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Schäferidylle am Fusse des Haselbergs

Eine Schafherde mit gegen 500 Tieren hält sich derzeit am Fusse des Hasel­bergs auf und bewegt sich gemächlich westwärts in Richtung Winterthur.

Sie trotzen der Kälte und dem Schnee: Schäfer Michael Fitze und seine Herde sind derzeit nördlich von Ettenhausen unterwegs.
Sie trotzen der Kälte und dem Schnee: Schäfer Michael Fitze und seine Herde sind derzeit nördlich von Ettenhausen unterwegs.
Kurt Lichtensteiger

Eine steife Bise bläst am frühen Abend vom zugefrorenen Täniker Weiher her über die schneebedeckte Landschaft am Nordhang des Haselbergs. Friedlich suchen unzählige Schafe nach Grashalmen, die vereinzelt aus dem knöcheltiefen Schnee emporragen. Unweit der Herde steht der Schäfer Michael Fitze, bekleidet mit einem wollenen Pullover, seine Mütze weit über die Ohren gezogen und die Hände tief in den Hosentaschen vergraben. Der junge Mann mit Stoppelbart bewegt sich kaum und scheint der bissigen Kälte mit stoischer Ruhe zu trotzen. Begleitet ist der Hirte aus Teufen von einem wachsamen Hund, der ihm aufs Wort folgt.

Hund und Esel dabei

Schert ein Schaf etwas aus und gerät ausserhalb der Herde, so ist der Schäferhund sofort zur Stelle. «Siro, links, weiter!», ruft ihm der Befehlsgeber zu. Und schon hat der Hund das abtrünnige Schaf ausfindig gemacht und ­dazu gebracht, sich wieder in die Herde einzugliedern. Die kurze Unruhe scheint den daneben­stehenden Esel nicht gross gestört zu haben. Dieser offenbart keine Menschenscheu und schnuppert ohne zu zögern an den Ankömmlingen.

Mit dem Hereinbrechen der Dämmerung werden die Schafe eingezäunt, mit einem Netz, das der Esel mit sich trägt. Dann heisst es, auch die nächste kalte Nacht zu überstehen. Für den Schäfer insofern eine Erleichterung, als er nicht unter einer Blache nächtigen muss. In der Nähe steht nämlich ein alter Wohnwagen, woraus sich der Schafhüter gelegentlich ein warmes Getränk holen kann. «Hie und da werde ich sogar von Passanten mit einem warmen Kaffee versorgt», sagt er. In den nächsten Tagen werde sich der Tross langsam westwärts bewegen, bis man dann am 15. März wieder zum eigentlichen Domizil, nämlich Wittenwil, zurückkehre. Dorthin hofft er, alle Anvertrauten wieder heil zurückbringen zu können. Als grösstes Gefahrenmoment bezeichnet er die Überquerung von Fahrstrassen.

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