Tösstal

Über 60 Einsprachen gegen Bahnfunk

Gegen das Bahnfunknetz von Winterthur nach Rüti sind 62 Einsprachen eingegangen. Die SBB und drei private Mobilfunkanbieter planen derweil schon den nächsten grossen Ausbau. Um den Reisenden einen besseren Empfang zu bieten, prüfen sie entlang der Geleise ein Antennenkabel aufzuhängen.

Die geplanten 18 Funkmasten auf dem Banhfunknetz Winterthur-Rüti stossen auf viel Ablehnung.

Die geplanten 18 Funkmasten auf dem Banhfunknetz Winterthur-Rüti stossen auf viel Ablehnung. Bild: Madeleine Schoder

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Das Bundesamt für Verkehr hat viel Post erhalten aus Zell, Bauma, Fischenthal und Wald. Insgesamt 62 Personen, Organisationen und Behörden erheben Einspruch gegen einen oder mehrere der geplanten 18 Funkmasten für das SBB-Bahnfunknetz Winterthur-Rüti. Sie sehen das Landschafts- oder Ortsbild in Gefahr, Vereinzelte fürchten auch eine hohe Strahlung der Antennen.

Via Bahnfunk werden Gespräche und Daten übertragen zwischen Zügen und Zentralen. Im Endausbau könnten via das Netz Züge ferngesteuert werden. Das Bahnfunknetz im Tösstal kostet 4,6 Millionen Franken.

Fertig gebaut sein müsste das neue Bahnfunknetz spätestens Ende 2020. Dann nämlich stellt die Swisscom ihr GSM-Netz definitiv ab, das die SBB bisher für das Übertragen von Gesprächen und Daten nutzen. Ob aber auf diesen Zeitpunkt hin das neue Funknetz der SBB komplett betriebsbereit sein wird, ist offen.

Alleine in der Region Winterthur sind neben den Einsprachen entlang der Tösstalbahn noch 52 Ein­spra­chen an der Strecke nach Schaffhausen hängig. Diese wurden schon im Jahr 2012 eingereicht und richten sich gegen Funkmastenstandorte in Dachsen und Hettlingen. Die SBB konnten deshalb noch nicht mit dem Antennenbau beginnen.

300 Millionen für noch mehr Antennen und ein Kabel

Die SBB sind dennoch zuversichtlich. Man sei mit der Swisscom daran, einen Plan B zu erarbeiten. «Die SBB ist nicht in Zeitnot», sagt Mediensprecherin Rahel Meile. Das Unternehmen wisse seit zwei Jahren, dass die Swisscom ihr GSM-Netz abschalten werde.

Klar ist: Zusammen mit Swisscom, Sunrise und Salt planen die SBB schon den nächsten Ausbau. Bis Ende 2022 wollen die Unternehmen für 300 Millionen Franken die S- und Regionalbahnzüge besser ans Mobilfunknetz anschliessen. Dafür sollen entlang der Geleise weitere Antennen aufgestellt und ein An­ten­nenkabel aufgehängt werden. Ausserdem werden Signalverteiler in die Bahnwagen eingebaut.

Das Antennenkabel, für das ein Testbetrieb im Aaretal bewilligt und im Toggenburg aufgegleist ist, bietet eine hohe Übertragungsleistung bei kleiner Strahlenbelastung. Das Kabel eignet sich auch für das Übermitteln von Bahnfunk. Die von den SBB momentan dafür vorgesehenen Funk­masten entlang der Bahn­linien könnten also vom Fortschritt überholt werden, noch bevor sie aufgestellt sind.

(Der Landbote)

Erstellt: 22.06.2017, 15:35 Uhr

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