Nassau/Neftenbach

Neftenbacher auf den Bahamas im Einsatz

Seit knapp einer Woche fliegt der ehemalige Neftenbacher Gemeinderat Cédric Gitchenko Hilfseinsätze auf den Bahamas. Der Berufspilot rettet Menschen aus den verwüsteten Gebieten und transportiert Nahrungsmittel.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vor gut einer Woche richtete Hurrikan Dorian auf den Bahamas schlimme Verwüstungen an. Das kostete nach jüngsten Angaben 50 Menschen das Leben. Am schlimmsten betroffen sind die Inseln im Norden. Etwa 5000 Menschen wurden von der Regierung bisher umgesiedelt.

Für die verletzten und erkrankten Opfer des Hurrikans ist auch Cédric Gitchenko aus Neftenbach im Einsatz. Der ehemalige Sicherheitsvorstand von Neftenbach (2006 bis 2014) unternimmt gegenwärtig für die Dieter Morszeck-Stiftung, die 2016 von einem Kölner Unternehmer gegründet worden ist, von Florida aus Rettungsflüge auf die Bahamas. Der 49-jährige Berufspilot, der normalerweise Geschäftsreiseflugzeuge fliegt, bringt medizinisches Personal, Trinkwasser und Nahrungsmittel zu den Hilfsbedürftigen.

«Zu sehen, was der Sturm angerichtet hat, ist erschütternd.»Cédric Gitchenko

Die Stiftung verfügt über drei sogenannte «amphibische» Maschinen, also Flugzeuge, die nicht über Räder, sondern über sogenannte Schwimmer verfügen. Diese können auch auf kleinen Flugplätzen oder vor abgelegenen Inseln direkt im Wasser landen und in Not geratene Menschen an Stränden oder von Booten aufnehmen.

Die Einsätze seien sehr anspruchsvoll, räumt Gitchenko ein, der etwa sechs Monate im Jahr auf den Bahamas lebt, wo er auch als Berufspilot fliegt. «Mit unseren Schwimmern können wir zwar auch auf dem Wasser landen, dort treibt nach dem Sturm aber viel Holz und Unrat, der zur Gefahr werden kann.» Zu sehen, was der Sturm angerichtet hat, sei erschütternd, sagt der Neftenbacher.

Mehr als eine Woche nach Ankunft von «Dorian» auf den Bahamas liegt die Zahl der Todesopfer bei 50. Die Überlebenden brauchen Hilfe. Der Hurrikan richtete gewaltigen Schaden an. Video: Unicef, Keystone/SDA

Die ersten Rettungsmissionen in den schwer getroffenen Nordosten der Bahamas starteten am letzten Donnerstag von Fort Lauderdale in Florida aus. Rund 200 verletzte und erkrankte Menschen wurden laut Gitchenko seither mit den drei Maschinen von den verwüsteten Inseln in die Hauptstadt Nassau oder nach Florida geflogen. Auf dem Hinweg nehmen die Piloten jeweils Trinkwasser, Nahrungsmittel und Hygieneartikel mit.

Die leichten, einmotorigen Flugzeuge der Typen Quest Aircraft Kodiak 100, «Pilatus Porter» PC-6 und Cessna 206 sind mit Schwimmern ausgerüstet und können sowohl auf Wasser wie auf befestigten Rollbahnen starten und landen. Sie bieten Platz für bis zu acht Passagiere oder eine Tonne Fracht und können Verletzte oder Erkrankte auch liegend transportieren. Sie waren von der Stiftung beschafft worden, um in Brasilien Urwaldbewohner medizinisch zu versorgen. Gitchenko hilft auch dort – wie auf den Bahamas – unentgeltlich mit.

Erstellt: 11.09.2019, 14:17 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles