Neftenbach

Sanieren, ohne Geld zu versenken

Der Badiweiher hat eine Entschlammung nötig. Das sehen alle ein. Doch soll die Revitalisierung 410 000 Franken teuer sein? Ja, fand die Gemeindeversammlung.

Seit 15 Jahren redet die Gemeinde davon, den Badiweiher revitalisieren zu müssen. Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht.

Seit 15 Jahren redet die Gemeinde davon, den Badiweiher revitalisieren zu müssen. Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht. Bild: Marc Dahinden

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«Ich hoffe sehr auf ein Ja», sagte Gemeinderätin Silvia Weidmann am Mittwochabend vor der Gemeindeversammlung in Neftenbach. Die Sanierung des Badiweihers ist das letzte Geschäft der SVP-Politikerin, die sich nach vier Jahren nicht mehr zur Wahl aufstellen liess.

Seit 2003 ist davon die Rede, den Weiher, der an die Badi Neftenbach grenzt, zu sanieren. Die hohen Kosten haben dies bisher verhindert. Die Entschlammung allein kostet samt Entsorgung gegen 200 000 Franken.

Trübe Brühe

«Die Fische sollen nicht mehr länger in einer verschlammten Brühe schwimmen müssen und Neftenbach soll wieder Freude an seinem Weiher haben», sagte Weidmann. Die Gemeinde will den Weiher, der 1815 als Wasserkraftsystem für die damals frisch gegründete Rotfärberei des Winterthurers Jakob Ziegler erstellt wurde, wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzen. Rund 410 000 Franken sind für das Projekt veranschlagt.

«Wir werden sparen, wo es nur geht.»Silvia Weidmann, 
Gemeinderätin

Demnach soll der Wasserspiegel provisorisch um 90 cm und danach dauerhaft um 40 cm ab­gesenkt und die grossen Fische vorgängig abgefischt werden. Der Schlamm wird unter Wasser abgetragen und entsorgt. Für den Aus- und Überlauf des Weihers ist ein neuer Schacht geplant. Der Uferbereich soll neu gestaltet werden.

Für drei bis vier Jahrzehnte

Er finde den Betrag sehr hoch, zu hoch, eröffnete ein Votant die Diskussion. Wie lange denn eine solche Entschlammung anhalte? «Rund 30 bis 40 Jahre», antwortete Dominik Krebs vom Ingenieurbüro Ingesa, welches den Massnahmenplan für die Weihersanierung erstellt hat.

Wieso die Gemeinde vor zwei Jahren das Ufer saniert habe. «Das hat sich nun ja nicht gelohnt», konstatierte ein Anwohner. Krebs antwortete: «Dieser Notfalleingriff erfolgte im Rahmen des normalen Unterhaltes.»

Kritik musste die Gemeinde wegen des früher erfolgten Abbruchs des Schieberhäuschens einstecken. «Seither lässt sich der Wasserstand nicht mehr regulieren», klagte eine Anwohnerin. Ein Redner zeigte sich überzeugt, «dass man die Sanierung mit halben Kosten durchziehen kann». Seinen entsprechenden Rückweisungsantrag hat die Versammlung deutlich verworfen.

Die grosse Unbekannte ist laut Weidmann die Schlammentsorgung. «Hier wissen wir noch nicht, was uns genau erwartet.» Ihr Versprechen, kein Geld in den Weiher zu versenken und zu sparen, wo es nur gehe, überzeugte schliesslich. Der Kredit erhielt nach langer, teils hitziger Diskussion von fast allen Zustimmung.

Zum fünften Mal besser

Neftenbach schliesst 2017 um rund 2 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Die Gemeinde erzielte ein Plus von 1,4 Millionen Franken. Dies sei die Summe von Einmaleffekten, relativierte Finanzsekretär Thomas Hofmann und nannte Steuern früherer Jahre sowie aktive Steuerausscheidungen für Filialen, die viel besser ausgefallen seien.

Lob erhielt die Schule, die sich gegenüber dem Budget um über 700 000 Franken verbesserte. «Der Jahresabschluss ist eigentlich eine Freude», sagte RPK-Präsident Fabian Utzinger, der allerdings auch zu bedenken gab, dass es sich bereits um den fünften Abschluss in Folge handle, der besser als das Budget ausgefallen sei. Die Rechnungsprüfungskommission werde beim Budgetprozess genau hinschauen. Die 103 Anwesenden hiessen die Jahresrechnung 2017 schliesslich einstimmig gut.

(Der Landbote)

Erstellt: 08.06.2018, 10:31 Uhr

Pfarrer Daniel Hanselmann.

Pfarrer wechselt ins Baselbiet

Eine überraschende Nachricht überbrachte Präsident Peter Schmid der Kirchgemeindeversammlung: Pfarrer Daniel Hanselmann hat gekündigt.

Daniel Hanselmann verlässt die Reformierte Kirchgemeinde Neftenbach, um Pfarrer in Buus­Maisprach BL zu werden. Nach 15 Jahren in Neftenbach wolle der knapp 55-Jährige nun ins Baselbiet zurückkehren, wo er Kindheit und Jugend verbracht habe, sag­te Kirchenpflegepräsident Peter Schmid an der Kirchgemeindeversammlung. Der Abschied aus Neftenbach werde nach so vielen Jahren kein leichter sein, gestanden Daniel und Claudia Hanselmann, die am Mittwoch in Neftenbach nicht dabei sein konnten, anlässlich der Nominationsversammlung in Buus­Maisprach Mitte Mai. Am 24. Juni soll Daniel Hanselmann dort in stiller Wahl gewählt werden.

Vor Neftenbach war Hanselmann zwölf Jahre zusammen mit einem Kollegen in Urdorf tätig. Buus-Maisprach sei seine dritte Gemeinde, wohin er zusammen mit seiner Frau ziehe, nachdem ihre Kinder alle erwachsen geworden seien, sagte Hanselmann in Buus-Maisprach.

Seinen letzten Gottesdienst in Neftenbach wird der scheidende Pfarrer voraussichtlich am 14. Oktober halten, wie Kirchenpflegepräsident Schmid sagte.

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