KMU-Max

Sie buhlen um den Gewerbe-Oscar

Nach dem Publikumsvoting stehen zwei Geschäfte aus Seuzach und eines aus Winterthur im Finale für den 11. KMU-Max. Sie alle drehen sich ums Wohnen. Am 15. Mai entscheidet sich, wer laut Jury am meisten «Herzblut, Exzellenz und Leidenschaft» hat.

Mohr Schöner Leben

Frauen schmeissen den Laden

Manuela Mohr hat aus der ehemaligen Landi eine Boutique mit breitem Sortiment gemacht. Bild: mad

So schön und einladend der Laden an der Obstgartenstrasse 6 daherkommt: «Der Weg hierher war nicht immer ganz einfach», sagt Geschäftsinhaberin Manuela Mohr. «Doch wir konnten stets auf die Familie und unseren Freundeskreis zählen.»

In dieser Jahreszeit floriert das Geschäft mit den Pflanzen. Es werden täglich gut und gerne 150 zahlende Kundinnen und Kunden verbucht. Und wer beim Stöbern zwischendurch einen Kaffee braucht, kann sich am Bistrotisch im Laden einen gönnen.

«Wir hatten eine Höllenfreude, als wir nominiert wurden.»

«Eine gute Freundin hat uns beim KMU-Max angemeldet», sagt Mohr. «Wir hatten eine Höllenfreude, als wir nominiert wurden.» Das sei ein Geschenk und habe unglaublich Schub gegeben. Bei der Stimmensuche gaben sie und ihr Team Vollgas. «Ich freue mich aber so oder so auf den Gala-Abend», sagt die 51-Jährige. «Ich habe mir schon lange gewünscht, im langen Abendkleid auszugehen.»

Seit Manuela und Markus Mohr vor 22 Jahren die ehemalige Landi an der Obstgartenstrasse 6 übernommen haben, gehen der gelernten Sportartikelverkäuferin die Ideen nicht aus. «Obwohl die Zweifel anfangs gross waren, haben wir überlebt.» Seit acht Jahren schmeisst sie den Laden ohne ihren Mann, dafür mit zwei Frauen: Bea Christen und Tanja Alder. Markus Mohr ist heute im Liegenschaftsbereich der Blatter AG tätig. «Bea und ich sind wie ein altes eingespieltes Ehepaar», verrät die Chefin. Und Tanja habe den grünen Daumen.

Dominierten in den ersten Jahren typische Landiprodukte wie Pflanzen, Werkzeuge für Garten und Handwerker, Schrauben und Nägel, so findet man heute keine Landi-Artikel mehr. Dafür ein auserlesenes Sortiment, das neben Pflanzen, Blumen und Gartenpflegeartikeln auch Möbelstücke, Deko- und Geschenkartikel, Kleider sowie italienische Spezialitäten und Wein aus dem Piemont enthält.

Gemütliche Fashion-Abende

Beratung für den Wohnbereich wird bei Mohr gross geschrieben. Die drei Frauen bepflanzen aber auch Töpfe, liefern aus oder organisieren für Gruppen ab zehn Personen Fashion-Abende zum Schmökern. Den Apéro dazu gibt es bei Mohr gratis. Pizza, Fondue oder Grilladen werden auf Wunsch bereitgestellt. Diese müssen die Kunden aber bezahlen. «Es sind gemütliche Abende, wenn sich Freundinnen hier zum Quatschen und Lädele treffen», schwärmt die Chefin und zweifache Mutter. Für das Geschäft lohnt sich das. «Gchrömlet wird immer.»


Hobi Wohnschreinerei

Seit der Lehrzeit ein gutes Gespann

Edith Hobi ist eigentlich gelernte Konditorin. Doch ihren angestammten Beruf könne sie höchstens noch privat im Haushalt brauchen, sagt die 56-Jährige lachend.

Stimmt nicht ganz. Manchmal backt die Frau von Geschäftsinhaber Ruedi Hobi, die auf dem zweiten Bildungsweg Wohnberaterin geworden ist, kleine Brötchen. Nämlich dann, wenn die eigene Wohnschreinerei einen Anlass durchführt.

«Hobi ist viel mehr als Gartenmöbel und Sonnenschirme»

Der Reihe nach. «Mein Mann und ich haben uns in der Lehrzeit kennen gelernt», erzählt die gebürtige Dinerterin. Sie hat damals mit ihm auf die Lehrabschlussprüfung gebüffelt. «Und plötzlich kam alles anders», sagt sie mit Blick auf das Ende ihres ersten Berufs.

