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Plätze im Schulheim waren weniger gefragt

2016 sind die Anfragen für die Aufnahme von Schülern in das Schulheim Elgg um rund die Hälfte zurückgegangen. Über die Gründe kann Werner Kuster, Gesamtleiter, nur spekulieren.

Bis zu zehn Jugendliche werden ab Herbst in der neuen Wohngruppe in Hagenbuch leben.
Bis zu zehn Jugendliche werden ab Herbst in der neuen Wohngruppe in Hagenbuch leben.
Madeleine Schoder

In den Vorjahren seien jeweils 100 bis 150 Anfragen beim Schulheim Elgg eingegangen, sagt Gesamtleiter Werner Kuster. 2016 seien es nur zwischen 60 und 80 Anfragen für die Aufnahme von verhaltensauffälligen Schülern gewesen. «Das ist immer noch viel. Aber eigentlich ist es gut, wenn die Zahlen zurückgehen.» An der Elgger Institution liegt der Rückgang kaum: Das Schulheim war 2016 mit einer Belegung von knapp 96 Prozent gut ausgelastet. Das spreche für den guten Ruf, schreibt Kuster im Jahresbericht.

Sparmassnahmen ein Thema

Es sehe danach aus, dass sich Angebot und Nachfrage zurzeit ausbalancierten. Es sei eher unwahrscheinlich, dass es insgesamt weniger Schüler gebe, die Unterstützung brauchten, vermutet Kuster. Über die Gründe für den Rückgang könne man nur spekulieren: «Sparmassnahmen in Gemeinden sind natürlich immer ein Thema.» Diese wirkten sich ungünstig aus für Schüler, die von einem Platz in der Sonderschule profitieren könnten.

Es könne auch sein, dass mehr ambulante statt stationäre Angebote genutzt werden. «Man muss aufpassen, dass man die Massnahmen nicht gegeneinander ausspielt, nur weil eine vielleicht weniger kostet», sagt Kuster.

Neues Haus in Hagenbuch

Bis zu zehn Jugendliche können in den Herbstferien 2017 das neue Wohngruppenhaus in Hagenbuch beziehen. Man sei mit dem Bau sogar einen Monat früher fertig, heisst es im Jahresbericht. Rund 3,35 Millionen Franken kostete das Projekt insgesamt, einen Teil deckten staatliche Beiträge. Nötig war der Neubau, da der Standort in Eschlikon TG zu klein geworden war. «Ursprünglich war die Wohngruppe für fünf Schüler gedacht gewesen, doch nach neuem Konzept müssen nun acht untergebracht werden», erklärt Kuster. Auch muss in den Wohngruppen immer eine Fachperson anwesend sein und diese habe in Eschlikon kein Pikettzimmer, sondern müsse im Wohnzimmer schlafen.

Weitere Argumente seien der Weg von Eschlikon nach Elgg in die Schule und der Standort im Kanton Thurgau gewesen. Man habe alles im Kanton Zürich zusammenführen wollen. Weitere Wohngruppen befinden sich in Wiesendangen und in Winterthur-Hegi, insgesamt gehören fünf Gruppen mit je sieben bis acht Jugendlichen sowie eine Lehrlingswohnung zum Schulheim. Am Samstag, 4. November, wird in Hagenbuch ein Einweihungsfest stattfinden.

Segelschiff sticht bald in See

Ebenfalls in diesem Jahr fertig werden soll das Segelschiff Gama. Für einen symbolischen Franken wurde es im Herbst 2015 gekauft und vom Neuenburgersee nach Elgg übergesiedelt. Seitdem dient es den Schülern als Renovationsprojekt. «Die Idee ist, dass wir es später für unsere Segellager brauchen können», sagt Kuster. Diese gebe es bereits seit acht Jahren jeweils auf dem Hallwilersee.

Einen Wechsel gab es an der Spitze des Trägervereins: Jürg Rohner trat nach 21 Jahren Mitgliedschaft 2016 zurück. Neuer Präsident ist Alt-Kantonsrat Bernhard Egg aus Elgg.

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