Neftenbach

Neuer Song und kritische «DSDS»-Nachlese

Michel Truog, Zweiter von «Deutschland sucht den Superstar», hat einen Dance-Song produziert. Auf die Castingshow blickt er kritisch zurück.

Nach dem «DSDS»-Höhenflug wieder in der Realität gelandet: Sänger Michel Truog.

Nach dem «DSDS»-Höhenflug wieder in der Realität gelandet: Sänger Michel Truog. Bild: Madeleine Schoder

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«Die Fernseherfahrung und die Leute, die ich bei ‹DSDS› kennen gelernt habe, waren es wert, aber ein zweites Mal würde ich dort nicht mitmachen.» Michel Truog nimmt einen Schluck Latte macchiato. Dem «DSDS»-Casting, das am Freitag in Winterthur stattfindet, will er keinen Besuch abstatten.

Die Nachlese des 26-Jährigen, der bei «Deutschland sucht den Superstar» im Mai Zweiter wurde, fällt ziemlich nüchtern aus. Der Sieger stehe jeweils wohl schon von Anfang an fest, vermutet er. Wie sonst habe sich der Moderator im Finale so versprechen können, dass er den Song der späteren Siegerin Marie Wegener vor ihrem Finalauftritt schon als «Siegersong» angekündigt habe?

Drei Monate gesperrt

«Du wirst ausgenutzt.» Und wer rausfliege, müsse umgehend die Sachen packen. Was ihm am meisten zu schaffen machte: «Ich durfte per Vertrag nach dem Finale drei Monate lang nichts veröffentlichen.» Doch nur einseitig war das «DSDS»-Intermezzo für den Schweizer nicht. Auch er, der zuvor noch nie in der Öffentlichkeit gesungen hat und in der Ausbildung zum Maurer war, profitierte von der Castingshow. Vorher kannte ihn – musikalisch – niemand. Heute hat er eine grosse Fangemeinde. Sein von Universal produzierter Finalsong «Und sie rennt» sei rund eine halbe Million Mal auf Spotify heruntergeladen worden, erzählt er. Geld habe er von RTL auch für sein Mitwirken an der Show auch bekommen. Die Summe möchte er nicht sagen.

Single mit DJ Mike Candys

Seine Fans scheinen ihm auch ins neue Zeitalter zu folgen: Vor rund zehn Tagen veröffentlichten Mike Candys und Michel Truog zusammen den Song «Fireflies». Kurz nach Veröffentlichung schnellte «Glühwürmchen», wie der Dance-Song auf Deutsch heisst, auf den ersten Platz der Swiss­charts. Auf iTunes kletterte er auf Platz 45 und beim digitalen Musikdienst Spotify auf Platz eins der User-Empfehlungen. «Das hätten wir nicht erwartet», freut sich Truog.

Im Genre Dance-Music sieht sich Michel Truog längerfristig aber nicht. Diese Produktion habe nun einfach Spass gemacht. «Der nächste Song wird aber wieder auf Deutsch sein.» Das hatte ihm Dieter Bohlen auch so geraten. Truog hält nach wie vor grosse Stücke auf den Chef-Juror. «Wir schreiben uns ab und zu auf Instagram.»

«Champagnerempfang»

Seine Ausbildung zum Maurer hat der frischgebackene Sänger, der in Neftenbach zur Schule ging und inzwischen bei seiner Freundin in Wil ZH lebt, noch unterbrochen. Sein Lehrbetrieb, die Firma Corti Bau in Winterthur, unterstütze ihn sehr, schwärmt er. «Die Chefs empfingen mich nach meiner Rückkehr aus Köln mit Champagner.» Ob er die Ausbildung wieder aufnehme, werde er im nächsten Frühjahr entscheiden. Bis dahin will Michel Truog Songs für ein Album schreiben und texten – und Gitarre spielen lernen. «Mein grösstes Ziel ist es, im nächsten Sommer auf grossen Open-Air-Bühnen zu stehen», sagt der Sänger mit der Stimme eines Backstreet-Boys und den leuchtend blauen Augen. (Landbote)

Erstellt: 29.08.2018, 11:20 Uhr

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