Elsau

«Nie so eine lausige Vorlage gesehen»

Die Elsauer Stimmbürger haben an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch hitzig diskutiert. Hauptstreitpunkte waren das neue Kanalisationskonzept und der geplante Neubau der Schulgemeinde.

An der Gemeindeversammlung in Elsau gaben vor allem zwei neue Konzepte zu reden.

An der Gemeindeversammlung in Elsau gaben vor allem zwei neue Konzepte zu reden. Bild: hd

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Auch das letzte Traktandum sorgte an der Elsauer Gemeindeversammlung vom Mittwochabend noch einmal für Gesprächsstoff. Es ging um das neue Kanalisationskonzept, das einen Anschluss der Liegenschaften in Tolhusen an das kommunale Abwassernetz vorsieht. Bisher haben die Landwirtschaftsbetriebe ihr Abwasser dort selbst gesammelt und entsorgt. Der Anschluss ist laut Werkvorstand Adrian Loher gesetzlich vorgeschrieben. «Die Werkkommission hat verschiedene Varianten geprüft und sich schliesslich für eine Freispiegelleitung von Tolhusen entlang der Schlatterstrasse hinunter zum Pestalozzihaus entschieden», erklärte er.

«Ich habe in meinem Leben schon viele Baupläne geprüft, aber so eine lausige Vorlage – mit so vielen und so katastrophalen Fehlern – habe ich noch nie gesehen»Ein Stimmbürger

Die Gesamtkosten des Projekts sollen 870'000 Franken betragen. Die Pläne der liegen bereits vor – und sorgen für Unmut. «Ich habe in meinem Leben schon viele Baupläne geprüft, aber so eine lausige Vorlage – mit so vielen und so katastrophalen Fehlern – habe ich noch nie gesehen», warf ein Stimmbürger ein und stellte einen Rückweisungsantrag. Begründung: Viele bestehende Leitungen seien falsch oder gar nicht eingezeichnet, es seien Telefonleitungen im Weg und beim Pestalozzihaus würden die Abwasserleitungen eine Schutzzone tangieren.

Der Stimmbürger verlangte von der Werkkommission, bei der Stadt Winterthur abzuklären, ob die Tollhuser ihr Abwasser nicht nach Ricketwil leiten dürfen. «Es gibt da ein riesiges Sparpotenzial», begründete er. «Winterthur wird wahrscheinlich nicht dazu bereit sein. Und wenn, dann nur zu einem horrenden Preis», meinte Beat Wydenkeller, Sekretär der Werkkommission. Die Leitungsführung sei zudem noch nicht detailliert geplant – es sei nur eine Vorlage.

Bei der angesprochenen Schutzzone seien tatsächlich noch Anpassungen nötig, räumte Wydenkeller ein. Von einem «riesigen Sparpotenzial» wollte er allerdings nichts wissen: «Es könnte sein, dass die Baukosten für die Leitung nach Ricketwil günstiger wären. Im Unterhalt würde es allerdings teurer kommen, da wir das Bauwerk zur Abwassermessung alle zwei Wochen kontrollieren müssten.» Das schien die Stimmbürger zu überzeugen. Sie stimmten der Vorlage grossmehrheitlich zu – und lehnten den Rückweisungsantrag ab.

«Mangelhaft informiert»

Das Budget für das Jahr 2020 und die Senkung des Steuerfusses von 53 auf 50 Prozent hatte die Versammlung zuvor bereits einstimmig bewilligt. Auch bei den weiteren Baukredit-Vorlagen gab es keine Gegenstimmen. Das Budget der Schulgemeinde Elsau-Schlatt rechnet mit einem Plus von rund 330000 Franken und wurde einstimmig genehmigt.

«Eine Prüfung lohnt sich nicht? Dann braucht es wohl eine Initiative»Ein Votant

Für Diskussionen sorgte allerdings die Anfrage eines Stimmbürgers. Er beklagte, dass die Schulpflege mangelhaft über das anstehende Neubauprojekt informiert habe und die Abstimmung für den Planungskredit viel zu kurzfristig angesetzt sei. Er forderte einen Kostenvergleich zwischen dem geplanten Kindergartenkonzept und einem dezentralen Konzept, mit zusätzlichem Standort bei der Kläranlage. Die Antwort der Schulpflege: «Der Einsatz von Steuergeldern für einen Kostenvergleich wird als Verschwendung erachtet.» Der Stimmbürger wiederum erachtete es als Verschwendung, mit einem Projekt, in das 200'000 Franken investiert wurde, noch immer am Anfang zu stehen. «Eine Prüfung lohnt sich nicht? Dann braucht es wohl eine Initiative», fügte er hinzu.

Er schien seinen Unmut gegenüber der Schulpflege nicht zum ersten Mal öffentlich kundzutun. So bezeichnete ihn ein weiterer Anwesender als «Dauernörgler» und «Querulant». «Lassen sie sich doch einfach als Schulpfleger wählen», schlug er vor. Ob auf die Debatte tatsächlich eine Revision des Schulkonzepts folgt, wird sich an der ausserordentlichen Versammlung vom 5. März 2020 zeigen.

Erstellt: 12.12.2019, 17:07 Uhr

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