Dägerlen

Schulpsychologie muss neu organisiert werden

Im Kanton Zürich müssen Schulpsychologische Dienste künftig mindestens drei Vollzeitstellen aufweisen. Die Schulgemeinde Dägerlen muss sich neu organisieren.

Die Primarschule Dägerlen will sich dem Schulpsychologischen Dienst Winterthur-Land anschliessen.

Die Primarschule Dägerlen will sich dem Schulpsychologischen Dienst Winterthur-Land anschliessen. Bild: Barbara Truninger

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Wenn eines der 125 Kinder, die in Dägerlen zur Schule gehen, psychologische Hilfe oder eine Abklärung braucht, steht in der Gemeinde mit den fünf Dörfern für einen halben Tag in der Woche eine eigene Schulpsychologin zur Verfügung. «Wir sind mit dieser Lösung sehr zufrieden», sagt Schulpfleger Jürg Mätzener.

Dennoch hat die Schulpflege ihrer Schulpsychologin per Ende Jahr gekündigt. Der Grund ist eine neue Vorschrift des Volksschulamts, wonach schulpsychologische Dienste künftig mindestens 300 Stellenprozente aufweisen müssen. Damit soll die Qualität der Dienste sichergestellt werden.

Zu klein

Die Schulgemeinde Dägerlen mit einer Schulpsychologin im 10-Prozent-Pensum muss sich eine andere Lösung suchen. Naheliegend ist der Beitritt zum Schulpsychologischen Dienst Winterthur-Land (SPD). «Wir haben wegen unserer Kleinheit keine andere Wahl», sagt Mätzener.

«Wir haben wegen unserer Kleinheit keine andere Wahl»Jürg Mätzener,
Schulpflege Dägerlen

Er sieht in der Rückkehr zum SPD – Dägerlen war früher im Zweckverband dabei – durchaus Vorteile. «Aus fachlicher Sicht macht eine unabhängige Stelle mehr Sinn als eine Schulpsychologin oder ein Schulpsychologe im Angestelltenverhältnis.»

Die Primarschule Dägerlen hat den Beitritt zum SPD im Juni per Brief beantragt. Das freut den Vorstand des Zweckverbands, wie Vizepräsidentin Christine Tüscher sagt. «Das ist in den 12 Jahren, in denen ich dabei bin, das erste Aufnahmegesuch.» In den letzten Jahren hat der Zweckverband vor allem Mitglieder verloren. So sind etwa Altikon, Embrach, Hettlingen und Wiesendangen ausgetreten.

Für die Schulgemeinde Dägerlen wird die neue Lösung etwas teurer werden als heute, da zu den Lohnkosten die Allgemeinkosten des Zweckverbands hinzukommen. Laut Mätzener rechnet man künftig mit Jahreskosten in der Höhe von rund 27 000 Franken. «Im Gegenzug profitieren wir aber auch vom fachlichen Support des SPD.» Die Zustimmung der 15 Zweckverbandsgemeinden dürfte reine Formsache sein.

Andere auch betroffen

Dägerlen ist nicht die einzige Schulgemeinde, die in schulpsychologischer Hinsicht eine neue Lösung braucht. Wiesendangen, Hettlingen und Altikon sind etwa in der gleichen Situation. Die drei Schulgemeinden seien dabei, eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten, sagt Irene Meier von der Schulpflege Wiesendangen.

Das Volksschulamt sei informiert. Auf 300 Stellenprozente kämen die drei Schulgemeinden punkto Schulpsychologischem Dienst zwar auch nicht. «Wir rechnen aber damit, in rund einem halben Jahr eine gemeinsame Lösung zu haben», sagt Meier.

(Der Landbote)

Erstellt: 17.10.2017, 17:26 Uhr

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