Heute hat die dreifache Mutter im Möbelhaus an der Schaffhauserstrasse 74 in Oberohringen ihren eigenen Bereich und ihre eigene Kundschaft. Sie führt Beratungen in Sachen Wohnzimmergestaltung, Stoff und Farben durch. Sie ist auch auswärts tätig. Edith Hobi misst dann zum Beispiel Flächen aus oder hängt die mitgebrachten Vorhänge gleich selbst auf.

Möbelausstellung über drei Etagen

Sie ist auch für die Ausstellung in der und um die Wohnschreinerei zuständig. «Hobi ist viel mehr als Gartenmöbel und Sonnenschirme, die man von der Strasse her sieht», sagt sie. Obwohl der farbenfrohe Outdoorbereich ein Hingucker sei und Kundschaft ins Haus bringe.

Im Innern werden Besucherinnen und Besucher, die zum ersten Mal bei Hobi sind, erst einmal in Staunen versetzt. Die stilvolle Möbelausstellung erstreckt sich über drei Etagen.

Die Hobi Wohnschreinerei beschäftigt 14 Personen, davon drei Lernende. Unsere Kundschaft besteht zu 80 Prozent aus Privatkunden, für die wir Möbel herstellen.» Die Firma bietet auch Baubegleitung an. «Alle Angestellten haben zur Schreinerausbildung eine Weiterbildung, zum Beispiel als Holztechniker oder Werkmeister, absolviert.»

Sieben Nominierte

Als die Hobis erfuhren, dass sie als eines von sieben Unternehmen für den KMU-Max nominiert wurden, haben sie sich ins Zeug gelegt. Mit Erfolg. «Dass wir nach dem Publikumsvoting im Finale stehen, freut uns sehr», sagt Edith Hobi. «Aber feiern tun wir erst, wenn wir wirklich angekommen sind.»


Sanitär Lyrenmann

Wo der Chef auch Mädchen für alles ist

«Es nimmt mich schon Wunder, wer uns die Nominierung beim KMU-Max eingebrockt hat», scherzt Hans­peter Lyrenmann, Chef der Firma Lyrenmann Sanitär Spengler Heizung.

Bis jetzt hat er es noch nicht herausgefunden. Aber egal. «Wenn man einmal dabei ist, dann packt einen auch der Ehrgeiz, Stimmen zu sammeln.» Und das war bei 20 Mitarbeitenden, davon vier in Ausbildung, nicht so schwer.

«Wenn man einmal dabei ist, dann packt einen auch der Ehrgeiz»

Wenn alle ihre Familien und Bekanntenkreise aktivieren, kommt einiges zusammen. Die Woga, also die Wohn- und Gartenausstellung in Winterthur, und die sozialen Medien haben den Rest besorgt. Fürs Finale hat es gereicht.

Die Lyrenmann AG vereint drei Berufszweige miteinander. «Wir haben auch einige Doppelberufler», sagt der 42-jährige Firmenchef, der das Geschäft in Winterthur-Veltheim führt. Sein Urgrossvater hat es 1912 gegründet. Auch Hanspeter Lyrenmann ist gelernter Spengler-Sanitärinstallateur. Er hat an der Hochschule Luzern das dreijährige Studium als dipl. Ingenieur FH abgeschlossen.

«Die einen befassen sich mit allem, was glänzt, und schauen, dass es nicht ins Haus regnet», meint er mit Blick auf seine Spengler. «Das ist ein sehr kreativer Beruf, der viel Vorstellungsvermögen erfordert.» Das Blech, das sie beispielsweise für Rinnen, Ablaufrohre, Kaminfassungen oder Velohüsli benötigt, stellt die Firma Lyrenmann selbst her.

Bis vor kurzem im Pfungemer Gemeinderat

Während sich die Spengler ums Haus und auf ihm aufhalten, sind die Sanitäre im Innern des Gebäudes tätig. Dort sorgen sie ebenfalls für den nötigen Glanz. Wenn auch ganz anders. «Im Haus muss man Rücksicht nehmen und möglichst keinen Dreck machen.» Auf dem Dach müsse man sich dafür mit Kälte und Hitze herumschlagen.

Vom tropfenden Wasserhahn und undichten Spülkasten bis zu sogenannten Strangsanierungen (Umbau von mehreren übereinanderliegenden Badezimmern oder Küchen) erledigt die Veltemer Firma alles. «Wir sind vor allem in kleineren und mittleren Einfamilienhäusern tätig.» Die Auslastung liege zwischen 75 und 125 Prozent, sagt Lyrenmann.

Der zweifache Vater lebt mit seiner Familie in Pfungen, wo er bis vor kurzem auch Gemeinderat war. «Nun will ich mich ganz auf den Betrieb konzentrieren, dort bin ich Mädchen für alles», sagt er lachend. (Der Landbote)

Erstellt: 10.05.2019, 11:56 Uhr

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