Wiesendangen

Regierungsrat weist Einsprachen gegen Strassenprojekt ab

Der Kanton will den Verkehr in Attikon entschleunigen. Nun hat der Regierungsrat das Strassenprojekt für insgesamt 1,6 Millionen Franken bewilligt und dabei letzte Einsprachen abgewiesen.

Auf Höhe der Linde, die aufgrund ihres Alters ersetzt wird, soll ein Fussgängerstreifen mit Insel entstehen, der zweite hinter der Kreuzung Walliker-/Hauptstrasse rechts im Hintergrund.

Auf Höhe der Linde, die aufgrund ihres Alters ersetzt wird, soll ein Fussgängerstreifen mit Insel entstehen, der zweite hinter der Kreuzung Walliker-/Hauptstrasse rechts im Hintergrund. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Derzeit gibt es in Attikon keinen Fussgängerstreifen über die Hauptstrasse. Der Kanton will dort deshalb, auf Anregung des Wiesendanger Gemeinderates, unter anderem zwei Fussgängerinseln bauen. Das Projekt mit weiteren Massnahmen hatte der Kanton erstmals vor drei Jahren präsentiert und soll im Frühling 2020 umgesetzt werden. Doch es gab noch zwei Einsprachen, die der Regierungsrat behandeln musste.

Durch die beiden neuen Fussgängerinseln würde sich die Hauptstrasse auf Höhe der Linde und bei der Abzweigung zum Bahnhof Rickenbach-Attikon nämlich verbreitern. Ein Anwohner, der deshalb zehn Quadratmeter seines Gartens abtreten müsste, hat sich dagegen gewehrt. In Verhandlungen hatte er sich, anders als zwei andere Einsprechende, nicht mit dem Kanton einigen können.

Über 3000 Autos pro Tag

Der Regierungsrat hat die Beschwerde nun abgewiesen. In seinem anfangs Juli publizierten Beschluss schreibt er: «Das öffentliche Interesse an einer gesicherten Fussgängerüberquerung überwiegt private Interessen des Einsprechers.» Dies wird unter anderem mit einer Norm begründet, die eine Fussgängerüberquerung mit Insel ab 3000 Autos pro Tag vorsieht. In Attikon waren es 2018 gemäss der Verkehrsmessstelle im östlichen Teil des Dorfes 3812 Fahrzeuge pro Tag. Am meisten Autos bringt jeweils der Morgen- und Abendverkehr durch das Dorf, das sich neben der A1 und A7 befindet. «Es liegt keine Ausnahmesituation vor, um von diesen Vorgaben abzuweichen», schreibt der Regierungsrat.

Zudem verlangte der Einsprecher, dass der Kanton im Falle einer Abtretung eine Mauer baue, die stabil genug für eine Lärmschutzwand sei. Der Regierungsrat wies diese Einsprache ab. Begründung: «Sein Begehren übersteigt die üblichen Anpassungsarbeiten.» Der Regierungsrat lehnte ausserdem eine Entschädigung für die Kosten eines Anwalts ebenfalls ab, weil diese gemäss Gesetz nicht zugesprochen werden kann. Auf eine geforderte Enteignungsentschädigung von 1000 Franken pro Quadratmeter Garten trat der Regierungsrat ebenfalls nicht ein, weil der Betrag im anschliessenden Landerwerbsverfahren ermittelt wird. Das statistische Amt ermittelt dazu jeweils den durchschnittlichen Bodenpreis der letzten vier Jahre.

«Das öffentliche Interesse an einer gesicherten Fussgängerüberquerung überwiegt private Interessen des Einsprechers.»Der Regierungsrat begründet die Enteignung

Auf weitere Anträge wie etwa Tempo 30 im Dorf und zusätzliche Lärmschutzmassnahmen ging der Regierungsrat nicht ein, weil diese in einem separaten Lärmschutzverfahren zu prüfen seien. Die Fachstelle Lärmschutz stellte «keine wesentliche Änderung der Lärmsituation für die angrenzenden Liegenschaften» fest. Eine andere Einsprecherin bemängelte die gemischte Nutzung des Gehwegs für Fussgänger und Velofahrer auf der nördlichen Seite, weil dies zu gefährlich sei. Der Regierungsrat wies dies jedoch ebenfalls ab, der Sicherheit sei «in ausreichendem Masse genüge getan». Eien Verschiebung der Veloroute lehnte der Regierungsrat ebenfalls ab.

Gegen den Beschluss des Regierungsrates könnten die beiden Einsprechenden noch Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben. Das Projekt, dessen Umsetzung sieben Monate dauern soll, sieht nebst den Fussgängerstreifen auch eine rechtwinklige Kreuzung Haupt-/Wallikerstrasse vor. Zudem soll eingangs Attikon, auf der Wallikerstrasse, ein sogenanntes Eingangstor entstehen. Die Hintereggstrasse bei der Linde soll künftig nicht mehr als Durchgang benutzt werden können. Ein Pfosten macht die Strasse zur Sackgasse. Diese Massnahmen bezahlt Wiesendangen, der Gemeinderat hat bereits im Frühling 2018 einen Kredit von 200000 Franken dafür genehmigt. Die restlichen Kosten von 1,37 Millionen Franken übernimmt der Kanton.

Erstellt: 15.07.2019, 18:42 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!