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Trotz eisiger Bise auf die Ski

Wintersport im Zürcher Oberland ist dieser Tage fast wie im Hochgebirge: Pulverschnee wirbelt ins Gesicht, die Ski gleiten rasch.

Die fünf Loipen und vier Skilifte zwischen Winterthur und Bauma sind alle offen.
Die fünf Loipen und vier Skilifte zwischen Winterthur und Bauma sind alle offen.
Johanna Bossart
Wie hier beim Skilift Sitzberg zog es viele Schneesporthungrige auf die Piste.
Wie hier beim Skilift Sitzberg zog es viele Schneesporthungrige auf die Piste.
Johanna Bossart
Mit dem herrlich verschneiten Wald als Kulisse ein besonderes Erlebnis.
Mit dem herrlich verschneiten Wald als Kulisse ein besonderes Erlebnis.
Johanna Bossart
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Im Skihäuschen in Sitzberg ist es gemütlich: Thedi Sulzer schenkt Punsch aus und ein kleiner Ofen wärmt die Stube. Trotzdem bleiben die meisten nicht allzu lange sitzen. Die Kinder zieht es bald wieder nach draussen an den Skilift. Sie beklagen sich nicht, dass ihnen dort eine eiskalte Bise ins Gesicht bläst, lieber rasen sie unermüdlich über die Sprungschanzen am Pistenrand: auf und ab und auf und ab. Plötzlich bleibt ein Knirps nach einer allzu engen Kurve theatralisch liegen, so als befände er sich in einem Himmelbett. Als sein Kollege angebraust kommt, ist er aber sofort wieder auf den Beinen.

Zum Glück kann man diese Szenen alle aus dem Skihäuschen beobachten. Denn die gefühlten Temperaturen lagen gestern Nachmittag bei weit unter null Grad. Eine Frau aus Schmidrüti musste sogar zuerst ihre Mundpartie auftauen, bevor sie reden und etwas bestellen konnte.

Manch Hartgesottene lassen sich von solchen Bedingungen jedoch nicht abschrecken, wie sich dann draussen zeigt. «Wir haben uns extra warm angezogen», ruft Doris Wattinger aus dem Schneegestöber. «Die Piste ist super, teilweise Tiefschnee.» Sie ist mit ihren beiden Kindern aus Wila gekommen, damit diese üben können. Mit ihrem Besuch will sie aber auch den Skilift unterstützen, der wie andere in der Region von einem Verein betrieben wird.

Langlaufen im Wald

Nicht nur in Sitzberg trotzten gestern Wintersportler der Kälte. Auf einer Waldlichtung in der Nähe des Schauenbergs drehen Sacha und Cédric Huber auf ihren Langlaufski zügig ihre Runden. Die beiden Jugendlichen trainieren für den Engadiner Skimarathon im März. «Es ist schön kühl», sagt Sacha Huber. «Da gleiten die Ski ohne Anstrengung.» Die Waldloipe in Hofstetten ist bei Bise ideal gelegen, die Bäume ringsum schirmen sie vor dem Wind etwas ab.

Insgesamt sind knapp ein Dutzend Langläufer unterwegs. Einer von ihnen ist Ignaz Zehnder, der Präsident des Vereins Loipen Schauenberg. «Nur der Wind macht uns dieser Tage etwas zu schaffen», sagt er. «Es weht immer wieder Pulverschnee auf die präparierten Pisten.» Ansonsten freut er sich über die guten Verhältnisse und darüber, dass das Angebot des Vereins geschätzt wird. Am Wochenende sei auf den Loipen Hochbetrieb gewesen, sagt Zehnder. Auch Nachwuchssorgen hat der Verein keine. Der Sport habe in den vergangenen Jahren an Anziehungskraft gewonnen, da die Rennen zuschauerfreundlicher gestaltet würden. Zudem sei ein Cologna-Effekt zu beobachten.

Nicht nur bei jüngerem Publikum ist Langlauf beliebt, wie man auf der Loipe in Hofstetten sieht. Während des Gesprächs gleitet Susanne Gachnang heran. Die 81-Jährige ist zügig unterwegs, obschon sie dieses Jahr erstmals auf den Ski steht. «Das verlernt man nicht», sagt sie. Sie trainiere für eine Woche, die sie mit dem Frauenverein in Goms verbringe.

Beliebter Punsch

Mitte Nachmittag hat Thedi Sulzer im Skihäuschen in Sitzberg sämtliche Punschsorten mindestens einmal ausgeschenkt. Man kommt hier rasch ins Gespräch. Kein Wunder, gilt der Skilift als wichtiger Treffpunkt im Dorf. Thedi Sulzer weiss auch, warum das so ist: «Es ist immer gute Stimmung hier.»

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