, dass das Radrennen einen Stopp im Zürcher Weinland einlegt – zuvor sausten die Radprofis jeweils ohne Halt durch den Bezirk.

Bereits im Jahr 2014 war die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) auf der Sponsorenliste des Radrennens durchs Weinland. Die nächste Etappe führte damals weiter durchs Unterland und in den Aargau – alles Regionen wie das Weinland, wo das Endlager gebaut werden könnte.

«Trommelwirbel» für Nagra

Im Programm für den Etappenort Oberstammheim war bis vor Kurzem unter dem Punkt «Attraktionen für die Kinder» nicht nur eine Hüpfburg aufgeführt, sondern auch ein «Nagra-Demowagen». Nach «heftigem Protest» habe das Organisationskomitee (OK) reagiert, schreibt die «Andelfinger Zeitung», um eine drohende Demonstration der atomkritischen Organisation «Klar! Schweiz» abzuwenden.

Wegen der drohenden Demonstration habe das OK die Nagra mit ihrem Demowagen wieder ausgeladen.

Die Tour de Suisse sei ein sportlicher und kein politischer Anlass, lässt sich eine Mutter in der Zeitung zitieren. Sie stiess den Protest an, der letztlich «Klar! Schweiz» erreichte. Und diese wollte etwas vorbereiten: Der «einseitigen Information» der Nagra hätten sie einen «Trommelwirbel mit Atomfässern» entgegengehalten, sagt Co-Präsidentin Käthi Furrer gegenüber der «Andelfinger Zeitung».

Auf der Webseite des Etappenortes heisst es «Wir danken unseren Sponsoren ganz herzlich!» – unter den 29 Firmen ist auch die Nagra aufgeführt.

«Wir wollen keine Demo»

Wegen der drohenden Demonstration habe das OK die Nagra mit ihrem Demowagen wieder ausgeladen. «Wir wollen keine Demo», sagt OK-Präsident Martin Farner, der zugleich Gemeindepräsident von Oberstammheim ist.

Zur Ausladung sagt die Nagra in der Zeitung: «Aufgrund eines Missverständnisses wurde unsere Informationsausstellung, die sich primär an Erwachsene und Jugendliche richtet, im Kinderprogramm angekündigt.» Daher verzichte die Nagra auf die Ausstellung in Oberstammheim.

Der Verzicht der Nagra freut «Klar! Schweiz». Am Zielort der 3. Etappe der Tour de Suisse in Gansingen ist die Nagra mit ihrem Stand allerdings präsent. Die Gemeinde im Aargau liegt nur gut einen Kilometer nördlich des Bözbergs – einer der drei möglichen Endlagerregionen.

(Der Landbote)

Erstellt: 08.06.2018, 18:05 Uhr

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