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Viel Arbeit für «Schloss Schattenfels»

Wie das schon feste Tradition ist, baut der Turnverein Pfungen auch für die diesjährige Fasnacht einen eigenen Wagen. Dafür braucht es den vollen Einsatz der Vereinsmitglieder und eine gute Portion Fantasie.

In Pfungen wird fleissig gewerkt und gewirkt: Mitglieder des Turnvereins bauen sich ihren £Fasnachtswagen.
In Pfungen wird fleissig gewerkt und gewirkt: Mitglieder des Turnvereins bauen sich ihren £Fasnachtswagen.
Heinz Diener

Schon aus der Ferne ist das Knattern einer Motorsäge, das Klopfen von Hämmern und das Summen von Bohrern kaum zu überhören. Keine Frage: Hier wird fleissig gewerkt. Es ist früher Samstagmorgen und der Turnverein Pfungen hat in einer kleinen Scheune am Dorfrand mit der Kreation seines Fasnachtswagens begonnen.

Dieser Aufgabe stellen sich die Mitglieder schon seit mehreren Jahren. «Wir stellten das Projekt einmal kurze Zeit ein. Seit 2009 kommt der Wagen aber wieder jede Fasnacht zu Stande», erzählt Vereinspräsident Remo Steiner. Gewechselt wird jeweils die Werkstatt. Dienten ihnen in den Vorjahren ein offener Unterstand oder die ehemalige Ziegelei, basteln die rund 20 Vereinsmitglieder gegenwärtig in einer Scheune, die Eltern eines Turners zur Verfügung stellen. Auch das Motto ändert natürlich von Jahr zu Jahr, diese Fasnacht lautet es «Schloss».

Ritter, Mönche und Könige

Darauf gekommen ist der Verein an einer Abendunterhaltung im vergangenen Jahr, bei der ein pompöses Schloss das Bühnenbild zierte. «Warum sollten wir ein solches Bauwerk nicht an feiernden Fasnächtlern vorbeifahren können?» fragte sich der TV Pfungen. Und schon war die Idee geboren.

«Jeder kann sich hier irgendwie verwirklichen.»

Remo Steiner,Präsident Turnverein Pfungen

Bei der Umsetzung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. So sollen auf dem Wagen weder die Konfettimaschine noch eine bewegliche Zugbrücke vor dem Schlossturm fehlen. «Sogar eine eigene Küche bauen wir ein, in der wir Braten, Würste und Drinks zubereiten und an die Festgemeinde verteilen», verrät Steiner. Dafür zuständig sind ein Berufs- und ein begnadeter Hobbykoch. Kleidungstechnisch darf und soll jeder ein eigenes Kostüm organisieren, das dem Motto gerecht wird. Ritter, Mönche und Könige werden also das «Schloss Schattenfels», wie es der TV getauft hat, während des Umzugs bewohnen.

Alle steuern etwas bei

Warum hier jeder diesen enormen Aufwand auf sich nimmt, kann Remo Steiner ohne zu zögern beantworten: «Wir, unsere Familien und Freunde, sind alle Fasnächtler, welche diese Tradition lieben und schätzen. Der Fasnachtswagen fördert zudem den Teamgeist und die Abwechslung im Verein.».

An den Kosten für die Eigenkreation beteiligen sich die Mitglieder mit individuellen Beiträgen, den Rest deckt die Vereinskasse. Das meiste benötigte Material wird von Freunden und Helfern bereitgestellt. Angefangen beim Traktor samt Anhänger, den zwei Bauern beisteuerten. «Werkzeuge und Holz konnte ich zudem aus der Baufirma meines Onkels mitbringen», so TV-Mitglied Sämi Flach.

Doch nicht nur beim finanziellen und materiellen Aspekt ist der Zusammenhalt essenziell. Auch die eigentliche Konstruktion erfordert unterschiedliche Begabungen. Glücklicherweise ist der TV mit Handwerkern, Köchen und sogar einem Veterinär ausgestattet. «Jeder kann sich durch sein Talent hier irgendwie verwirklichen», ist Steiner überzeugt. Für den Bau des Gefährts dient eine erste Skizze als Basis.

Als nächstes steht die Konstruktion eines Holzgerüsts an. «Es dient der Stabilität und kann danach beliebig erweitert und mit Löcher für Fenster und Türen ausgestattet werden», so Sämi Flach.

Dann bemalt, dekoriert und schmückt das Team den Anhänger, bis er schliesslich bereit ist für seinen Einsatz an der Fasnacht in Bassersdorf, Winterthur und Pfungen (siehe Kasten unten). Trotz Festspass muss die Sicherheit gewährleistet sein: Das Strassenverkehrsamt muss den Anhänger abnehmen.

Maximalmasse einhalten

Das erfordert unter anderem, die Maximalmasse von vier Metern Höhe und zweieinhalb Metern Breite nicht zu überschreiten, wenn man auf normalen Strassen unterwegs ist. Am eigentlichen Umzug werde der Wagen nochmals höher und länger, erklärt Flach. Natürlich nähmen sie diese Modifizierungen erst vor Ort vor. Bis dahin stehen aber noch sieben weitere Samstagvormittage und allfällige Zusatzschichten an. Erst dann ist das Pfungener Fasnachtsschloss einsatzbereit.

Abbauen müssen es die Fasnächtler in einem Tag. Doch daran mögen sie jetzt noch gar nicht denken. Zu gross ist die Vorfreude auf die für sie schönste Zeit des Jahres.

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