Vandalismus

Überwachung in der Region nimmt zu

Zwei Gemeinden in der Region installieren fast zeitgleich Überwachungskameras an ihren Schulhäusern. Dabei hatte der Seuzacher Sicherheitsvorsteher die Kameras im letzten November noch ein «unsympatisches Mittel» genannt.

Zerschlagene Fenster beim Schulhaus Islikon führten zur Videoüberwachung. Beim Seuzacher Sportplatz sind neu auch Kameras installiert.

Zerschlagene Fenster beim Schulhaus Islikon führten zur Videoüberwachung. Beim Seuzacher Sportplatz sind neu auch Kameras installiert. Bild: PD, Enzo Lopardo

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Eingeschlagene Scheiben beim Primarschulhaus Islikon: Sven Bürgi, Präsident der Schulgemeinde, sagt: «Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.» Seit einigen Tagen hängen nun acht provisorische Kameras beim Isliker Schulhaus. Seither hat es keine Vandalenakte mehr gegeben. Die Übeltäter konnten trotzdem gefunden werden: Die Kantonspolizei hatte einen Verdacht und konnte die entsprechenden Personen beim Verhör überführen.

Gute Erfahrungen hatte die Primarschulgemeinde bereits zuvor mit Videokameras gemacht. Am Schulhaus Gachnang sind 14 Stück installiert. «Die Vandalenakte sind massiv zurückgegangen», sagt Bürgi.

Auch in Seuzach hängen seit anfang Monat ein Dutzend Kameras an öffentlichen Plätzen. Acht davon in der Badi, drei beim Sportplatz Rolli und eine beim Schulhaus Birch. Das überrascht. Denn noch im November hatte Sicherheitsvorsteher Marcel Fritz die Überwachung im öffentlichen Raum als «unsympathisches Mittel» beschrieben. Insbesondere die Auswertung der Aufnahmen sei kostenintensiv, sagte Fritz damals.

Zerschnittene Netze

Dass die Gemeinde nun doch zwölf Kameras installiert hat, führt Fritz auf «einige Vorfälle» zurück, die man «in den Ansätzen stoppen» wolle. Konkret geht es um zerschnittene Tor- und Tennisnetze beim abgelegenen Sportplatz Rolli, wo auch eingebrochen worden war. «Mit dem aktuellen Einsatz machen wir einen Wirksamkeitsversuch», sagt Fritz. Sie seien zur Überzeugung gekommen, dass nur schon die physische Anwesenheit dieser Geräte eine präventive Wirkung habe: «Eine aufwändige Auswertung ist gar nicht notwendig.» Die Überwachung dient also in erster Linie der Abschreckung. In der Seuzemer Badi sollen die Kameras den Bademeister bei der Aufsicht unterstützen.

«Mit dem  aktuellen Einsatz  machen wir einen  Wirksamkeitsversuch.»Marcel Fritz, Sicherheitsvorsteher Seuzach

Ein runder Tisch mit Kantonspolizei, Schulleitung, Hauswart, Jugendarbeit und weiteren Involvierten, bezeichnet Fritz «nach wie vor als das wesentliche Instrument», um den Vandalismus in der Gemeinde zu stoppen.

Erfolge in Elgg

Erfolgreich ist die Videoüberwachung aber beispielsweise in den Tösstaler Gemeinden Zell und Turbenthal, wo Schulhäuser und die Werkhöfe per Kamera überwacht werden. Beide Sicherheitsvorsteher haben damit gute Erfahrungen gemacht.

In Elgg ist die Sammelstelle ebenfalls seit mehreren Jahren überwacht, wie Gemeindeschreiberin Sonja Lambrigger-Nyffeler sagt. Die Kamera war dort installiert worden, weil Einzelne ihren Haushaltskehricht bei der Sammelstelle illegal deponiert hatten. «Mithilfe der Aufnahmen konnte man enige der Abfallsünder ausfindig machen», sagt Lambrigger-Nyffeler. An anderen Orten in der Gemeinde sei die Überwachung momentan jedoch kein Thema.

Andere Gemeinden wie etwa Wiesendangen, Berg am Irchel und Dinhard dürfen laut der Polizeiverordnung Kameras aufstellen, machen davon aber noch keinen Gebrauch. Dinhard hatte den entsprechenden Passus in der Verordnung von der Gemeindeversammlung im letzten November anpassen lassen. (Landbote)

Erstellt: 09.07.2018, 17:24 Uhr

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