Turbenthal

Schweigen beim Schlossguet

Die Zukunft des Schlossguet ist offener denn je. Die Projektgruppe lässt Fragen ins Leere laufen. Der Verein für ein Ortsmuseum wendet sich definitiv ab.

Das denkmalgeschützte Schlossguet an der St. Gallerstrasse in Turbenthal wird seit Jahren kaum genutzt.

Das denkmalgeschützte Schlossguet an der St. Gallerstrasse in Turbenthal wird seit Jahren kaum genutzt. Bild: Madeleine Schoder

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Ein vierköpfiges Team kümmert sich um die Zukunft des Schlossguet. Im Auftrag des Gemeinderats klärt die Gruppe derzeit ab, wie das denkmalgeschützte Gebäude im Ortskern von Turben­thal genutzt werden könnte. Viel mehr ist über die Zukunft des Gebäudes aktuell nicht zu erfahren. Fragen des «Landboten» lässt das im Mai gebildete Projektteam weitgehend unbeantwortet.

Klar ist: Das Gebäude hat für Turbenthal hohe Priorität. In den Legislaturzielen des Gemeinderats ist es als Schwerpunktthema vermerkt: Das Gebäude steht seit Jahren weitgehend leer und droht langsam zu zerfallen. Zudem geht es für die Gemeinde um viel Geld. Nur schon eine Sanierung der Aussenhülle soll circa 1,5 Millionen Franken kosten, wie eine Kommission Ende 2017 schätzte. Das von der Kommission erarbeitete Projekt für eine Kulturscheune wurde vom Gemeinderat im vergangenen Jahr verworfen. Mit der Begründung, dieses sei zu teuer und die Unterstützung des Kantons zu bescheiden. Im Mai setzte er deshalb das neue Projektteam ein.

Erst die Unterlagen sichten

In welche Richtung die Gruppe denkt, ob sie für ihre Arbeit ein Budget zur Verfügung hat oder wie ihr konkreter Auftrag des Gemeinderats lautet, bleibt offen. Auch die Frage, nach welchen Kriterien die Mitglieder der Arbeitsgruppe zusammengesetzt wurden, wird nicht beantwortet. In einer knappen Stellungnahme schreibt die Gemeinderätin und Leiterin der Gruppe, Kathrin Fenner: «Im Zentrum steht das Sichten der vorhandenen, umfangreichen Unterlagen.» Die Entwicklung des Nutzungskonzepts und eines Grobplans werde einige Zeit in Anspruch nehmen. «Wir werden mittels Medieninformation wieder über den Stand unserer Arbeit informieren.»

Museumsverein gibt auf

In der Arbeitsgruppe nicht mehr vertreten ist der Verein für ein Ortsmuseum. «Es ist unglücklich, wie wir abserviert wurden», sagt Fritz Fuhrimann vom Museumsverein. Immerhin beschäftige sich der Verein über zwanzig Jahre lang mit dem Thema. Jetzt hat man resigniert: «Wir haben keine Hoffnungen mehr auf ein Ortsmuseum im Schloss­guet.» Es stehe wohl eine kommerzielle Nutzung im Vordergrund. Und der Verein wolle nun nach vorn schauen.

«Es ist unglücklich, wie wir abserviert wurden.»Fritz Fuhrimann, 
Museumsverein

Um Ausstellungsgegenstände besser zu schützen, richte man ein Lager in der ehemaligen Zivilschutzanlage Risi ein. Zudem habe der Verein eine Anfrage an den Gemeinderat gestellt, um auch die Nebengebäude des Stiefelhauses nutzen zu können. Im Stiefelhaus an der Tösstalstrasse 20 befindet sich seit Jahrzehnten das provisorische Ortsmuseum. Mit der Ausweitung der Ausstellung auf die Nebengebäude strebt der Verein dort jetzt eine definitive Lösung an. «Bis zu den Sommerferien erwarten wir eine Antwort des Gemeinderats», sagt Fuhrimann. «Die Zeit drängt, die Gegenstände gehen langsam kaputt.»

Der Verein hätte sich einen schöneren Abschied aus dem Projekt Schlossguet gewünscht, sagt Fuhrimann weiter. Dennoch hofft er, dass das Projekt zu einem guten Ende kommt und das historische Gebäude erhalten werden kann. «Es ist das letzte seiner Art im Dorfkern.»

Erstellt: 04.06.2019, 17:00 Uhr

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