Elsau

Riesiges Interesse an neuer Siedlung Hofwis

Die Stiftung Pro Elsau präsentierte der Bevölkerung ihr Projekt für ein neues Dorfzentrum in der Hofwis. Anwohner sorgen sich wegen Mehrverkehr und der geplanten Höhe der Gebäude.

Ein Gesundheits- und Kulturzentrum sowie 45 neue Wohnungen sollen auf dem Areal Hofwis in Elsau entstehen. Visualisierung: PD

Ein Gesundheits- und Kulturzentrum sowie 45 neue Wohnungen sollen auf dem Areal Hofwis in Elsau entstehen. Visualisierung: PD

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Der Saal des Kirchgemeindehauses in Elsau war am Mittwochabend proppenvoll. Um die 150 Personen waren gekommen, um sich die Pläne der Stiftung Pro Elsau für das Areal Hofwis anzuhören. Die Sitzplätze reichten bei weitem nicht aus, manche standen zwei Stunden lang im Türrahmen. «Ich bin überwältigt von diesem Aufmarsch», sagte Heinrich Weiss, Präsident der Stiftung Pro Elsau und Alt-Gemeindepräsident. Er erklärte den Anwesenden zu Beginn, wie die Stiftung überhaupt dazu kam, das Projekt Hofwis zu planen.

Der Saal war proppenvoll. Bild: Nicole Döbeli

Rettet den Dorfarzt

Eigentlich sah der Stiftungszweck vor, das Vermögen der Familie Weiss erst nach dem Ableben des letzten Angehörigen für gemeinnützige Zwecke in Elsau einzusetzen. Zum Umdenken bewegt wurden Heinrich Weiss und seine damals noch nicht verstorbene Frau durch den Dorfarzt Franz Stamm. Dieser sorgt sich als letzter Arzt in der Gemeinde um die Gesundheitsversorgung, wenn er in rund zwei Jahren pensioniert wird. «Da haben wir beschlossen, lieber gleich jetzt ein Gesundheitszentrum zu bauen», erklärte Weiss.

«Wir möchten das Dorf weiterbauen und planen deshalb Gebäude mit Giebeldächern»Philipp Brunnschweiler, BDE Architekten

Das Zentrum soll ein eigenes Gebäude auf dem Areal erhalten und auch der örtlichen Spitex zur Verfügung stehen. Dorfarzt Stamms Wunsch wäre es zudem, nebst Physiotherapie noch weitere Disziplinen wie Dermatologie oder Psychiatrie nach Elsau zu holen. Das Elternhaus von Heinrich Weiss, ein Bauernhof, soll zu einem Kulturlokal mit Saal, Bistro und Garten werden und weitere 45 Wohnungen sollen entstehen. Da es sich um ein privates Bauprojekt handelt, bleibt der Elsauer Bevölkerung wenig Mitspracherecht. Doch die Stiftung will höher bauen, als es die Bauordnung vorsieht und arbeitet deshalb einen Gestaltungsplan aus. Über diesen sollen die Elsauerinnen und Elsauer im Juni an der Gemeindeversammlung abstimmen können.

«Wir möchten das Dorf weiterbauen und planen deshalb Gebäude mit Giebeldächern», erklärte Philipp Brunnschweiler von BDE Architekten. Laut Bau- und Zonenordnung sind in einer Arealüberbauung Gebäude mit drei Vollgeschossen bis zu 11,4 Meter und einem Attikageschoss um die 3 Meter erlaubt. Die geplanten Gebäude kämen mit drei Voll-, einem Attikageschoss und Giebeldach auf 15,2 Meter Höhe. Dafür seien die Grenzabstände zu den bestehenden Häusern grösser als erlaubt, erklärte Brunnschweiler. Im Gestaltungsplan soll zudem die genaue Position der Gebäude und das öffentliche Wegrecht durchs Areal festgehalten werden.

Wohin mit den Autos?

Am meisten beschäftigte die anwesenden Anwohnerinnen und Anwohner der Mehrverkehr im Quartier. Die Einfahrt zum neuen Areal Hofwis ist von der Schottikerstrasse her geplant. «Da ist es heute schon sehr gut ausgelastet, habt ihr geprüft, ob es über die Elsauerstrasse geht?», fragte ein Anwohner. Ein anderer rechnete vor, dass die Zufahrt statt 40 Autobewegungen dann rund 500 verkraften müsste.

«Mehr Autos auf dem Schulweg
wären ein No-Go.»
Jürg Bischofberger, Vize-Präsident der
Stiftung Pro Elsau

Jürg Bischofberger, Vizepräsident der Stiftung, antwortete, dass der Verkehr auf der Elsauerstrasse den Schulweg kreuzen würde: «Das wäre für mich ein No-Go. Die Strasse ist schmal und heute schon stark frequentiert.» Eine weitere Anwohnerin sorgte sich, dass die Situation durch noch mehr parkierte Autos auf der Schottikerstrasse unsicherer werden könnte: «Ihr müsst genügend Besucherparkplätze einplanen.» Vorgesehen sind elf für die Bewohner in der Tiefgarage und bis zu 20 an der Oberfläche für das Gesundheits- und Kulturzentrum.

Ist es ein Dorfplatz?

Diskutiert wurde auch, ob der Platz zwischen den Gebäuden genügend gross sei, um als Dorfplatz zu gelten. Brunnschweiler versprach unter anderem einen grossen Brunnen. Genehmigen die Elsauer den Gestaltungsplan, könnte die Baubewilligung für das Projekt im Herbst und der Baustart frühstens im Frühling 2021 folgen.

Erstellt: 16.01.2020, 17:15 Uhr

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