Neftenbach

Neftenbachs Trauma

Vor zwei Jahren kam es in Neftenbach bei der Abstimmung über den ­Gripen-Kauf zu zwei ­gravierenden Fehlern. Hat man daraus gelernt?

Gemeindepräsident Martin Huber sagt, man habe aus den Fehlern gelernt und arbeite noch konzentrierter.

Gemeindepräsident Martin Huber sagt, man habe aus den Fehlern gelernt und arbeite noch konzentrierter. Bild: Heinz Diener

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Das war damals ein happiger Denkzettel für die bisher felsenfest im Volk verankerte Armee: 53,4 Prozent sagten am 18. Mai 2014 Nein zum Kauf des Kampfjets Gripen. Das Stimmvolk schickte damit erstmals seit 20 Jahren eine militärpolitische Vorlage bachab. Auch die Gemeinde Neftenbach liess an diesem Sonntag offiziell verlauten, dass die Stimmberechtigten den Gripen-Kauf mit 73,16 Prozent haushoch abgelehnt hatten. So wuchtig hatten im Kanton Zürich nur gerade die eher links tickenden Zürcher Stadtkreise 3, 4 und 5 die Vorlage abgeschmettert. Was war mit der einst bürgerlichen Gemeinde Neftenbach passiert? Und weshalb war die Wahlbeteiligung bei dieser Vorlage massiv tiefer (49,5 Prozent) als bei den anderen Abstimmungsgeschäften (mehr als 62 Prozent)? Die Antworten gab es damals einen Tag später. Man hatte zwei gravierende Fehler eruieren können. Einerseits wurde bei der Zählung ein Stimmzettelstapel mit 500 Ja-Stimmen nicht berücksichtigt und andererseits hatte man bei der Übermittlung der Zahlen ans Statistische Amt auch noch die Ja- mit den Nein-Stimmen vertauscht. Effektiv hatten die Neftenbacher also damals die Beschaffung des schwedischen Kampfjets klar angenommen.

Noch kon­zen­trier­ter arbeiten

«Wir haben aus diesem Lapsus von damals insofern etwas gelernt, als dass wir heute noch ­kon­zen­trier­ter arbeiten», sagt der Neftenbacher Gemeindepräsident Martin Huber. Er wurde damals genau an diesem Pannen­abstimmungswochenende zum neuen Vorsteher der Gemeinde erkoren. «Ich persönlich vergewissere mich zudem immer noch einmal, inwieweit die Ja- und Nein-Stimmen-Anteile plausibel sein können.» In Schutz nimmt er zudem die Stimmenzähler von damals. Heute sei klar, dass die Stimmenzähler keine Schuld an diesen Pannen treffe. Ohnehin: «Die Stimmenzähler haben viel Erfahrung und arbeiten sehr kon­zen­triert und gewissenhaft.» In Neftenbach erhalten sie für ihre Arbeit einen Stundenlohn von 32 bis 34 Franken.

Huber geht davon aus, dass die gleichen Fehler von anno dazumal heute nicht mehr passieren können. Für ihn ist klar: «Wir wollen nicht noch einmal in die Schlagzeilen geraten.»

Seuzach wägt die Stimmzettel

Auch die Seuzacher Gemeindepräsidentin Katharina Weibel glaubt, dass in ihrer Gemeinde die gleichen Fehler, wie sie in Neftenbach passierten, nicht geschehen könnten. «Wir haben ein straffes Prozedere und arbeiten hochkonzentriert.» Die Ja- und Nein-Stimmen werden auf einer Präzisionswaage gewogen. Auch werde stets die Plausibilität der Ergebnisse überprüft. Mit 52 Franken pro Stunde werden die Seuzacher Stimmenzähler zudem überdurchschnittlich gut entschädigt.

Erstellt: 26.02.2016, 22:52 Uhr

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