Turbenthal

Tragehilfen Made in Tösstal

Monika Di Benedetto stellt in ihrem Wohnzimmer Tragehilfen für Kleinkinder her. Inzwischen hat sie eine Firma gegründet und beschäftigt mehrere Näherinnen. So knüpft sie an die Textiltradition im Zürcher Oberland an. 

Monika Di Benedetto stellt die Tragetücher selber her.

Monika Di Benedetto stellt die Tragetücher selber her. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mehrere Rollen Stoff stehen im Wohnzimmer von Monika Di Benedetto. Auf einem Tisch hat sie eine Nähmaschine aufgestellt. Durch ein Fenster sind Gärten zu sehen, dahinter breitet sich das Neubrunnertal Richtung Turbenthal aus. Hier arbeitet Monika Di Benedetto an neuen Tragetüchern für Kleinkinder, die sie inzwischen unter anderem im Winterthurer Laden Herz an Herz verkauft. Angefangen hat die 42-Jährige damit vor rund sechs Jahren. Sie war damals auf der Suche nach einer Traghilfe für ihre beiden Töchter. Doch nichts passte. Das brachte sie auf die Idee, diese selber herzustellen und damit vielleicht später eine Marktlücke zu schliessen. «Ich war beruflich eine Suchende und wollte etwas Sinnvolles machen.»

Stoff aus Russikon

Es hat geklappt: Diesen Frühling konnte sie mit ihrer neu gegründeten Firma Olilias Baby Carrier erstmals eine in der Schweiz hergestellte Tragetuch-Linie lancieren. Die Stoffe dafür lässt sie in der Weberei in Russikon herstellen. Es sind Spezialanfertigungen.

Denn für Tragehilfen müssen die Stoffe spezielle Eigenschaften haben. Um das zu veranschaulichen hält Di Benedetto ein Stück Stoff in die Höhe und zieht daran. Je nachdem, welchen Winkel sie wählt, ist das Stück mehr oder weniger elastisch. Einerseits soll es so das Kleinkind stützen, andererseits genügend Bewegungsfreiheit ermöglichen. Kurz: Das Kind soll in der sogenannten Anhock-Spreizhaltung in der Tragehilfe oder im Tuch liegen.

Netzwerk mit Näherinnen

Bis sie die Tragehilfen so herstellen konnte, war viel Arbeit nötig. Monika Di Benedetto hat sich nach ihrer ersten Geburt zur Geburtsbegleiterin und später zur Trageberaterin weitergebildet. Zudem recherchierte sie im Internet und testete ihre Produktionen selber aus. Und tatsächlich, ihre Tragehilfen waren gefragt. Langsam konnte sie ihren Absatz vergrössern. Inzwischen kann die Marketingfachfrau auf ein Netzwerk von sechs Näherinnen zählen, die ihr auf Stundenbasis helfen.

Dank Geschäftspartnerin Monja Brych können sie auch Tragetaschen anbieten. Wichtig ist Di Benedetto, dass alles in der näheren Umgebung und in Heimarbeit entsteht. Sie will damit an die lange Tradition der Textilherstellung im Zürcher Oberland anknüpfen. «Zudem ist es praktisch, wenn ich neue Stoffe persönlich in einer Tour vorbeibringen kann.»

Praktisch für Eltern und Kind

Den Schritt in die Teil-Selbstständigkeit hat sie nicht bereut, auch wenn es viel Arbeit bedeutet und der Lohn als Angestellte im kaufmännischen Bereich höher wäre. Zur finanziellen Absicherung arbeitet sie weiterhin in einem 40-Prozent-Pensum. Insgesamt seien es deshalb derzeit deutlich über 100 Prozent. «Mein Mann muss mich manchmal etwas bremsen», sagt sie. Das Geschäft beschäftige sie von morgens bis abends, so überzeugt ist sie von ihrem Projekt: «Grundsätzlich wird jedes Kind gern getragen», sagt sie. «Es will Anteil nehmen am Leben der Eltern.» Umgekehrt sei ein Tragetuch auch für die Eltern praktisch, da die Hände frei bleiben, um etwas erledigen zu können. Der Name der Firma, Olilias, setzt sich übrigens aus den Namen ihrer beiden Töchter zusammen, die 11 und 9 Jahre alt sind, Olivia und Aurelia. (Landbote)

Erstellt: 15.05.2019, 16:52 Uhr

Paid Post

Burger ahoi auf dem Zürichsee

Feines Fast Food zum Feierabend: Ab dem 16. Mai geht das Build-your-Burger-Schiff auf Kurs – mit neuen Ideen und spannenden Kreationen.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben