Pfungen

Radball-Meister werden geehrt

Sie haben dieses Jahr den Cup und die Schweizer Meisterschaft gewonnen. Nun wurden die Radballer Benjamin und Severin Waibel in ihrer Heimatgemeinde gefeiert.

Benjamin (rechts) und Severin Waibel werden für ihre sportlichen Leistungen geehrt.

Benjamin (rechts) und Severin Waibel werden für ihre sportlichen Leistungen geehrt. Bild: Madeleine Schoder

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Mit wehenden Flaggen und aufspielendem Orchester werden sie empfangen. Der Männerchor, die Schützen, der Musikverein, natürlich der Rad- und Motorradverein (RMV) – freudig schwenken sie alle ihre Vereinsfahnen, um die derzeit wohl prominentesten zwei Söhne der Gemeinde zu ehren. Benjamin (26) und Severin (27) Waibel beschliessen damit ein Jahr, in dem sie, wie Severin Waibel sagt, im Radball «alle Erfolge in der Schweiz abgehakt» haben.

Übertrieben ist das nicht. Standen die beiden jungen Pfungener in vergangenen Saisons stets im Schatten der Serienmeister aus Altdorf, haben sie dieses Jahr die Konkurrenz klar hinter sich gelassen. Im März feierten die Brüder ihren ersten Cupsieg, im Oktober holten sie sich ihren ersten Titel in der Schweizer Meisterschaft. Dazwischen qualifizierten sie sich als Schweizer Vertretung für EM und WM.

Stolzes Dorf

«Eine Meisterleistung», beurteilt Gemeindepräsident Max Rütimann den Erfolg und gratuliert im Namen des ganzen Dorfes. «Unglaublich stolz» sei man auf die Leistung der beiden. Nur, meint er über das Orchester, den Weltmeistermarsch hätten sie jetzt halt noch nicht gespielt – den müsse man sich noch etwas aufsparen.

Es ist der einzige Wehmutstropfen dieses Jahr für Benjamin und Severin Waibel: Nach dem dritten Platz an der EM in Möhlin im Sommer reiste man Anfang Dezember mit grossen Zielen an die WM nach Basel. Am Schluss reichte es nur für den vierten Platz. «Das hat schon weh getan», so Severin in seiner Ansprache. Aber, so der studierte Bauingenieur: «Die tolle Unterstützung durch die Fans war ein riesiges Erlebnis. Dadurch fühlen wir uns fast auch ein bisschen wie die Sieger.»

Inspiration für Junge

Auch Letizia Bernegger, Präsidentin des RMV Pfungen, zeigt sich in erster Linie stolz ob des Erreichten. «Benjamin und Severin haben gezeigt, was man mit Engagement erreichen kann», sagt sie und fügt an, sie hoffe, dass sich der Nachwuchs von dem Beispiel inspirieren lasse. «Doppelte Freude» bereite ihr deshalb, dass auch dieser Nachwuchs bereits von sich reden macht: Im Mai ging dank Simon Sauter und Nico Bossard bereits der U15-Meistertitel nach Pfungen. Auch die beiden werden an diesem Anlass speziell geehrt.

«Viele unserer Freunde haben nie wirklich verstanden, was wir da genau treiben und warum wir einen solchen Aufwand leisten»Severin Waibel

Für Benjamin und Severin Waibel ist es ein Abend, auf den sie lange gewartet haben. Zum Radball kamen sie 2004 über ihre jüngere Schwester Seraina, unterdessen dreimal Schweizer Meisterin und einmal WM-Dritte im Kunstradfahren. Bald nahm Radball einen prominenten Platz im Leben der Brüder ein. «Viele unserer Freunde haben nie wirklich verstanden, was wir da genau treiben und warum wir einen solchen Aufwand leisten», sagt Severin. «Diese Erfolge nun sind deshalb schon eine Genugtuung.»

Weitere Herausforderungen

Für sie sei dieses Jahr ein Traum in Erfüllung gegangen. «Es ist ein komisches Gefühl. Natürlich gingen wir an die WM, um zu gewinnen, und sind enttäuscht, hat das nicht geklappt», sagt Severin. «Aber gleichzeitig war es als Buben immer unser Traum, überhaupt an einer Weltmeisterschaft mitspielen zu können.» Den vierten Rang nehmen sie deshalb sportlich. Trotzdem ist für sie klar: «Nächstes Jahr ist dieses Neuheitsgefühl nicht mehr da. Dann geht es ums Resultat.» Vielleicht sei es ja auch ganz gut, habe man noch Herausforderungen vor sich, meint Severin und lacht. Nach ihrer Erfolgssaison aufhören wollen sie auf jeden Fall nicht. «Wir schauen von Jahr zu Jahr», so Benjamin. «Aber solange wir Freude daran haben, bleiben wir auch dabei.»

Erstellt: 13.12.2019, 15:41 Uhr

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