Wiesendangen

Ein Provisorium für Katze, Nager & Co.

Der Tierschutzverein Winterthur und Umgebung hat mit dem Umbau einer Gundetswiler Garage zu einem Notfallbetrieb begonnen. Ab Sommer sollen dort Tiere gepflegt, geimpft und kastriert werden.

Die Bauarbeiten für das neue Tierheim haben begonnen.

Die Bauarbeiten für das neue Tierheim haben begonnen. Bild: PD

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Tiere schützen, darum geht es bei einem Tierschutzverein. Jenem aus Winterthur fehlt seit August 2012 allerdings eine Bleibe, um verletzte oder ausgehungerte Tiere in einer Auffangstation wieder aufzupäppeln. Der Verein beschränkte sich in den letzten Jahren deshalb auf telefonische Auskünfte und die Vermittlung von Tieren. «Es war damals sogar Thema, den Verein aufzulösen», sagt Aktuar Thuri Bänziger.

Auffangstation für Notfälle

Einen ersten Lichtblick in der scheinbar unendlichen Geschichte (siehe Box unten rechts) gab es für den Verein im letzten Sommer: Die Tierschützer übernahmen die Igelstation der Winterthurerin Erika Heller, dafür reservierte man zwei Zimmer im ersten Stock eines Gundetswiler Bauernhofs. «Die Igelstation ist ein Erfolg», sagt Bänziger. Schon weit über hundert Igel seien dort wieder zu Kräften gekommen.

Nun folgt der nächste Schritt: Der Verein hat Mitte Februar mit dem Umbau der gegenüberliegenden Garage begonnen. In diesem Notfallbetrieb sollen vor allem Katzen und andere Kleintiere notfallmässig aufgenommen und aufgepäppelt werden. «Auch Kastrationen an wilden Katzenpopulationen wollen wir hier durchführen», sagt Vorstandsmitglied Michael Sobczak. So sollen die unkontrollierte Vermehrung und Verwilderung eingedämmt werden.

Crowdfunding in Planung

Der Verein ist für den Umbau auf Spenden angewiesen. Laut Medienmitteilung soll in den nächsten Wochen ein Crowdfunding gestartet werden. Auf Nachfrage spricht Sobczak davon, dass dieses über die Plattform Lokalhelden.ch lanciert werden soll. «Zwischen 50000 und 80000 Franken sind das Ziel.» Der Umbau der Garage soll rund 300000 Franken kosten. Aufwendig ist der Umbau vor allem, weil die Wände entfeuchtet und komplett isoliert werden müssen.

«Wir wollen damit auch einen Punkt setzen, um mit dem Notfallbetrieb wieder praktischen Tierschutz anbieten zu können», sagt Sobczak mit Verweis auf die Anwohner, die gegen die Baubewilligung für das Hauptgebäude rekurriert haben. Das Urteil des Baurekursgerichts soll laut Bänziger voraussichtlich bis im Sommer fallen. In der Zwischenzeit soll das Provisorium als Auffangstation dienen. Falls das Hauptgebäude einst umgebaut werden kann, würde das Provisorium als Quarantänestation umgenutzt.

Gegen den Bau des Tierheims regte sich Widerstand seitens der Anwohner. (Landbote)

Erstellt: 12.03.2019, 10:59 Uhr

Die lange Suche nach einem Tierschutzbetrieb

Seine Auffangstation für Katzen, Nager, Vögel und andere Kleintiere im Weiler Ricketwil musste der Tierschutzverein Winterthur und Umgebung Ende August 2012 schliessen. Grund: Die Vorschriften des neuen eidgenössischen Tierschutzgesetzes von 2008 konnten nicht mehr eingehalten werden. Die Suche nach einem neuen Standort verlief harzig: Ideal wäre das Industriegebiet in Winterthur-Hegi gewesen. Doch die Stadt verkaufte das Land Ende 2014 an die Royal Döner AG. Der Vereinsvorstand war hingegen davon ausgegangen, dass das Land für den Tierschutz reserviert gewesen sei, und reagierte ernüchtert. Im Anschluss prüfte der Verein diverse Standorte, oft machte ihm dabei aber die Raumplanung einen Strich durch die Rechnung. Im Herbst 2015 schien der Verein jedoch am Ziel zu sein: Dank einer Stiftung konnte er ein ehemaliges Bauernhaus ausserhalb von Gundetswil in der Gemeinde Wiesendangen erwerben. Doch auch hier war das Raumplanungsgesetz rigoros: Wohnungen waren erlaubt, ein Tierheim nicht. Doch SVP-Baudirektor Markus Kägi erteilte eine Ausnahmebewilligung für eine Umnutzung. Die damit verbundene Auflage: Im Tierheim müssen auch Hunde untergebracht werden. Anwohner eines Einfamilienhausquartiers nordwestlich des geplanten Tierheims befürchteten deshalb jedoch «unerträglichen Hundelärm» und wehrten sich. Auf die Baubewilligung wartete der Verein dann rekordverdächtige 18 Monate. Als sie eintraf, rekurrierten die Anwohner dagegen. Das Urteil des Baurekursgerichts dazu steht noch aus. (gab)

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