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Papeterie als Hobby zu vergeben

Pia Schmid sucht eine Nachfolge für ihre Papeterie in Elgg. Sie verdient zu wenig, um vom Geschäft leben zu können. Von den Elggern fühlt sie sich etwas im Stich gelassen.

Die Papeterie ist Pia Schmid ans Herz gewachsen, davon leben kann sie allerdings nicht. Sie muss das Geschäft abgeben.
Die Papeterie ist Pia Schmid ans Herz gewachsen, davon leben kann sie allerdings nicht. Sie muss das Geschäft abgeben.
Madeleine Schoder

Pia Schmid führt die letzte Papeterie in der Umgebung von Elgg. Auch in der grösseren Nachbargemeinde Aadorf gibt es keine mehr. Nun steht das Geschäft im Dorfkern vor einer ungewissen Zukunft, denn Schmid muss es abgeben. «Die Papeterie rentiert zu wenig, als dass man von ihr als alleinige Einkommensquelle leben könnte», sagt sie. Sie sucht deshalb eine Nachfolge – jemanden, der den Laden mit zugehörigem Kiosk eher als Hobby führen möchte. Sie könne die Papeterie nur als Nebenjob empfehlen. «Ich möchte sie nicht ganz schliessen müssen. Ich hänge sehr an diesem Geschäft.»

Zu unrecht als teuer verschrien

Seit knapp drei Jahren führt Schmid den Laden. Sie habe zwar einige treue Kunden, zu denen auch die Gemeindeverwaltung und die Schule gehörten, aber das reiche nicht. «Viele Elgger kaufen nicht bei mir ein. Die lokale Papeterie brauchen sie nur als Notnagel.» Ihr hafte wohl immer noch der Ruf an, teuer zu sein. Das sei aber schon länger nicht mehr der Fall, sie achte darauf, auch immer günstige Produkte im Sortiment zu haben.

«Viele Elgger kaufen nicht bei mir ein. Die lokale Papeterie brauchen sie nur als Notnagel.»

Pia Schmid

Mit den Einheimischen allein wäre das Überleben aber noch nicht gesichert. Vor allem Grosskunden fehlten. «Ich könnte theoretisch alles bestellen, was in einem Büro gebraucht wird. Aber Unternehmen kaufen lieber online ein», sagt Schmid.

Sie kritisiert auch, dass die wenigsten Mitglieder des Elgger Handwerker- und Gewerbevereins (HGV) in ihrer Papeterie einkauften. «Dabei sind sie selbst doch auch darauf angewiesen, dass man zu ihnen kommt.» HGV-Präsident Valentin Schnyder ist die missliche Lage der Papeterie bekannt, sagt aber: «Ein Netzwerk garantiert noch keine Aufträge. Man wird nicht automatisch unterstützt, nur weil man in einem Verein ist.»

Er sehe auch das Dilemma anderer Unternehmen, die zwar gerne lokal einkaufen würden, aber die Finanzen im Auge behalten müssten. «Sie sitzen zwischen Stuhl und Bank.» Seine Spenglerei beziehe alles über Schmid. Einem allfälligen Nachfolger empfiehlt Schnyder dennoch, sich beim HGV zu melden: «Wir nehmen gerne neue Mitglieder auf.»

«Den Kiosk braucht es»

Wann Schmid den Laden abgibt, steht noch nicht fest. «Ich spreche jetzt erst einmal mit Inserenten.» Sie habe einige offene Anfragen, aber noch sei nichts beschlossen. «Es dürfen sich gerne noch weitere melden.» Nebst der Papeterie gäbe es auch einen Kiosk zu führen. Die Margen seien zwar sehr klein, aber es kämen doch viele Stammkunden aus dem nahegelegenen Pflegeheim und aus den Alterswohnungen. «Der Kiosk wird hier schon gebraucht», sagt Schmid.

«Man muss schon wissen, welche Mine in welchen Kugelschreiber gehört.»

Mitarbeiter muss sie keine entlassen, lediglich eine Aushilfe sprang jeweils ein, wenn die Geschäftsführerin nicht im Laden sein konnte. Eine neue Stelle hat Schmid noch nicht. «Erst will ich das hier sauber abschliessen.» Sie würde gerne wieder in einer Papeterie arbeiten, sie habe ursprünglich in einer gelernt. Aber auch im Service habe sie Erfahrung und eine Zeit lang sei sie Pöstlerin gewesen.

Einem Nachfolger würde sie ausserdem ihre Unterstützung zusichern, etwa, wenn er sich mit den Waren noch nicht so gut auskenne. «Man muss schon wissen, welche Mine in welchen Kugelschreiber gehört.» Wichtig sei ihr nur, dass niemand falsche Vorstellungen habe, was mit der Papeterie auf ihn zukomme.

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