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Selbst auf Reisen dreht sich alles um Whisky

Sie nennen sich Whisky Proofers und haben sich dem Genuss ebendieser Spirtuose verschrieben. An den Vereinsanlässen widmen sich die jungen Herren aus Dättlikon aber nicht nur dem Trinken.

An Vereinsanlässen immer im Anzug: Die Whisky Proofers Marcel Steck , Peter Müller, Manuel Meier und Präsident Matias Müller (v. l.).
An Vereinsanlässen immer im Anzug: Die Whisky Proofers Marcel Steck , Peter Müller, Manuel Meier und Präsident Matias Müller (v. l.).
Marc Dahinden

Es war ein gemütlicher Abend unter Kollegen: Man sass zusammen, quasselte, lachte und ging der Degustation verschiedener Whiskys nach. Eine Leidenschaft, welche die Kollegengruppe schon seit einiger Zeit teilte. Schliesslich befand man sich auf dem Luzerner Whisky-Schiff, wo es um nichts anderes geht. Und da kam die Idee: «Warum diesem Hobby nicht als Verein nachgehen?», fragte man sich in der Gruppe, zuerst noch aus Jux. Als Verein wäre das Hobby geregelter und formaler.

«Wenn wir unterwegs sind, lernen wir immer wieder interessante Menschen kennen, die unsere Passion teilen und sich uns anschliessen»

Schon am folgenden Tag machte der spätere Vereinspräsident Matias Müller ernst und präsentierte die Statuten. Zwei Wochen später war die Vereinsgründung perfekt: Die Whisky Proofers waren geboren.«Am Anfang war es nicht so einfach, wir mussten erst alles aufbauen», erzählt Müller. Als Verein wollte man stets offen bleiben und die kollektiven Interessen der Mitglieder nutzen. So fand die erste Generalversammlung denn auch im spanischen Barcelona statt. «Das Reisen gehört zu unserer Leidenschaft. Mit solchen Ausflügen können wir es mit dem Vereinsleben verbinden.»

Seither kommen die jungen Herren zusammen: Vier Vorstände, zwei Ehren- und elf normale Mitglieder. Davon ist eines selbst im Whisky-Geschäft tätig, was dem Verein immer wieder neue Inputs gebe. Längst ist dieser um weitere Whisky-Liebhaber gewachsen. «Wenn wir unterwegs sind, lernen wir immer wieder interessante Menschen kennen, die unsere Passion teilen und sich uns anschliessen», erzählt Müller.

Tradition seriös erleben

Was aber tut ein Whisky-Verein? So mancher mag eine Gruppe junger Männer, die organisiert auf Sauftour geht, im Kopf haben. Man irrt. Das Wissen und die Leidenschaft für alles, was dazugehört, merkt man den jungen Männern schon im Gespräch an. «Das Vereinskollektiv hat grosses Know-How in der Kultur und der Tradition des Whiskys. Diese wollen wir auf seriöse Weise erleben, geniessen und austauschen», betont Vizepräsident Peter Müller, der übrigens nicht mit seinem Namensvetter Matias verwandt ist.

«Für uns ist es mehr, als nur Alkohol zu trinken.»

Dazu trifft man sich für Degustationen, geht auf Whisky-Schiffe oder -Zügli, geniesst ganz einfach einen gemütlichen Abend oder organisiert gemeinsame Nachtessen. Im Februar dieses Jahres beispielsweise veranstaltete man das zweite Whisky-Dinner im Restaurant Löwen in Wiesendangen. An Vereinsanlässen tragen die Proofers jeweils einen Anzug. Es habe etwas Exklusives und demonstriere Zusammengehörigkeit. Das Whisky-Trinken diene aber nie als Einstimmung auf eine Party-Nacht: «Wenn wir als Verein unterwegs sind, dann bleibt es beim Genuss, weshalb anschliessende Club-Besuche ausbleiben.»

Bei gemeinsamen Aktivitäten probieren die Whisky Proofers neue Sorten aus, diskutieren über geschmackliche Eigenheiten und passende Gerichte. Und da wird es für Laien kompliziert. Denn über die Destillier- und Aufbewahrungsarten, Trinkweisen, Geschmacksrichtungen, von rauchig bis süss, kann Nächte lang gefachsimpelt werden. Temperatur, Gläserform oder die Zugabe von Wasser verändern die Geruchskonzentration eines Whiskys. «Der Austausch über die individuellen Gepflogenheiten machen unseren Vereinsalltag enorm spannend», so Peter Müller. Die Vielfalt der Aktivitäten bringe den Verein laufend weiter. «Für uns ist es somit mehr, als nur Alkohol zu trinken.»

Eigenkreation in Planung

Auf den Namen Whisky Proofers kamen die Gründer durch die alte Einheit Proof, mit welcher der Alkoholgehalt eines Whiskys zum Teil bis heute angegeben wird. Gemessen wird die Einheit, indem mit Whisky getränktes Schwarzpulver angezündet wird. Bei 100° Proof entspricht es einem Volumenprozent von 57,15 Prozent und das Schwarzpulver brennt mit blauer Flamme.

Für die Zukunft hat der Verein viele Pläne: Eine Whisky-Wanderung, weitere Degustationen und die Besichtigung einer Destillerie. Und: «Uns schwebt die Herstellung eines eigenen Whiskys vor», verrät Matias Müller. Konkret sei aber noch nichts. Wer den Whisky Proofers beitreten möchte, kann das für eine Hunderter-Note pro Jahr. Inbegriffen ist dann jeweils der Eintritt zu den Whisky-Schiffen, die Teilnahme am Dinner sowie der Austausch mit vi fen jungen Menschen über eine offenbar tiefgründige Kultur einer Spirituose.

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