Aadorf

Rund 7,5 Millionen Franken muss der Kanton Zürich nach Aadorf überweisen

Nach dem Bundesgerichtsurteil über ausstehende Zahlungen der Gesundheitsdirektion ist die geschuldete Summe bekannt.

Die Privatklinik Aadorf rechnet im ersten Halbjahr 2020 mit der Überweisung der ausstehenden Millionen.Foto: PD

Die Privatklinik Aadorf rechnet im ersten Halbjahr 2020 mit der Überweisung der ausstehenden Millionen.Foto: PD

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Der Kanton Zürich muss rund 7,5 Millionen Franken an die psychiatrische Privatklinik Aadorf nachzahlen, wie Marcel Odermatt, Sprecher der Gesundheitsdirektion, gestern auf Anfrage mitteilt. Man habe diese Summe so ausgerechnet, einzelne Rechnungen müssten aber noch überprüft werden.

Der Aadorfer Klinikdirektor Stephan Trier will sich zum geschuldeten Betrag nicht äussern. Als «konstruktiv und zielorientiert» bezeichnet er aber das Gespräch mit der Gesundheitsdirektion: «Im Grundsatz sind wir uns einig.» Nun gehe es ums «Feintuning», so sind beispielsweise noch technische und administrative Fragen zu klären. Mit der effektiven Rückzahlung rechnet Trier im Verlaufe des ersten Halbjahres 2020.

Zürich zahlt wieder Anteil

Grund für diese Nachzahlung ist ein Urteil des Bundesgerichts von Ende August («Der Landbote» berichtete). Seit Oktober 2013 hatte sich Zürich nur noch an den Kosten von vier der sechzig Betten in der Privatklinik Aadorf beteiligt. Dies, weil der Kanton Thurgau es aufgrund seiner Spitalliste ebenfalls so handhabt. Die Klinik ist bei Zürchern beliebt, es werden stets um die 20 Zürcher Patientinnen und Patienten in Aadorf behandelt. Die Klinik versteht sich als überregionales Zentrum. «Im Bereich Essstörungen sind wir nebst dem Unispital Zürich schweizweit führend», sagt Trier. Zudem ist die Klinik auf die Behandlung von Depressionen und Burn-outs spezialisiert.

«Zuerst muss das Geld auf unserem Konto eintreffen.»Stephan Trier
Mitbesitzer und Direktor
Klinik Aadorf AG

Dass die Gesundheitsdirektion während fast sechs Jahren den Geldhahn stark zugedreht hatte, beurteilte das höchste Schweizer Gericht als rechtswidrig. Die ausstehenden Kosten mussten nachgezahlt werden. Seither hat die Gesundheitsdirektion ihre Praxis wieder geändert und trägt bei sämtlichen Zürcher Patientinnen und Patienten 55 Prozent der Kosten. «Das hat sie zügig an die Hand genommen», sagt Trier.

Bisher war unklar, wie hoch die Nachzahlungen effektiv sind. Von einem hohen, einstelligen Millionenbetrag war nach Bekanntgabe der Urteils im September die Rede. «Das Urteil sichert die weitere Existenz», sagte Trier damals. Noch vor zwei Jahren hatte die Schliessung der Klinik mit ihren 122 Mitarbeitenden gedroht, unter anderem wegen der Zürcher Zahlungsverweigerung. Trier und ein Investor übernahmen jedoch im Januar 2018 sämtliche Aktien der Di-Gallo-Gruppe, um den Weiterbetrieb zu sichern. Heute sind in der Klinik noch rund 110 Mitarbeitende angestellt.

Mit dem Geld sollen Investitionen getätigt werden, die in den letzten Jahren zurückgestellt werden mussten. Was dabei konkret geplant ist, kann Direktor Trier momentan noch nicht sagen: «Zuerst muss das Geld auf unserem Konto eintreffen.» Wirklich planen könne man erst, wenn die finanzielle Situation klar sei. Ein Ausbau der heute 60 Betten wird nicht angestrebt.

Erstellt: 15.11.2019, 10:34 Uhr

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