Wiesendangen

Neue Strasse im Richtplan soll Schleichverkehr vom Dorf fernhalten

Die Regionalplanung hat eine neue Strasse im Osten Wiesendangens in den Richtplan aufgenommen. Diese soll angrenzende Quartiere vor Verkehrslärm schützen. Der Kanton ist jedoch dagegen.

Diese Kreuzung beim Ortseingang Wiesendangen soll entlastet werden.

Diese Kreuzung beim Ortseingang Wiesendangen soll entlastet werden. Bild: Madeleine Schoder

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Wiesendangen bekommt durch seine Lage zwischen Winterthur und mehreren Autobahnanschlüssen einiges an Schleichverkehr ab. Rund 6400 auswärtige Autos pro Tag fahren gemäss Messungen von Ende 2017 durch Wiesendangen.

Ein Teil davon kommt von der A1 aus St. Gallen via Ausfahrt Attikon über Bertschikon an den östlichen Dorfrand Wiesendangens. Von der Bertschikonerstrasse biegen dann viele aber nicht ins Dorf, sondern in die Elsauerstrasse in Richtung Süden. Auch Ortsunkundigen wird diese Route über GPS vorgeschlagen.

Neue Strasse soll entlasten

Die Spitzkehre Bertschikoner-/Elsauerstrasse benutzen laut Gemeindepräsident Urs Borer (FDP) rund 1700 Fahrzeuge pro Tag, wie er an der Delegiertenversammlung der Regionalplanung Winterthur und Umgebung (RWU) am Mittwochabend im Winterthurer Gemeinderatssaal sagte. Er bezeichnete die traktandierte Verbindungsstrasse deshalb als «wichtiges Anliegen», um das Mühle- und Weidquartier entlang der Bertschikonerstrasse von Verkehrslärm zu entlasten.

Die neue Strasse würde bei einem bereits bestehenden Flurweg in Richtung Süden abzweigen. Der Wunsch nach einer solchen Strasse kam vor zwei Jahren aus der Bevölkerung, im Rahmen einer Konferenz.

Der Eintrag war unter den 40 anwesenden Delegierten am Mittwochabend unumstritten, die Teilrevision wurde einstimmig genehmigt. Während der öffentlichen Auflage zuvor hatte es aber mehrere Einwendungen dagegen gegeben. Unter anderem vom kantonalen Amt für Verkehr.

«Eine solche Entwicklung entspricht nicht den Vorstellungen aus regionaler Sicht»Markus Gerber, Sprecher kantonales Amt für Verkehr

Dieses befürchtet, dass eine Verbindungsstrasse die Strecke für den Schleichverkehr attraktiver machen und Mehrverkehr generieren würde. «Eine solche Entwicklung entspricht nicht den Vorstellungen aus regionaler Sicht», sagt Sprecher Markus Gerber auf Anfrage. Grundsätzlich gehe man davon aus, dass der heutige Ausweichverkehr mit dem sukzessiven Ausbau der A1 im Raum Winterthur mit der vorläufigen Pannenstreifenumnutzung und dem späteren Ausbau auf sechs Fahrstreifen deutlich zurückgehen werde.

«Wir sind der Ansicht, dass die Attraktivität durch die neue Strasse nicht gesteigert würde, sondern die bestehende Belastung so bevölkerungsverträglich abgewickelt werden könnte.»Urs Borer, Gemeindepräsident Wiesendangen

Die RWU hielt trotzdem am Eintrag fest. «Die Vorteile einer Verlegung der Strasse überwiegen deren Nachteile», heisst es im Erläuterungsbericht. Auch Borer sagte an der Versammlung: «Wir sind der Ansicht, dass die Attraktivität durch die neue Strasse nicht gesteigert würde, sondern die bestehende Belastung so bevölkerungsverträglich abgewickelt werden könnte.»

Die Teilrevision des regionalen Richtplans muss vom Regierungsrat genehmigt werden. Der Eintrag könnte also wieder gestrichen werden. Falls nicht, würde eine Umsetzung wohl mindestes zehn Jahre dauern.

Erstellt: 27.06.2019, 16:14 Uhr

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