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Rezepte gegen fremde Dauergäste

Die Gemeinde Zell bietet neuerdings Dauerparkkarten an. Einwohner und Gewerbler sollen so weiterhin Parkplätze finden. Der Gemeinderat reagiert damit auf Kritik aus der Bevölkerung.

Die Parkplätze bei der Badi in Rikon darf man nur sechs Stunden nutzen. Mit einer Parkkarte ist dies ausserhalb der Badesaison auch länger möglich.
Die Parkplätze bei der Badi in Rikon darf man nur sechs Stunden nutzen. Mit einer Parkkarte ist dies ausserhalb der Badesaison auch länger möglich.
Marc Dahinden

Mit uneingeschränktem Parkieren ist es in Zell seit gut einem Jahr vorbei. Die Parkplätze bei öffentlichen Anlagen wie etwa der Badi oder in der Nähe von Bahnhöfen bleiben zwar gratis, aber nur noch für sechs Stunden. Damit will die Gemeinde verhindern, dass auswärtige Pendler alles zustellen. Dies vor allem im Hinblick auf die neue direkte Zugverbindung nach Zürich ab Dezember 2018. Das neue Regime stellte allerdings jene Einwohner vor Probleme, die von Aussenwachten an die Bahnhöfe fahren, um dann mit dem Zug zur Arbeit zu pendeln. Der Gemeinderat reagiert nun auf die Kritik, indem er neu Dauerparkkarten anbieten will. Einwohner und Gewerbetreibende können diese bei der Gemeindeverwaltung beantragen. 400 Franken kostet eine Karte pro Jahr. Wer rund um die Uhr parkieren will, muss 600 Franken bezahlen. Die Gemeindeversammlung hat am Montagabend die Grundlage dafür geschaffen, indem sie eine Änderung in der Polizeiverordnung einstimmig genehmigt hat.Trotz Einstimmigkeit bei der Abstimmung: Das Thema ist umstritten. Jedenfalls löste es bei den 67 anwesenden Stimmberechtigten diverse Voten und Fragen aus.

Fragen und kurze Verwirrung

Heiner Comminot, Präsident des Bürgerlichen Gemeindevereins Zell, wollte etwa wissen, was eine Familie machen soll, die auf eine Wanderung geht und deshalb länger als sechs Stunden parkieren will? Gemeinderat Bruno Vollmer verwies darauf, dass es genügend Parkplätze in der Gemeinde gebe, die man auch länger nutzen könne als sechs Stunden, einfach nicht rund um die Bahnhöfe. Zudem könne man für die SBB-Parkplätze beim Bahnhof auch Tageskarten kaufen.

«Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.»

Martin Lüdin, Gemeindepräsident Zell

Kurze Konfusion löste die Frage aus, ob man die Dauerparkkarte auch für mehrere Fahrzeuge nutzen könne. Einen Tag nach der Versammlung klärt Gemeinderat Bruno Vollmer auf: Karten könnten für bis zu drei Fahrzeuge genutzt werden. Denn es sei möglich, bis zu drei Autonummern darauf zu vermerken. An der Versammlung hatte ein Votant noch befürchtet, dass er für jedes Auto im Haushalt eine eigene Parkkarte lösen muss.

Keine Parkuhren

Während ein Votant kritisierte, dass das Regime auch am Wochenende umgesetzt wird, sprach sich eine Frau gerade dafür aus. «Samstag und Sonntag ist bei uns oft alles zugestellt.» Heiner Comminot vom Bürgerlichen Gemeindeverein wollte wissen, weshalb man nicht einfach Parkuhren aufstelle, das aktuelle System sei doch sehr kompliziert. Gemeinderat Bruno Vollmer antwortete ihm, dass die Anschaffung und der Unterhalt von Parkuhren teuer sei und man sich deshalb dagegen entschieden habe. «Wir wollen mit dem neuen Parkregime kein Geld einnehmen, sondern den Verkehr lenken», ergänzte Gemeindepräsident Martin Lüdin.

Nach längerer Diskussion und einigem hin und her kommentierte Martin Lüdin: «Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.»

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