Gemeindefinanzen

Nur neun Gemeinden sind schuldenfrei

Insgesamt haben die 55 Gemeinden in der Region Winterthur 1,68 Milliarden Franken langfristig ausgeliehen. Nur jede sechste Gemeinde steht ohne langfristige Schulden da.

Die meisten Gemeinden der Region Winterthur sind verschuldet.

Die meisten Gemeinden der Region Winterthur sind verschuldet. Bild: pixabay

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1,68 Milliarden Franken: So hoch waren die langfristigen Schulden der 55 Gemeinden in der Region Winterthur per Ende 2018. Mehr als drei Viertel davon, 1,3 Milliarden Franken, hat Winterthur, die klar einwohnerstärkste Gemeinde in der Region, zu verantworten. Tendenz gemäss Prognosen: weiter zunehmend.

Auch auf den einzelnen Einwohner heruntergebrochen bildet Winterthur das regionale Schlusslicht: 11696 Franken müsste jeder Winterthurer berappen, damit die Schulden getilgt wären. Ein kleiner Trost: Die Stadtzürcher stehen pro Kopf noch etwas stärker in der Kreide.

Im Kanton liegt der kantonale Schnitt bei 5675 Franken langfristigen Schulden pro Kopf. Über diesem Wert befinden sich die regionalen Gemeinden Humlikon, Stammheim, Laufen-Uhwiesen, Ellikon an der Thur, Schlatt, Buch am Irchel, Rheinau und Dättlikon.

Billiges Geld fürs Wachstum

Mit ein Grund für die Schulden: Wachstum und tiefe Zinsen. Wenn eine Gemeinde etwa dringend ein Schulhaus bauen oder eine Strasse sanieren muss, dann hilft das geliehene Geld aus der Patsche und verhindert Übergangslösungen. Heinz Montanari, Leiter Abteilung Gemeindefinanzen beim kantonalen Gemeindeamt, findet Schulden deshalb nicht per se schlimm: «Solange die Gemeinden investieren und nicht alles für die laufende Rechnung brauchen, haben sie auch etwas davon.»

Lediglich neun Gemeinden aus der Region wiesen per Ende 2018 keine langfristigen Schulden auf. Es sind dies: Brütten, Dägerlen, Dinhard, Henggart, Lindau, Nürensdorf, Ossingen, Russikon und Thalheim an der Thur. Trotzdem haben sie in den letzten Jahren genügend Geld in ihre Infrastruktur investiert, wie Zahlen und Empfehlungen des Kantons zeigen.

Erstellt: 23.01.2020, 18:32 Uhr

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