Elgg

Neue Wirtin macht sich ans Eingemachte

Anita Harder übernimmt mit Küchenchefin Barbara Schürch das Restaurant Schauenberg. Ihr Fokus liegt auf Altbewährtem: Traditionelle Konservierungsmethoden sollen Teil aller Gerichte sein.

Wirtin Anita Harder und Küchenchefin Barbara Schürch haben den Schauenberg kulinarisch unter sich. Foto: Madeleine Schoder

Wirtin Anita Harder und Küchenchefin Barbara Schürch haben den Schauenberg kulinarisch unter sich. Foto: Madeleine Schoder

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Eine Mitarbeiterin zeigte Anita Harder die Website des Restaurants Schauenberg, sie dachte sich nur: Wow. Kurz darauf sei sie von ihrem Chef Renato Blättler, unter anderem Pächter des Greuterhofs in Islikon, auf den Schauenberg angesprochen worden: «Er hat mich gefragt: ‹Gell, schön? Willst du ihn haben?›», erzählt Harder.

Blättler hatte von Besitzer Ivo Baumgartner erfahren, dass das Restaurant frei wird. Nur knapp zwei Jahre nachdem das Ehepaar Pannwitz den Betrieb übernommen hatte, verliess es ihn auf Ende Juni wieder. Über die genauen Gründe schweigen sich die Beteiligten bislang aus.

Beizen und Fermentieren

Anita Harder stattete dem Restaurant im Weiler Huggenberg einen Besuch ab, verliebte sich und brauchte keine Bedenkzeit. Nach einem Monat mit kleiner Umgestaltung ist der Betrieb nun seit August in der Hand der 31-Jährigen.

«Wir möchten uns auf alte Konservierungsmethoden spezialisieren»

Gelernt hat diese auf dem Schloss Schwandegg in Waltalingen, danach arbeitete sie unter anderem in der Kartause Ittingen, bis sie zum Greuterhof kam, wo sie zwei Jahre lang blieb. Küchenchefin Barbara Schürch kannte Harder bereits vorher. Sie stösst aus der Krone Gottlieben dazu, einem weiteren Blättler-Betrieb.

Mit dem neuen, rund achtköpfigen Team zieht auch ein neues Konzept auf dem Elgger Hausberg ein. «Wir möchten uns auf alte Konservierungsmethoden spezialisieren», sagt Harder. Ob Einmachen, Beizen, Fermentieren oder Räuchern, in jedes Gericht soll zumindest eine solche Komponente einfliessen. «Das kann beispielsweise selbst gemachte Gonfi oder ein Stück Dry-Aged-Fleisch sein», sagt Harder.

Reh-Burger und Gnocchetti

Der Fokus auf Konservierung findet sich auch auf der neu gestalteten Website, und im Restaurant selbst prangt an der Stirnseite anstatt eines Gemäldes eine grosse Tafel mit einer Anleitung zum Einwecken von Gemüse und Früchten.

«Die Leute hier in der Region stellen überraschend viel selber her.» 

Bodenständig und regional, aber keine «Buurebeiz» solle der Schauenberg sein, ergänzt Küchenchefin Schürch: «Und wir servieren auch nicht alle Gerichte im Einweckglas.»

Neu sind zudem die «Sharing Is Caring»-Gerichte zum Selberschöpfen, so etwa die Älpler-Gnocchetti nach Art Schauenberg aus dem Le-Creuset-Topf oder am Samstagmittag jeweils hausgemachtes Siedfleisch.

Selbstverständlich ist für die neue Wirtin, dass der Grossteil der Zutaten aus der Region stammt: «Wir haben einen Jäger, der uns das ganze Jahr über mit Wild von hier versorgt.» Daraus entsteht dann etwa ein Reh-Burger oder ein Reh-Ragout.

Die Eier stammten vom Hof nebenan, und überhaupt stellten die Menschen in der Umgebung überraschend viel selbst her, merkt Harder an: «Es schaut immer mal wieder jemand herein und bietet uns etwas an.»

Bis jetzt sei das Feedback der Gäste sehr positiv, sagt Harder: «Sie freuen sich, dass hier wieder offen ist.» Sie selbst habe ebenfalls wahnsinnig Freude, und die wolle sie nun teilen.

Erstellt: 09.08.2019, 18:29 Uhr

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