Dinhard

Nicht fusionieren, aber mehr zusammenarbeiten

Die kleinen Nachbarn prüfen, wie sie sich gegenseitig Vorteile verschaffen könnten: Die Präsidenten von Dinhard, Ellikon an der Thur, Altikon und Rickenbach führen Gespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit.

Gemeindepräsident Peter Matzinger (SVP) lancierte an der Gemeindeversammlung eine neue Zusammenarbeit.

Gemeindepräsident Peter Matzinger (SVP) lancierte an der Gemeindeversammlung eine neue Zusammenarbeit. Bild: Marc Dahinden

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Länger eigenständig bleiben. Das ist das Ziel von Altikon, Dinhard, Ellikon an der Thur und Rickenbach (kurz ADER). Die vier Gemeinden prüfen darum, ob sie in verschiedenen Bereichen noch enger zusammenarbeiten können. Über eine Fusion der Nachbargemeinden wird jedoch explizit nicht gesprochen. Kurz und sachlich informierte Peter Matzinger (SVP), Gemeindepräsident von Dinhard, am Montagabend an der Gemeindeversammlung über die Gespräche, die seit letzten Herbst stattfinden.

 «Diese Zusammenarbeit mit anderen stellen wir mit dem neuen Projekt nicht in Frage.»Peter Matzinger, SVP-Gemeindepräsident Dinhard

«Wir wollen für den Steuerzahler einen Mehrwert finden», sagte Matzinger. Schon jetzt würden die vier Gemeinden eng zusammenarbeiten, zum Beispiel in der Wasserversorgung, bei der Abwasserreinigung oder der Sekundarschule. Des weiteren sind die Gemeinden Mitglied in grösseren Zweckverbänden. «Diese Zusammenarbeit mit anderen stellen wir mit dem neuen Projekt nicht in Frage.» Viel mehr wolle man den Blick nun nach vorne richten und neue Wege der Zusammenarbeit ausloten.

Kantonales Gemeindeprojekt

In den vergangenen zwei Jahren hatte der Kantonale Gemeindepräsidentenverband Fokusthemen bearbeitet, wie zum Beispiel Miliztauglichkeit,Digitalisierung, gemeindeübergreifendes Ressourcenmanagement, Demographie oder Siedlungs- und Verkehrsentwicklung. Diese Themen habe die Arbeitsgruppe ADER aufgenommen und die Ergebnisse auf die Ebene der vier Gemeinden heruntergebrochen.

Zudem habe das Kantonale Gemeindeamt im letzten Herbst das Projekt «Gemeinden 2030» angestossen, das die Zusammenarbeit von Gemeinden aber auch von Kanton und Gemeinden zum Thema hat. Die Präsidenten der ADER-Gemeinden möchten mit ihren derzeitigen Gesprächen auch Antworten auf die vom Kanton zu erwartenden Fragen finden.

Gemeinsam mit einem externen Berater führen die Gemeindebehörden die Arbeit nun fort. «Der Zeitplan ist sportlich», sagte Matzinger. Bereits im nächsten Jahr wolle man erste Erkenntnisse aus dem Projekt umsetzen.

Die 65 Stimmberechtigten, die den Ausführungen lauschten, nahmen diese Informationen ohne Rückfragen zur Kenntnis. «Ich denke, die Bürger erwarten solche Projekte von uns», sagte Matzinger im Anschluss. «Auch wenn wir keine Fusion planen, dürfen wir nicht untätig sein.»

Schulgrenzen bereinigt

Auch im Mitteilungsteil informierte Matzinger über die Grenzbereinigung der Sekundarschule. Dinhard wird ab 2021 nur noch einen Steuerfuss für das ganze Gemeindegebiet haben, so wie es der Kanton verlangt. Denn bisher war ein Teil von Dinhard der Sekundarschule Seuzach angeschlossen, der andere der Sek Rickenbach. Beide Schulgemeinden hatten einen unterschiedlichen Steuerfuss.

«Für die Schülerinnen und Schüler aus Welsikon und Eschlikon ändert sich allerdings nichts»Peter Matzinger, SVP-Gemeindepräsident Dinahrd

Diese Aufteilung ist ab 2021 nicht mehr erlaubt, weshalb Dinhard eine Lösung finden musste. Die Gemeinde schliesst sich nun ganz der Sek Rickenbach an. «Für die Schülerinnen und Schüler aus Welsikon und Eschlikon ändert sich allerdings nichts», sagte Matzinger. Sie dürfen auch in Zukunft die näher gelegene Sek in Seuzach besuchen. Dafür wurden entsprechende Verträge ausgearbeitet, welche auch die Kosten für die Beschulung in Seuzach regeln. Im Herbst will die Gemeinde über die Verträge informieren, im nächsten Jahr dürfen die Dinerter dann an der Urne über die Verträge abstimmen.

Bevor die Bevölkerung all diese Informationen erhielt, befanden sie im Eiltempo über die traktandierten Geschäfte. Einstimmig genehmigten sie die Rechnung 2018, die dank höherer Steuereinnahmen besser ausfiel als erwartet. Sie schloss mit einem Aufwand von rund 7,33 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 7,71 Millionen Franken. Damit konnte Dinhard sein Eigenkapital mit einem Plus von gut 380000 Franken auf rund 8,5 Millionen Franken anreichern. Budgetiert hatte die Gemeinde ein Defizit von rund 480000 Franken.Weiter genehmigten die Anwesenden eine Bauabrechnung für die Sanierung der Grütstrasse und einen Kredit von 216000 Franken für die Sanierung der Bergstrasse.

Erstellt: 14.05.2019, 15:36 Uhr

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