Wiesendangen

Stadtbus soll immer Vortritt geniessen

An der Kreuzung Frauenfelder-/Rietstrasse muss der Stadtbus von Wiesendangen nach Winterthur oft lange warten. Der Kanton will deshalb Lichtsignale aufstellen, um ihm Vortritt zu gewähren.

Der Stadtbus 610 will künftig nicht mehr hinten anstehen. Und: Der Fussgängerstreifen droht zu verschwinden.

Der Stadtbus 610 will künftig nicht mehr hinten anstehen. Und: Der Fussgängerstreifen droht zu verschwinden. Bild: Madeleine Schoder

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Alle acht Sekunden rauscht am Morgen ein Auto über die Frauenfelderstrasse nach Oberwinterthur. Die Verbindung zwischen Stadt und Autobahn ist eine der verkehrstechnischen Lebensadern. Jene Fahrer, die von der Wiesendanger Rietstrasse in Richtung Stadt abbiegen wollen (siehe Karte), brauchen deshalb Geduld, um eine Lücke im Morgenverkehr zu erhaschen.

Auch Stadtbus ist mit der Linie 610 davon betroffen, die halbstündlich von Gundetswil zum Bahnhof Oberwinterthur pendelt. «Bei dieser ist die Pünktlichkeit im Jahr 2019 noch stark verbesserungsfähig», sagt Stadtbus-Sprecher Michael Poysden.

Schon länger fordert Stadtbus deshalb eine Bevorzugung an dieser Kreuzung. «Die Beeinträchtigung der restlichen Verkehrsteilnehmer bei einem Halbstundentakt ist minimal, hilft aber Stadtbus, die Anschlüsse sicherzustellen», sagt Poysden. Bereits 2006 war eine solche Verkehrssteuerung an dieser Kreuzung in einem kantonalen Projekt beschlossen worden, 2010 war es Teil des Agglomerationsprogramms 1 von Stadt, Kanton und Bund.

Fussgängerstreifen soll weg

Nun liegt ein Vorprojekt des Kantons öffentlich auf, das den Busvortritt, nebst weiteren Arbeiten, umsetzen will. An der Frauenfelderstrasse würden so in beide Fahrtrichtungen neue Lichtsignale installiert (siehe Karte). Wenn der Bus in der Nähe ist, erkennt eine Software eine im Boden eingebaute Schlaufe und aktiviert so die Ampeln. Diese würden auf der Frauenfelderstrasse dann orange zu blinken beginnen, bevor sie zusammen mit dem Hinweis «Bus» rot aufleuchten. Gleichzeitig will der Kanton die Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich von 80 auf 60 Stundenkilometer reduzieren.

Der Kanton will noch weitere Anpassungen an der Kreuzung vornehmen. So soll die Dreiecksinsel bei der Abzweigung Rietstrasse verschwinden. Gemäss Kanton ist diese Bus- oder Lastwagenfahrern oft im Weg. Über die Rietstrasse ist zudem neu ein Fussgängerstreifen geplant. Hingegen soll der bisherige Fussgängerstreifen, der über die Frauenfelderstrasse führt, aufgehoben und nach Süden verschoben werden. «Der heutige Übergang weist sicherheitstechnische Defizite auf», sagt Projektleiter Claudio Affolter vom Tiefbauamt.

Am neuen Ort müssten Fussgänger nicht mehr drei Spuren überqueren, eine Markierung würde aber fehlen. Laut Affolter werden heutebei Tempo-80-Strecken wie der Frauenfelderstrasse keine Fussgängerstreifen mehr markiert: «Die Bremswege der Autos wären zu lang.» Beim einem Übergang ohne Markierung dürfen die Fussgänger die Strasse zwar queren, haben aber keinen Vortritt mehr. Der Übergang an der Frauenfelderstrasse ist notwendig, weil ein kantonaler Wanderweg darüber führt. Auch an die Velofahrer wurde gedacht: Der Wechsel vom Veloweg auf die Rietstrasse soll flüssiger erfolgen und die Route via Alte Frauenfelderstrasse weitergeführt werden.

Verkehr umleiten

Zusätzlich will der Kanton den Belag zwischen Stadtgrenze bis zur Deponieabzweigung, 950 Meter, erneuern. Dazu müsste der Verkehr umgeleitet werden. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich aktuell auf 3,15 Millionen Franken, der Bund wird sich daran beteiligen, Wiesendangen muss nichts zahlen. Geplanter Baubeginn ist im Frühling 2021.

Die gemeindeeigene Rietstrasse soll voraussichtlich 2020 saniert werden, wie Verkehrsvorsteher Stefan Nigg sagt. Das kantonale Vorprojekt liegt noch bis am 22. Juli auf, bis dahin kann jeder Wiesendanger seine Meinung dazu einbringen

Erstellt: 24.06.2019, 17:58 Uhr

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