Hettlingen

Verkalkt, verschmutzt und voller Algen

Nach nur fünf Jahren hat das Gemeinschaftsgrab im Friedhof Hettlingen eine Komplettsanierung nötig. Es erfüllt die Erwartungen nicht.

Die beiden Wasserbecken beim Gemeinschaftsgrab, die von Gartenbauer Marco Grod wieder in Schuss gebracht werden. Die Urnen werden im nebenstehenden Rasenfeld beigesetzt.

Die beiden Wasserbecken beim Gemeinschaftsgrab, die von Gartenbauer Marco Grod wieder in Schuss gebracht werden. Die Urnen werden im nebenstehenden Rasenfeld beigesetzt. Bild: Johanna Bossart

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Weit hat es das neue Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof in Hettlingen nicht gebracht. 2012 wurde es angelegt. Jetzt muss es total saniert werden. Der Gemeinderat hat dafür 12 000 Franken bewilligt, wie er im Verhandlungsbericht schreibt.

Die beiden Wasserbecken entsprächen den Erwartungen in optischer Hinsicht nicht. Ihr Zustand sei eines Grabes unwürdig, heisst es in der Nachricht. Von der Bevölkerung seien wiederholt Reklamationen eingegangen. «Die beiden Becken sind stark verkalkt, verschmutzt und voller Algen.» Die Bepflanzung sei sehr spärlich und viel weniger farbig und freundlich als ursprünglich angedacht, kritisiert auch der Gemeinderat.

«Falsch eingeschätzt»

«Die Algenbildung ist eklig», verdeutlicht Gemeindepräsident Bruno Kräuchi. Auf die Frage, wie es soweit kommen konnte, sagt er: «Es handelt sich um eine unbefriedigende Lösung, die man seinerzeit falsch einschätzte.»

Das Konzept zum neuen Gemeinschaftsgrab wurde 2011 von einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Einwohnerschaft, Gemeinde und Kirche unter Führung von Gemeinderätin Svenya Hon­egger und Landschaftsarchitekt Daniel Fritschi entwickelt. 2012 wurde es von der Fritschi Landschaftsarchitekten GmbH Mönchaltorf umgesetzt. Die Anlage, in deren Mittelpunkt zwei bepflanzte Wasserbecken stehen – das eine mit fliessendem, das andere mit ruhigem Wasser und Stelen, auf denen die Namen der Verstorbenen eingraviert sind – wurde laut Bausekretär Dominik Böni mit 225 000 Franken abgerechnet.

«Es handelt sich um eine unbefriedigende Lösung, die man seinerzeit falsch einschätzte.» Bruno Kräuchi , Gemeindepräsident von Hettlingen

Die Wasserbecken wurden von der Grod Gartengestaltung Dübendorf komplett gereinigt, saniert und neu bepflanzt. «Wir haben dafür eine Garantie von drei Jahren», sagt Kräuchi. Marco Grod, der bis gestern an der Arbeit war, weist darauf hin, dass das Resultat der Bepflanzung erst im Frühling sichtbar werde. «Das Hauptproblem waren die Algen.» Diese seien wegen zu geringer Wassertiefe und niedrigem Wasserdurchlauf entstanden.

20 Zentimeter sind die Norm

«Die Gefahr dass sich Algen bilden, ist immer da», räumt Landschaftsarchitekt Daniel Fritschi ein. Hierbei spiele die Wasserqualität eine Rolle. In Brütten, wo er auch ein Gemeinschaftgrab realisierte, seien Algen kein Problem. Laut Richtlinien der Beratungsstelle für Unfallverhütung dürfe das Becken nur 20 Zentimeter tief sein. «Sonst müsste man es einzäunen.» Vor einiger Zeit habe er die Hettlinger darauf hingewiesen, dass der Wasserdurchlauf erhöht werde müsse. Ob das geschehen sei, wisse er aber nicht. (Landbote)

Erstellt: 02.10.2017, 18:13 Uhr

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